„nd.DerTag“: Brot statt Spiele – Kommentar zur Berliner Olympia-Bewerbung

„nd.DerTag“: Brot statt Spiele – Kommentar zur Berliner Olympia-Bewerbung
 

Berlin hat schon genug Probleme. Es braucht zu allem, was bereits jetzt nicht funktioniert, nicht noch Olympische Spiele, um deren Organisation genauso zu vergeigen wie beispielsweise den Mietwohnungsbau. Denken wir nur an die 56.000 Wohnungslosen in der Stadt, deren Zahl bis 2030 auf 96.000 steigen soll. Kein Wunder, dass sich die Berliner Mietergemeinschaft dem Bündnis „NOlympia“ angeschlossen hat. Wir brauchen Wohnungen statt Wettkämpfe, Brot statt Spiele.

Wenn zu erwarten ist, dass die Hauptstadt den Zuschlag für Olympische Spiele 2036, 2040 oder 2044 sowieso nicht bekommt, könnte sie sich die teure Bewerbungskampagne lieber gleich sparen – zumal die Konkurrenten München und die Rhein-Ruhr-Region ihre Bevölkerung schon nachweislich hinter sich gebracht haben, was in Berlin in einem Volksentscheid erst noch zu beweisen wäre.

Andererseits sollte man die Argumente der Olympia-Befürworter nicht leichtfertig vom Tisch wischen. Es wäre irgendwie schön, wenn sich Berlin bei einem solchen Großereignis als weltoffene, freundliche Metropole zeigen könnte, die dem Hass widersteht, der sich immer mehr ausbreitet. Den sportlichen Wettkampf suchen, statt Rüstungsindustrie anzusiedeln und sich damit auf einen Krieg vorzubereiten – es wäre eine gute Sache, wenn das die Zukunft von Berlin wäre. Es käme vielleicht auf den Versuch an. Bleiben wir also im Gespräch, tauschen Argumente aus, wägen ab! Das kann nicht schaden.

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