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Neue Forschungsfortschritte von der Alzheimer–s Association International Conference® 2013

Neue Studien, die auf der Alzheimer–s
Association International Conference 2013 (AAIC® 2013) in Boston
vorgelegt wurden, decken das Spektrum der Alzheimer- und
Demenzforschung ab. Unter anderem beschreiben sie neuartige
Behandlungs- und Präventionsstrategien, mögliche neue Risikofaktoren,
Fortschritte in Früherkennung und Diagnose sowie ein aktualisiertes
Modell des Fortschreitens der Krankheit.

Die Alzheimer–s Association International Conference ist das
führende jährliche Forum, auf dem die neuesten Entwicklungen der
Alzheimer- und Demenzforschung präsentiert und erörtert werden. Zur
Feier von 25 Jahren Fortschritt in der Formung der Zukunft der
Demenzwissenschaft kamen nahezu 5000 führende Experten und
Wissenschaftler aus 66 Ländern aus aller Welt auf der AAIC 2013
zusammen und präsentierten dort mehr als 1800 wissenschaftliche
Arbeiten.

Mögliche Risikofaktoren der Alzheimer-Krankheit

Die meisten Krebsarten stehen mit einem verringerten
Alzheimerrisiko in Zusammenhang – Chemotherapie senkt das
Alzheimerrisiko zusätzlich

Eine Studie der Patientenakten von 3,5 Millionen US-Veteranen
deutete darauf hin, dass die meisten Arten von Krebs mit einem
signifikant verringerten Alzheimerrisiko einhergehen. Die Ergebnisse
legten nahe, dass eine Chemotherapie aller dieser Krebserkrankungen
das Alzheimerrisiko zusätzlich senkte. Die Forscher entdeckten keinen
Zusammenhang zwischen der Krebshistorie und verringerten Risiken
anderer alterstypischer Gesundheitsbefunde. Statt dessen lag bei den
meisten Krebsüberlebenden ein erhöhtes Risiko von
nicht-alzheimerscher Demenz vor. Die Wissenschaftler kamen zu dem
Schluss, dass der protektive Zusammenhang zwischen den meisten
Krebsarten und der Alzheimerkrankheit nicht einfach durch die höhere
Mortalität von Krebspatienten zu erklären ist. Weitere Untersuchungen
sind erforderlich, um die Ursache(n) des reduzierten Risikos zu
bestimmen und damit potenzielle neue Therapieansätze zur Behandlung
der Alzheimerkrankheit zu entdecken.

Diabetesmedikament mit verringertem Demenzrisiko in Verbindung
gebracht

Typ-2-Diabetes kann das Demenzrisiko verdoppeln. Bei einer Studie
an nahezu 15.000 Patienten mit Typ-2-Diabetes im Alter von mindestens
55 Jahren wiesen die Patienten, die eine Behandlung mit dem
Insulinsensibilisator Metformin antraten, ein signifikant
verringertes Risiko einer Demenzerkrankung auf, als Patienten, die
andere praxisübliche Diabetestherapien begannen. Derzeit laufen
Studien, um den Nutzen von Metformin als mögliches Therapiemittel
gegen Demenz und leichte kognitive Störungen zu beurteilen.

Zusammenhang zwischen höherem Ruhestandsalter und verringertem
Demenzrisiko

Eine Analyse der Patienten- und Versicherungsakten von mehr als
429.000 Selbstständigen in Frankreich ergab, dass Personen, die in
einem höheren Alter in den Ruhestand gehen, ein niedrigeres
Demenzrisiko aufweisen, wobei das Risiko mit jedem zusätzlichen
Arbeitsjahr weiter abnimmt. Die Wissenschaftler vermuteten, dass die
berufliche Tätigkeit zu einem höheren Niveau von geistiger
Stimulierung und mentalem Einsatz beitrage, was möglicherweise vor
Demenz schützen kann. Auf diesem Gebiet sind allerdings weitere
Untersuchungen erforderlich.

Sozioökonomische Faktoren können möglicherweise das höhere
Alzheimerrisiko von Afroamerikanern erklären

In den USA ist die Häufigkeit von Alzheimer und anderen
Demenzerkrankungen bei älteren Afroamerikanern doppelt so hoch wie
bei älteren Weißen. In einer Studie an 3075 farbigen und weißen
Senioren, bei denen zu Beginn der Untersuchung keine Demenz vorlag,
war der Risikounterschied nicht mehr statistisch signifikant, nachdem
die Wissenschaftler die Ergebnisse um sozioökonomische Faktoren wie
Bildungsgrad, Alphabetismus, Einkommen und finanzielle Unabhängigkeit
bereinigt hatten. Die Autoren der Studie forderten dringend, bei
zukünftigen Studien über die Unterschiede von Demenzrisiken
verschiedener rassischer bzw. ethnischer Gruppen ein breites Spektrum
sozioökonomischer Faktoren zu berücksichtigen.

Erkennung und Diagnose der Alzheimerkrankheit

Online-Tests für Alzheimer unzuverlässig

Ein kanadisches Expertengremium, darunter Gerontologen,
Spezialisten für Mensch-Computer-Interaktion, Neuropsychologen und
Neuroethiker, prüfte 16 kostenlos zugängliche Onlinetests zur
Erkennung der Alzheimerkrankheit und stellte fest, dass diese im
Hinblick auf ihre allgemeine wissenschaftliche Gültigkeit,
Zuverlässigkeit und ethischen Aspekte mangelhaft abschnitten. Die
Experten bewerteten die allgemeine wissenschaftliche Gültigkeit der
meisten dieser Tests (12 von 16) mit „schlecht“ oder „sehr schlecht“
und kamen zu dem Schluss, dass diese Tests zur Diagnose der
Alzheimerkrankheit ungeeignet sind. Bei der Bewertung der ethischen
Aspekte erhielten alle 16 Tests die Note „schlecht“ oder „sehr
schlecht“. Zu den ethischen Aspekten gehörten unverständliche oder
fehlende Vertraulichkeits- und Datenschutzregelungen, die fehlende
Offenlegung kommerzieller Interessenkonflikte, die Tatsache, dass die
Tests nicht den angegebenen Gültigkeitsumfang hatten, sowie das
Versäumnis, die Testergebnisse angemessen und ethisch zu formulieren.

Keine Vorteile von Reihenuntersuchungen auf Demenz nachgewiesen

Britische Forscher führten eine systematische Revision von Studien
durch, die Reihenuntersuchungen zur Erkennung von Demenz
untersuchten, und verglichen die Ergebnisse mit denen einer
routinemäßigen Gesundheitsversorgung von Patienten in
allgemeinmedizinischer Pflege und Patienten, die in
Gemeinschaftspflege betreut werden. Die Forscher fanden keine
Anzeichen dafür, dass sich die Reihenuntersuchungen auf die
Patientenergebnisse ausgewirkt hätten, einschließlich ihrer
kognitiven, geistigen und emotionalen Gesundheit oder sozialen
Funktions- und Planungsfähigkeit. Im Vergleich zur gegenwärtigen
Praxis wurden keine Vorteile festgestellt. Die Forscher rieten den
politischen Entscheidungsträgern dringend zur Vorsicht, bevor sie
Reihenuntersuchungen auf Demenz einführten, ohne dass deren Vorteile
und Risiken nachgewiesen worden wären. Die Alzheimer–s Association
empfiehlt eine gründliche ärztliche Untersuchung, sobald erste
Anzeichen von Problemen oder Veränderungen des Gedächtnisses entdeckt
werden. Informationen über die 10 Warnsignale der Alzheimerkrankheit
finden Sie unter www.alz.org.

Selbstberichtete Gedächtnisveränderungen könnten die frühesten
klinischen Indikatoren von Alzheimer sein

Vier Studien unterstützten die zunehmende Beweislage, dass der
subjektiv festgestellte Abbau kognitiver Fähigkeiten (SCD) – die
selbstberichtete Wahrnehmung von Problemen mit dem Gedächtnis oder
kognitiven Fähigkeiten – als ein gültiger klinischer Frühindikator
von Veränderungen des Gehirns und der kognitiven Fähigkeiten in Frage
kommt, die ein Zeichen der Alzheimerkrankheit sein könnten. Eine
Studie an kognitiv normalen Senioren zeigte einen signifikanten
Zusammenhang zwischen selbstberichteten Bedenken über ihre kognitiven
Fähigkeiten und einem durch PET-Scans nachgewiesenen Aufbau von
Beta-Amyloidprotein, dem Hauptbestandteil der für Alzheimer
charakteristischen Ablagerungen im Gehirn. Eine weitere Studie an
nahezu 4000 Pflegekräften im Alter von mindestens 70 Jahren ergab,
dass eine subjektive Sorge über das Gedächtnis ein Indikator eines
anschließenden Rückgangs der objektiv gemessenen Gedächtnisfähigkeit
sein könnte. Dies galt insbesondere für Träger des ApoE4-Gens, dem
stärksten bekannten genetischen Risikofaktor für die
Alzheimerkrankheit. In einer dritten Studie wurden ältere Erwachsene
über einen Zeitraum von durchschnittlich zehn Jahren jährlichen Tests
ihrer kognitiven Fähigkeiten unterzogen. Probanden, die eine
Veränderung ihres Gedächtnisses seit der letzten Untersuchung
meldeten, wurden bei Nachuntersuchungen nahezu doppelt so häufig mit
leichten kognitiven Störungen oder Demenz diagnostiziert als die, die
keine solche Veränderungen berichteten. Darüber hinaus gab eine
Gruppe von Alzheimerforschern auf der AAIC 2013 die Gründung der
Subjective Cognitive Decline Initiative (SCD-I) bekannt, die einen
neuen Rahmen für die SCD-Forschung entwickeln soll, mit Schwerpunkt
auf der präklinischen Phase der Alzheimerkrankheit.

Aktuelle Meldungen zu Alzheimertherapien

Vorläufige Ergebnisse von Studien über zwei neue potenzielle
Alzheimermedikamente

Es wurde vermutet, dass Amyloidablagerungen Mikrogliazellen, die
Erstlinien-Immunzellen im Gehirn, zur Produktion entzündlicher Stoffe
anregen, welche die Gehirnzellenschäden von Alzheimerpatienten
hervorrufen. Es wurde nachgewiesen, dass der Untersuchungswirkstoff
CHF5074 (Chiesi Pharmaceuticals), der entzündungshemmend wirkt, indem
er das Verhalten der Mikrogliazellen modifiziert, die Bildung von
Ablagerungen im Gehirn verhinderte und die von der Alzheimerkrankheit
hervorgerufenen Defizite im Mausmodell reduzierte. In einer
90-wöchigen klinischen Studie über CHF5074 zur Behandlung von
Patienten mit leichten kognitiven Störungen, welche nur auf
Sicherheit und Dosierungsfindung und nicht auf die Feststellung der
Wirksamkeit abzielte, zeigte eine Zwischenanalyse der kognitiven
Testergebnisse von 32 Patienten eine statistisch signifikante,
dosierungsabhängige Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten.
Probanden mit einer oder zwei Kopien des ApoE4-Gens, welches das
Alzheimerrisiko erhöht, schnitten bei zwei der kognitiven Tests
signifikant besser ab, als Patienten ohne ApoE4.

Die Wissenschaftler legten die Ergebnisse einer randomisierten,
doppelblinden placebokontrollierten Frühstadiumsstudie über den
experimentellen Beta-Sekretase-Hemmer MK-8931 (Merck) in der
Behandlung von Patienten mit leichter bis moderater
Alzheimerkrankheit vor. Beta-Sekretase ist eines von zwei Enzymen,
die Beta-Amyloid produzieren. Die Forscher fanden, dass das
Medikament in der höchsten Dosierung den Beta-Amyloid-Gehalt im
Liquor signifikant senkte. Die durchschnittliche Verringerung
gegenüber dem Ausgangswert war mehr als 80 Prozent. Den
Wissenschaftlern zufolge wurde das Arzneimittel generell gut
vertragen.

Zwei Studien über Alzheimer-Medikamente, die neue Ansätze
verfolgen

Allopregnanolon, auch als Allo bekannt, ist ein Neurosteroid, das
im Gehirn und Blutstrom vorkommt. In früheren Tierversuchsstudien
zeigte es vielversprechendes Potenzial als ein regeneratives Mittel,
das die Gehirnzellenbildung anregt und die kognitiven Funktionen bei
Alzheimer verbessert. Allo wird natürlich im Gehirn exprimiert und
erreicht im dritten Schwangerschaftstrimester eine relativ hohe
Konzentration. Auf der AAIC 2013 legten die Forscher das Konzept
einer klinischen Phase-1-Studie mit mehrfacher Dosierungssteigerung
vor, bei der Patienten, die mit leichten kognitiven Störungen infolge
einer leichten oder moderatem Alzheimerkrankheit diasgnostisiert
wurden, über einen 12-Wochen-Zeitraum wöchentliche Dosierungen von
Allo erhalten, um eine sichere und verträgliche Dosis zu ermitteln.
Zu den sekundären Zielen der Studie gehören die Prüfung der
kurzfristigen Auswirkungen einer Verabreichung von Allo auf die
kognitiven Fähigkeiten und MRI-Indikatoren der Alzheimer-Krankheit
sowie die Gewinnung von Informationen für eine nachfolgende
Konzeptbeweisstudie der Phase 2.

Forscher von Zinfandel und Takeda Pharmaceuticals International,
Inc. bereiten eine internationale Phase-3-Studie vor, die niedrig
dosiertes Pioglitazon als Mittel zur Verzögerung des Auftretens von
alzheimerbedingten leichten kognitiven Störungen untersuchen soll.
Pioglitazon ist in höheren Dosierungen zur Behandlung von
Typ-2-Diabetes zugelassen. In früheren Humanstudien wurde eine
Behandlung mit Pioglitazon mit reduzierten Indikatoren von
Gehirnentzündungen in Verbindung gebracht. Erstmals wird es sich bei
den Probanden um kognitiv normale Personen handeln, bei denen die
Variationen in den ApoE- und TOMM40-Genen vorliegen, die mit einem
erhöhten Alzheimerrisiko und früherer Symptombildung zusammenhängen.
Die Patientenaufnahme der Studie beginnt im Jahr 2013. Weitere Ziele
der Studie sind die Validierung der von NIA und der Alzheimer–s
Association vorgeschlagenen neuen Diagnosekriterien für leichte
alzheimerbedingte kognitive Störungen sowie die Zusammenstellung
einer geeigneten Serie von kognitiven Tests, die an allen
Studienstandorten weltweit effektiv sind.

Informationen zur AAIC

Die Alzheimer–s Association International Conference (AAIC) ist
die weltweit größte Konferenz ihrer Art. Sie bringt Forscher aus
aller Welt zusammen, um bahnbrechende Forschungsarbeiten und neue
Information zu den Ursachen, Diagnosen, Behandlungsmöglichkeiten und
Präventionsansätzen der Alzheimerkrankheit und mit ihr einhergehenden
Funktionsstörungen bekannt zu geben und zu erörtern. Die AAIC ist
Teil des Forschungsprogramms der Alzheimer–s Association und dient
als Katalysator für die Entwicklung neuer Erkenntnisse über die
Demenz und zur Förderung einer vitalen, kollegialen
Forschungsgemeinschaft.

Informationen zur Alzheimer–s Association

Die Alzheimer–s Association ist die weltweit führende freiwillige
Gesundheitsorganisation, die sich mit der Behandlung,
Patientenunterstützung und Erforschung der Alzheimerkrankheit
befasst. Unser Ziel ist es, die Alzheimerkrankheit durch
Forschungsfortschritte zu eliminieren, die Pflege und Unterstützung
aller Betroffenen zu gewährleisten und zu verbessern und das
Demenzrisiko durch die Förderung der Gehirngesundheit zu verringern.
Unsere Vision ist eine Welt ohne Alzheimer. Weitere Informationen
finden Sie unter www.alz.org oder wählen Sie die Rufnummer
800-272-3900.

Web site: http://www.alz.org/

Pressekontakt:
KONTAKT: Medienkontakt der Alzheimer–s Association®:
+1.312.335.4078, media@alz.org, Pressestelle der AAIC 2013 vom 13.
bis 18.
Juli: +1.617.954.3414

Weitere Informationen unter:
http://


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