Neues aus der Quantenwelt auf der Quantum Photonics am 5. und 6. Mai 2026 in der Messe Erfurt

Neues aus der Quantenwelt auf der Quantum Photonics am 5. und 6. Mai 2026 in der Messe Erfurt
 

Die Quanten- und Photoniktechnologien sind stark miteinander verzahnt – sei es in der Forschung, der Entwicklung oder der Anwendung. Dieser engen Verbindung trägt der anwenderorientierte Kongress mit FachausstellungQuantum Photonics Rechnung, der vom 5. bis 6. Mai 2026 zum zweiten Mal in der Messe Erfurt stattfindet. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden diskutiert, industrielle Anwendungen präsentiert, der Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis gefördert. Neben dem Fachkongress bietet eine Fachausstellung vielfältige Gelegenheiten, sich über die Quanten- und Photoniktechnologien zu informieren. Der englischsprachige Fachkongress gliedert sich in vier Forenthemen auf.

Quantum in Computing & AI

Quantentechnologie und die Künstliche Intelligenz ergänzen sich in besonderem Maße: Einerseits hilft die Künstliche Intelligenz bei der Verbesserung der Quantentechnologien, andererseits beschleunigen Quantencomputer das Fortschreiten der KI, indem sie komplexe Probleme lösen, an denen klassische Supercomputer scheitern. Schließlich können Quantenrechner unzählige Lösungspfade gleichzeitig berechnen und komplexe Systeme wie Moleküle und Materialien präzise modellieren. Auf diese Weise können sie riesige Datensätze schneller klassifizieren und Muster erkennen, die für klassische Hardware im Verborgenen bleiben. Im Forum „Quantum in Computing & AI“ stellen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Industrie am 5. Mai aktuelle Forschungen und Entwicklungen vor.

Vortragstitel, Referierende(r), Firma:

Progress on superconducting quantum processors at IQM, Jeroen Verjauw, IQM Quantum Computers

Individual Addressing of Molecular Carbene Spin-Qubits for Spin-Selective Single-Photon Emission, Dr. Matthias Pfender, NVision

Quantum for Cyber Security & Networks

Unsere Gesellschaft braucht sichere Kommunikation – Daten, Telefonate und E-Mails müssen vor unbefugtem Zugriff geschützt werden. Möglich machen sollen es verschiedene Verschlüsselungsverfahren wie die Public-Key-Verschlu?sselung und Schlu?sselaustausch-verfahren. Doch leistungsfähige Quantencomputer können diese Verfahren knacken. Wie also lassen sich Daten und Informationen auch in Zukunft schützen? Die Antwort lautet: Über Post-Quanten-Kryptographie (PQC) und Quantenschlüsselverteilung (Quantum Key Distribution, QKD). Welches Potenzial haben diese Verfahren? Welche Forschungsfragen gilt es noch zu klären, um der Anwendung den Weg zu ebnen? Diese und ähnliche Fragen werden Quanten-Kryptographie-Experten aus Forschung und Unternehmen auf der Quantum Photonics erörtern.

Vortragstitel, Referierende(r), Firma:

MuQuaNet – The quantum network in the Munich area, Dr. Nils gentschen Felde, University of the Bundeswehr Munich

Securing the Future: Evaluation and certification of QKD, Dr. Natalie Jung, TÜV Informationstechnik GmbH

Spooky Action at a Distance – A Practical Account of QKD Deployment and Operation, Dr. Alessandro Zannotti, Quantum Optics Jena

Highly Scalable, Cost-effective Quantum Key Distribution Systems with kbps Secure Key Rates, Dr. René Kirrbach, Fraunhofer Institute for Photonic Microsystems (IPMS)

Quantum for Defence & Space

Raumfahrt und Verteidigung sind derzeit von großen Veränderungen geprägt: Während die Raumfahrt zunehmend kommerzialisiert wird befindet sich die geopolitische Lage im Umbruch, die Sicherheitsgefährdungen nehmen zu. Wie stark die Gewichtung von Defence & Space zugenommen hat, zeigt sich unter anderem darin, dass die Bundesregierung diese beiden Bereiche in der Hightech Agenda Deutschland verankert hat, die im Juli 2025 veröffentlicht wurde. Einen wirkungsvollen Hebel, um diesen Veränderungen begegnen zu können, schaffen die Quantentechnologien. Insbesondere die Quantenkommunikation ist für die Bereiche Defence und Space von großer Bedeutung.

Vortragstitel, Referierende(r), Firma:

Space-Based Quantum Networks: Orchestration for Secure and Resilient Communications, Dr. Seid Koudia, University Luxembourg

QYRO project: Launching a Quantum Gyroscope for Space Applications, Dr. Lara Torralbo-Campo, Arda Atomics GmbH

Faint-Pulse Sources and Sub-systems for Next Generation Satellite QKD, Dr. Peter Schlosser, Fraunhofer UK Research Ltd

OGS Jena and a European Network of Optical Ground Stations for EAGLE-1, Dr. Matthias Goy, Fraunhofer Institute for Applied Optics and Precision Engineering IOF

Quantum for Instrumentation and Measurement

Anwendungen, die an der Grenze des theoretisch Möglichen liegen? Diese erhoffen sich Expertinnen und Experten im Bereich Instrumentation and Measurement von der Quantentechnologie. Beispielsweise könnten hochpräzise Messverfahren, die Quanteneffekte wie Superposition und Verschränkung nutzen, Sensorik und Bildgebung auf ein neues Level heben. Miniaturisierte Photonenquellen wiederum bieten die Chance für hochauflösende, schonende Quantenbildgebung in der Medizin oder auch für Messungen jenseits des Rauschens – was unter anderem für industrielle Fertigung und die Umweltüberwachung interessant sein dürfte. Spannende Neuigkeiten aus Forschung und Entwicklung präsentieren verschiedene Experten im Forum „Quantum for Instrumentation and Measurement“.

Vortragstitel, Referierende(r), Firma:

Superconducting single photon detectors for VIS to NIR wavelengths, Dr. Ronny Stolz, Leibniz Institute of Photonic Technology

Quantum Magnetometry – Current Status and exemplary implementations, Matthias Meyer, Supracon AG

Coffee Pitches: Ein offenes Vortragsforum

In den Kongresspausen bieten Forschende aus Universitäten, Fachhochschulen und Unternehmen den Messebesuchern, Kongressteilnehmenden und Ausstellern weitere Einblicke in die Welt der Quanten- und Photonikforschung. Ein abwechslungsreicher Treffpunkt für Besucher wie für Aussteller, an denen sich das Kaffeetrinken mit neuster Forschung und Austausch kombinieren lässt. Mit Beiträgen beteiligen sich das Fraunhofer IOF, Quantum Optics Jena, das CiS Forschungsinstitut für Mikrosensorik, X-FAB, codixx AG sowie PhoQS.

Kick-off für 3D-Nanolithographie- und Nanomessmaschine/ DFG-Projekt „3D-NLM-Maschine“

Mit herkömmlichen Verfahren können hochpräzise Nanostrukturen auf photonischen Bauteilen derzeit nur bis zu einer Größe von 30 Zentimetern hergestellt werden. Thüringer Forscherinnen und Forscher arbeiten nun an der Entwicklung einer neuen Maschine, die Nanostrukturen künftig auf bis zu einem Quadratmeter Ausdehnung realisieren kann – und das mit einer Positionierungsgenauigkeit, die kleiner als ein Atom ist. Das zugrundeliegende und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit vier Millionen Euro geförderte Forschungsprojekt startet im Rahmen der Quantum Photonics mit einem Kick-off am 6. Mai.

Thüringer Forscherinnen und Forscher wollen eine neue 3D-Nanolithographie- und Nanomessmaschine entwickeln, die künftig Bearbeitungen und Messungen von photonischen Bauteilen mit Abmessungen von bis zu 1 × 1 × 0,2 Metern ermöglichen wird. Das ist etwa drei Mal so groß, wie mit bisherigen Verfahren möglich. Die dafür erforderliche Entwicklungsarbeit haben Forschende des Fraunhofer-Institutes für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF aus Jena sowie des Institutes für Angewandte Physik (IAP) der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Technischen Universität Ilmenau nun im Rahmen eines von der DFG geförderten Projektes aufgenommen.

Im Rahmen der Quantum Photonics Erfurt stellen die Projektpartner TU Ilmenau, Fraunhofer IOF und IAP der Universität Jena das Entwicklungsvorhaben zur 3D-Nanolithographie- und Nanomessmaschine (kurz: 3D-NLM-Maschine) erstmals der Öffentlichkeit vor. Der gemeinsame Kick-off findet am 6. Mai von 13.00 bis 14.00 Uhr im Rahmen des Fachkongresses der Messe statt. Das gesamte Programm der Quantum Photonics im Überblick sowie Tickets für den Fachkongress mit Ausstellung gibt es online auf www.quantum-photonics.de.

Thüringen: Der Quanten-Standort in Deutschland

In Thüringen werden Optik und Quantentechnologie zusammengedacht – schließlich bietet insbesondere Jena eine langjährige Optik-Historie durch die ZEISS Gruppe und die Jenoptik AG, ergänzt von hochrangigen Forschungseinrichtungen wie dem Fraunhofer IOF und der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Zudem ist Thüringen ein Sensorland: Zahlreiche Technologieentwicklungen drehen sich um die Sensorik, sei es an der TU Ilmenau, der Friedrich-Schiller-Universität Jena oder auch in Unternehmen wie der UST Umweltsensortechnik GmbH in Geschwenda. „Thüringen hat das Potenzial, Mikroelektronik, Optik und Photonik eng zu verzahnen – und somit diese Schlüsseltechnologien für wichtige Anwendungsfelder der Quantentechnologien voranzubringen. “, sagt Dr. Gabriel Kittler, Geschäftsführer der X-FAB Semiconductor Foundries GmbH in Erfurt und Forensprecher „Quantum for Instrumentation & Measurement“ auf der Quantum Photonics. „Kurzum: Thüringen bietet eine starke Grundlage für die Quantenphotonik.“

rapid.tech 3D

Die rapid.tech 3D, Fokus-Event zu den vielfältigen industriellen Anwendungsmöglichkeiten des Additive Manufacturing, findet parallel zur Quantum Photonics vom 5. bis 7. Mai 2026 in Messehalle 2 statt. Da der Bereich der Additiven Fertigung insbesondere für viele optisch basierte Quantentechnologien Anwendung findet, wird die Verzahnung beider Kongress-, Foren- und Netzwerkbereiche Synergien für Aussteller und Besucher bringen.

Als größter Messe- und Kongressstandort in der Mitte Deutschlands hat sich die Messe Erfurt als Forum für Unternehmen, Wissenschaftler, Mediziner, Gewerkschaften und viele weitere Institutionen etabliert. Jährlich finden hier mehr als 220 Veranstaltungen, Kongresse und Tagungen, Messen und Ausstellungen, Firmenevents und Konzerte mit über 650.000 Besucherinnen und Besuchern statt. Mehr unter: www.messe-erfurt.de