Onlinehandel wächst im zweiten Quartal 2026 um 5,1 Prozent — und fast jeder dritte Käufer hat schon einen Chatbot nach Produkten gefragt

Onlinehandel wächst im zweiten Quartal 2026 um 5,1 Prozent — und fast jeder dritte Käufer hat schon einen Chatbot nach Produkten gefragt
 

Der deutsche Onlinehandel hat sich im Frühjahr spürbar erholt. Laut dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel wuchsen die Umsätze im zweiten Quartal 2026 um 5,1 Prozent, im ersten Halbjahr um 4,3 Prozent. Auf Online-Marktplätze entfielen zur Jahresmitte 11,5 Milliarden Euro. Anbieter aus Asien vereinten 5,3 Prozent aller Bestellungen auf sich, im Modesegment über 16 Prozent. Veröffentlicht wurden die Zahlen am 6. Juli 2026.

Die Kaufberatung wandert in den Chat

Der aufschlussreichste Wert der Erhebung betrifft nicht den Umsatz. Nach Angaben des Verbands haben 31,2 Prozent der Onlinekäuferinnen und -käufer bereits einen Chatbot um Produktempfehlungen gebeten; knapp sechs Prozent nutzten Künstliche Intelligenz bei der Informationssuche.

Zwischen beiden Zahlen liegt der Unterschied zwischen Ausprobieren und Gewohnheit. Wie sich daraus ein eigener Handelskanal entwickelt, behandeln Analysen zu den Chancen und Risiken KI-gestützter Kaufberatung.

Was der Verband ausweist

Der Bericht nennt für das erste Halbjahr 2026 folgende Werte:

Die Umsätze wuchsen im zweiten Quartal um 5,1 Prozent, im Halbjahr um 4,3 Prozent.

Auf Marktplätze entfielen zur Jahresmitte 11,5 Milliarden Euro.

Asiatische Plattformen erreichten 5,3 Prozent aller Bestellungen bei über 20 Prozent Umsatzzuwachs.

Im Modesegment kamen sie auf über 16 Prozent aller Bestellungen.

Waren des täglichen Bedarfs legten im Quartal um 10,1 Prozent zu, Versandapotheken um 13,9 Prozent.

Das Wachstum kommt aus dem Alltag

Auffällig ist, welche Warengruppen vorn liegen. Drogerieartikel mit 11,7 Prozent und Versandapotheken mit 13,9 Prozent wachsen deutlich stärker als Mode mit 4,4 Prozent.

Beide Gruppen eint, dass die Kaufentscheidung selten neu getroffen wird. Wer Verbrauchsgüter online bestellt, entscheidet einmal und wiederholt danach — genau der Vorgang, den eine automatisierte Empfehlung übernehmen kann.

„Eine Kaufberatung, die im Chat stattfindet, verschiebt die Schaufensterfrage. Sichtbar ist dann nicht mehr, wer die beste Seite hat, sondern wer im Text der Antwort vorkommt“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Wo die Bedienung selbst automatisiert wird

Die nächste Stufe betrifft nicht die Empfehlung, sondern die Ausführung. Wenn ein Programm Formulare ausfüllt und Bestellwege durchläuft, ändert sich der Umgang mit Warenkörben und Bezahlvorgängen grundlegend.

Erste Ansätze dazu sind beschrieben, etwa bei Assistenten, die den Browser selbst bedienen. Ob sich daraus ein verbreiteter Kanal entwickelt, ist offen.

Woran sich das zweite Halbjahr messen lässt

Der Verband erhebt die Zahlen quartalsweise. Der interessantere Wert wird nicht das Wachstum sein, sondern der Anteil der Bestellungen, die über eine Empfehlung entstanden sind.

Für Anbieter ist dieser Anteil die praktisch wichtigere Größe als das Umsatzwachstum. Bleibt er bei knapp sechs Prozent, war die Chatberatung ein Versuch. Wächst er zweistellig, verschiebt sich die Frage, wo ein Angebot überhaupt auffindbar sein muss.

Die Provimedia GmbH ist ein Online-Verlag mit Sitz in der Region Stuttgart. Wir schaffen wertvolle Informationen in unterschiedlichen Branchen um Wissen schnell und einfach zugänglich zu machen. Wir haben uns auf übersichtliche Webseiten und Auffindbarkeit von Informationen spezialisiert.