Pauschalzoll von 3 Euro trifft Geschenkbestellungen aus Drittstaaten: Der Zoll fertigte 2025 knapp 790 Millionen Warenpositionen ab

Pauschalzoll von 3 Euro trifft Geschenkbestellungen aus Drittstaaten: Der Zoll fertigte 2025 knapp 790 Millionen Warenpositionen ab
 

Geschenkbestellungen aus Drittstaaten sind seit dem 1. Juli 2026 zollpflichtig. Die Verordnung (EU) 2026/382 des Rates vom 11. Februar 2026 hat die Zollfreiheit für Sendungen mit einem Sachwert bis 150 Euro gestrichen. Bis zum 1. Juli 2028 gilt stattdessen ein Zollsatz von 3 Euro je Ware, sofern ein Anbieter sie an Verbraucher versendet – mit oder ohne die einzige Anlaufstelle (IOSS). Im Oktober 2026, kurz vor dem Weihnachtsgeschäft, trifft das Bestellungen bei Plattformen mit Versand aus Asien. Die Provimedia GmbH aus Bietigheim-Bissingen, Betreiberin einer Geschenksuche nach Person, Anlass und Budget, ordnet die Zahlen ein.

Die Größenordnung zeigt die am 12. Mai 2026 vom Bundesfinanzministerium veröffentlichte Jahresbilanz 2025 der Generalzolldirektion: Knapp 790 Millionen Warenpositionen mit einem Warenwert von rund 1,4 Billionen Euro fertigten die Zollämter 2025 ab. Allein bei Post- und Kuriersendungen aus dem Onlinehandel waren es laut der Bilanz rund 192 Millionen Warenpositionen mehr als 2024.

Warum der Pauschalzoll je Warenposition und nicht je Paket anfällt

Der Zollsatz von 3 Euro gilt nach Artikel 2 der Verordnung (EU) 2026/382 je Ware in einer Sendung, deren Sachwert insgesamt 150 Euro nicht übersteigt. Die Zollverwaltung erläutert auf ihrer Fachseite, dass jede angemeldete Position der Zollanmeldung gemeint ist: Zehn Paar Socken, zwei Kabelbinder und vier Hosen – jeweils gleich tarifiert – ergeben dort drei Positionen und 9 Euro. Nach Artikel 3 der Verordnung bewertet die Europäische Kommission bis zum 1. Oktober 2026 und danach monatlich, ob Handelsströme an der Regel vorbei umgelenkt werden.

„Der Preis auf der Produktseite ist seit Juli nicht mehr der Preis an der Haustür, sobald die Ware von außerhalb der EU kommt. Bei Kleinigkeiten unter zehn Euro wiegt der Zollsatz schwerer als jeder Rabatt. Für die Geschenksuche gehört der Versandweg deshalb neben das Budget“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Wie stark der Onlinehandel aus Drittstaaten die Zollämter beschäftigt

Die Generalzolldirektion führt den Anstieg ausdrücklich auf das Wachstum des internationalen Onlinehandels zurück. Zudem stellten die Zollämter 2025 laut der Bilanz 4,6 Millionen Produktfälschungen im geschätzten Wert von knapp 450 Millionen Euro sicher. Beim Zusteller wächst zugleich das Inlandsgeschäft: Der Logistikkonzern DHL Group meldete am 5. August 2026 für Post & Paket Deutschland im zweiten Quartal 2026 ein Umsatzplus von 1,8 Prozent auf 4,225 Milliarden Euro.

Welche Angaben Besteller vor dem Weihnachtsgeschäft 2026 prüfen sollten

Drei Angaben helfen bei einer Geschenkbestellung einzuschätzen, ob der angezeigte Preis der Endpreis bleibt:

der Versandort, denn der Pauschalzoll trifft nur Ware aus Drittstaaten; über 150 Euro gilt der reguläre Zolltarif

die Zahl der Warenkategorien in einer Sendung, weil der Betrag je Position und nicht je Paket anfällt

der Hinweis des Anbieters, ob die Einfuhrabgaben im Kaufpreis enthalten sind oder der Zusteller sie an der Tür verlangt

Die erste Bewertung der Kommission war bis zum 1. Oktober 2026 fällig, die Mengen des Jahres 2026 folgen mit der nächsten Jahresbilanz der Generalzolldirektion. Die vorstehenden Angaben geben eine allgemeine Information nach dem am 21. September 2026 abgerufenen Wortlaut der Verordnung (EU) 2026/382 und sind keine Rechtsberatung. Wie eine einzelne Sendung abgefertigt wird, klärt im Einzelfall das Hauptzollamt oder eine rechtliche Beratung.

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