Präventionskurse der Krankenkassen wirken über das Kursende hinaus: Bei mehr als 20 Prozent der Teilnehmenden gehen Beschwerden dauerhaft zurück

Präventionskurse der Krankenkassen wirken über das Kursende hinaus: Bei mehr als 20 Prozent der Teilnehmenden gehen Beschwerden dauerhaft zurück
 

Zertifizierte Bewegungskurse der gesetzlichen Krankenkassen verbessern den Gesundheitszustand über das Kursende hinaus. Das zeigt die Studie „Evaluation der individuellen verhaltensbezogenen Prävention im Handlungsfeld Bewegung“, die die Verbände der Krankenkassen am 2. Juli 2026 in Berlin gemeinsam vorgestellt haben. Nach der Befragung von 1.385 Teilnehmenden im Auftrag des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Spitzenverband) gingen bei mehr als 20 Prozent Beschwerden des Bewegungsapparates nachhaltig zurück. Im Oktober 2026 beginnen viele Kurse für das Winterhalbjahr; ob die Bewegung nach der letzten Kursstunde weitergeht, ist die offene Frage. Dort setzt die Fitness-App der Provimedia GmbH aus Bietigheim-Bissingen an, mit Kontinuitäts-Challenges und Wochenzielen für den Alltag nach dem Kurs.

Befragt wurde zu Kursbeginn, zum Kursende und sechs Monate danach. Zertifiziert werden die Kurse von der Zentralen Prüfstelle Prävention, einer Kooperation von Ersatzkassen, Betriebskrankenkassen, AOK, Innungskrankenkassen und Knappschaft.

Wer nach sechs Monaten noch von einem Bewegungskurs profitiert

Nach Angaben der Verbände berichteten 14 Prozent der Teilnehmenden ein halbes Jahr nach Kursende von einem nachhaltig besseren allgemeinen Gesundheitszustand, 15 Prozent bewegten sich sportlich mehr als zuvor. Der Anteil derer, die sich als glücklich bezeichneten, lag laut der Befragung sechs Monate nach dem Kurs knapp 13 Prozentpunkte über dem Wert zu Kursbeginn. Zu Kursbeginn klagten laut den Verbänden 80 Prozent der Teilnehmenden über bewegungsrelevante Beschwerden, im Bundesdurchschnitt sind es 55 Prozent. Wer ein Kursende überbrücken will, findet in der App der Provimedia GmbH eine Buddy-Funktion, mit der sich Trainingspartner mit ähnlichen Zielen finden.

Vier Kennzahlen zu den Präventionskursen der gesetzlichen Krankenkassen

Denselben Präventionsmarkt beschreiben die Verbände in ihrer Mitteilung vom 2. Juli 2026 mit weiteren Größen:

über 243 Millionen Euro haben die Krankenkassen 2025 in verhaltensbezogene Präventionskurse investiert

mehr als 1,8 Millionen Menschen nehmen jährlich an zertifizierten Kursen teil

40 Prozent der Präsenzkurse werden von Menschen über 60 Jahren besucht

nur 5 Prozent der Teilnehmenden kamen über eine ärztliche Präventionsempfehlung zum Kurs

Der Sport außerhalb der Kurse wächst parallel. Nach der Bestandserhebung des Deutschen Olympischen Sportbundes vom 11. November 2025 zählten die rund 86.000 Sportvereine zum Stichtag 1. Januar 2025 etwa 29,3 Millionen Mitgliedschaften, laut Sportbund 2,18 Prozent mehr als im Jahr davor.

Welche Rolle die Zeit nach der letzten Kursstunde spielt

„Die Studie misst den Effekt sechs Monate nach der letzten Kursstunde, und genau dort entscheidet sich, ob aus einem Kurs eine Gewohnheit wird. Ein Kurs gibt Termin, Gruppe und Anleitung vor; danach fehlen alle drei auf einmal. Wer sich für diese Phase einen kleinen nächsten Schritt und Menschen sucht, die mitziehen, wartet nicht auf den nächsten Kurs“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Die nächste Bestandserhebung des Deutschen Olympischen Sportbundes mit dem Stichtag 1. Januar 2026 wird erfahrungsgemäß im November 2026 erwartet. Wer einen Kurs für das Winterhalbjahr sucht, findet zertifizierte Angebote über die Kurssuche der Zentralen Prüfstelle Prävention; die Kosten können die gesetzlichen Krankenkassen je nach Kasse anteilig oder ganz erstatten.

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