Rörig kritisiert Aufarbeitung im Missbrauchsskandal der katholischen Kirche

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm
Rörig, hat eine konsequentere Aufarbeitung der Sexualverbrechen in der
katholischen Kirche gefordert.

“Ich finde, das darf jetzt keine große Hängepartie mehr sein, das ist für die
Betroffenen unzumutbar”, sagte Rörig am Dienstag im ARD-Mittagsmagazin.

Zehn Jahre nach dem Bekanntwerden des Missbrauchsskandals in katholischen
Einrichtungen erwartet Rörig dabei mehr Tempo. Missbrauchsopfer kritisieren seit
Jahren, dass die Kirche bislang keine unabhängige Studie zu den Sexualverbrechen
von Priestern und Kirchenvertretern vorgelegt hat. Auch warten viele Opfer noch
auf Entschädigungen und klare Konsequenzen für die Täter.

“Dafür sind unabhängige Aufarbeitungskommissionen in den einzelnen Bistümern, in
den einzelnen Diözesen so dringend erforderlich”, sagte Rörig. Es sei wichtig,
dass bis zum Sommer dieses Jahres die Grundlage für eine umfassende Aufklärung
und eine unabhängige Aufarbeitung in allen Diözesen geschaffen werde, so Rörig.

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