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Studie: Deutsche Spezialchemiebranche gerät unter Wettbewerbsdruck

Die deutsche Spezialchemie muss ihre Komfortzone
verlassen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Ursache: Der
technologische Vorsprung verringert sich. Anbieter aus
Schwellenländern gewinnen Marktanteile in Europa und entwickeln sich
zu ernsthaften Konkurrenten. Während aber erfolgversprechende
Strategien deutscher Spezialchemieunternehmen für eine international
ausgerichtete Markterweiterung häufig fehlen, wächst parallel der
Kosten- und Optimierungsdruck am Standort Deutschland. Dies sind
zentrale Ergebnisse der heute veröffentlichten Studie sowie eines
umfangreichen Themendossiers „Die Zukunftsfähigkeit der deutschen
Spezialchemie“ des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater
(BDU), die von vier Mitgliedsfirmen als Thinktank mit
Spezial-Know-how in der Chemiebranche verfasst wurden. Insgesamt 160
Manager von deutschen Spezialchemieunternehmen gaben in der Befragung
ihre Einschätzung ab, welche Relevanz sie vorgegebenen Thesen in den
fünf untersuchten Handlungsfeldern Innovation, Produktion,
Wertschöpfungsstrukturen, Profitabilität und Internationalisierung
beimessen und in welchem Maße sie ihr eigenes Unternehmen im Hinblick
auf die daraus resultierenden Herausforderungen vorbereitet sehen.
Die Abweichungen fallen teilweise erheblich aus.

98 Prozent der befragten Chemiemanager (davon 64 Prozent mit hoher
Relevanz) sind der Meinung, dass der einheimische Chemiestandort über
eine optimierte Wertschöpfung attraktiver gestaltet werden muss. Das
Problem: Lediglich 36 Prozent bewerten ihr eigenes Unternehmen in
dieser Hinsicht schon als zukunftsorientiert aufgestellt.

75 Prozent messen der Entwicklung einer innovationsfördernden
Unternehmenskultur einen hohen Stellenwert zu. Aber 45 Prozent
bemängeln bei der Beurteilung des eigenen Unternehmens erhebliche
Defizite. Für 96 Prozent besitzen Entwicklungspartnerschaften mit
Hochschulen und Forschungseinrichtungen einen hohen Stellenwert.
Anlass zur Sorge gibt allerdings, dass sich aktuell nur 38 Prozent
gut gerüstet sehen.

Kenntnisse der Wachstumspotenziale und Absatzchancen in den
Schwellenländern besitzen für 68 Prozent eine hohe und für 29 Prozent
der Chemiemanager eine mittlere Relevanz. Über die Hälfte gibt in der
Selbsteinschätzung allerdings an, noch nicht über einen ausreichenden
Wissensstand zu verfügen. 91 Prozent finden es wichtig, dass ihre
Führungs- und Kommunikationsstrukturen auf die internationalen
Anforderungen ausgerichtet sind. Nur 39 Prozent sehen sich hier schon
optimal aufgestellt.

Um den zunehmenden Kosten- und Margendruck abzuschwächen,
befürworten 92 Prozent eine kundenspezifische Individualisierung der
eigenen Produkte. Nur knapp die Hälfte fühlt sich hier schon gut
gerüstet. 90 Prozent der Befragten halten es für relevant,
Verbesserungspotenziale durch differenzierte Geschäftsprozesse zu
nutzen. Allerdings besitzen 60 Prozent noch keine klare Einschätzung
zu einer erfolgversprechenden Ausrichtung.

97 Prozent (davon 70 Prozent mit hoher Relevanz) sind der Meinung,
dass die funktions- und unternehmensübergreifenden Prozesse
konsequent an den Bedürfnissen der Kunden ausgerichtet sein müssen.
Doch nur 38 Prozent sehen ihr eigenes Unternehmen auf dem richtigen
Weg. Die Wertschöpfungskette durchgängig zu digitalisieren halten 91
Prozent für wichtig, aber mehr als die Hälfte fühlt sich zurzeit
nicht gut vorbereitet.

Aus Sicht der BDU-Thinktank-Experten müssen die Unternehmen der
Spezialchemie besonders die folgenden Herausforderungen beachten und
unternehmerische Zukunftslösungen vorantreiben:

1. Die Verbesserung der Attraktivität des Spezialchemiestandortes
Deutschland muss über eine Wertschöpfungsoptimierung erfolgen.

2. Viele Unternehmen besitzen keine
Internationalisierungsstrategie, sie müssen aber raus aus ihrer
nationalen Komfortzone.

3. Ohne tiefe Marktkenntnisse der Schwellenländer sind
internationale Engagements sehr risikobehaftet.

4. Unternehmen der Spezialchemie müssen ihre innovationsfördernde
Unternehmenskultur schärfen.

5. Kooperationen, z.B. mit Forschungseinrichtungen oder Start-Ups,
sind zunehmend erfolgsentscheidend.

6. Neue, kundenspezifische Produkte und Dienstleistungen sind
Voraussetzung für künftiges profitables Wachstum.

7. Auch künftig werden Kostensenkungs- und
Effizienzsteigerungsinitiativen notwendig sein. Hier sind zunehmend
neue, innovative Herangehensweisen gefragt.

8. Besonders die Unternehmen der mittelständischen Spezialchemie
müssen das Arbeiten in geschlossenen organisatorischen Einheiten
aufgeben.

9. Die Auswertung und Analyse von Kundendaten bieten die Chance
für individualisierte Angebote und sind extrem erfolgsrelevant.

10. Ohne aktives Partnerschaftsmanagement werden mögliche
Wettbewerbsvorteile nicht genutzt.

Download Pressemitteilung, Studie, Thinktank-Themendossier sowie
Infografik unter:

https://www.bdu.de/thinktank-chemie

Hintergrund Studie und Thinktank-Themendossier: Das Themendossier
„Die Zukunftsfähigkeit der deutschen Spezialchemie“ wurde von einem
BDU-Thinktank-Team bestehend aus vier Mitgliedsunternehmen –
BearingPoint, drpetriconsulting, SEDLÁK & PARTNER sowie CMC² GmbH –
mit ausgewiesener Expertise in der Chemiebranche durchgeführt und
versteht sich als Leitfaden für die Top-Etagen der deutschen
Spezialchemie. Die Studienbefragung erfolgte mit besonderer
Unterstützung von SEDLÁK & PARTNER. Der Untersuchungsschwerpunkt lag
hier auf den Handlungsfeldern Innovation, Produktion,
Wertschöpfungsstrukturen, Profitabilität und Internationalisierung.
Das Thinktank-Team hat hierzu Thesen formuliert und von rund 160
Managern deutscher Spezialchemieunternehmen validieren lassen.

Pressekontakt:
Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. I www.bdu.de
Klaus Reiners I Pressesprecher
T +49 (0) 228 9161-16 oder 0172 23 500 58, klaus.reiners@bdu.de

Original-Content von: BDU Bundesverband Deutscher Unternehmensberater, übermittelt durch news aktuell

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