Studie: Essensgutscheine stärken regionale Wirtschaft und entlasten Beschäftigte

München, 15. Oktober 2026 – Essensgutscheine gewinnen in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten deutlich an Bedeutung. Sie sind nicht nur eine Entlastung für Beschäftigte im Alltag, sondern wirken auch messbar auf lokale Wirtschaftskreisläufe. Eine aktuelle Analyse von Prognos im Auftrag von Edenred Deutschland zeigt: 357 Millionen Euro zusätzliche Kaufkraft fließen jährlich durch Essensgutscheine in die deutsche Wirtschaft. Zudem profitieren öffentliche Haushalte und lokale Anbieter von Restaurants bis zu Supermärkten vom resultierenden Konsumverhalten. Gleichzeitig greifen laut Umfrage zwei Drittel der Beschäftigten dank der Gutscheine zu hochwertigeren Lebensmitteln.

Wirkung von Essensgutscheinen
Mit dem Verpflegungszuschuss können Arbeitgeber das Mittagessen ihrer Beschäftigten mit bis zu 7,67 Euro pro Arbeitstag bezuschussen und so einen zusätzlichen Anreiz für die Mittagspause schaffen. Die Essensgutscheine können von Mitarbeitenden in Restaurants, Imbissen, Bäckereien und Supermärkten eingelöst werden. Insgesamt generieren die Essensgutscheine eine zusätzliche Kaufkraft von 357 Millionen Euro und stärken so die lokale Wirtschaft. Laut der Beschäftigtenbefragung aus dem Jahr 2023 entlasten die Essensgutscheine die Lebensmittelbudgets (80 Prozent) und fördern den Kauf höherwertiger Lebensmittel (64 Prozent).

Auch bei der Wertschöpfung zeigt die aktuelle Studie eine lokale Wirkung: Essensgutscheine erhöhen die volkswirtschaftliche Wertschöpfung um 207 Millionen Euro. Jeder Euro Nennwert generiert somit ein zusätzliches Einkommen von 58 Cent. 54 Prozent der Effekte entstehen direkt in Einzelhandel und Gastgewerbe, 30 Prozent indirekt bei Zulieferern und 16 Prozent durch induzierte Effekte (die Auswirkungen auf nachgelagerte Konsumgüterbranchen). Auch auf die Beschäftigung hat dies Auswirkungen: Pro 98 Nutzenden von Essensgutscheinen wird ein Arbeitsplatz gesichert.

Positive Effekte für öffentliche Haushalte
Neben Kaufkraft und Wertschöpfung profitieren auch die öffentlichen Haushalte: Die zusätzliche wirtschaftliche Aktivität führt zu Staatseinnahmen von 119 Millionen Euro pro Jahr. Dies entspricht 33 Cent je Euro zusätzlicher Kaufkraft. Werden zusätzlich die Einnahmen aus der Besteuerung des geldwerten Vorteils der Essensgutscheine berücksichtigt, steigt der fiskalische Gesamteffekt auf 199 Millionen Euro. Die Einnahmen setzen sich insbesondere aus Gütersteuern, Einkommen- und Lohnsteuern sowie Sozialbeiträgen zusammen.

Großes Potential der Nutzung
Obwohl Essensgutscheine nachweislich wirtschaftliche Impulse setzen, ist ihre Verbreitung in Deutschland bislang gering: Nur rund ein Prozent der Unternehmen und folglich circa 350.000 Beschäftigte nutzen diese betriebliche Sozialleistung. Gleichzeitig zeigt die Studie ein deutlich größeres Potential, ein Blick in die Nachbarländer unterstreicht dies: Während die Nutzungsquote in Österreich bei rund drei Prozent liegt, erhalten in Frankreich 20 Prozent der Beschäftigten Essensgutscheine. Würde die Nutzungsquote in Deutschland auf das österreichische Niveau von rund drei Prozent wachsen, entspräche dies einer Million Beschäftigten mit Essensgutscheinen. Dies würde die Bruttowertschöpfung auf 593 Millionen Euro und die Staatseinnahmen auf 339 Millionen Euro steigen lassen. Bei Hochrechnung auf die Nutzungsquote aus Frankreich von einem Fünftel der Beschäftigten würden in Deutschland sechs Millionen Menschen Essensgutscheine von ihren Arbeitgebern erhalten. Hier wäre eine Wertschöpfung von 3,6 Milliarden Euro und zusätzliche Staatseinnahmen in Höhe von zwei Milliarden Euro möglich.

Weiterentwicklung des Rechtsrahmens
Um das Potential der Essensgutscheine besser auszuschöpfen, gibt es laut Prognos verschiedene Ansatzpunkte. Dazu gehören die Weiterentwicklung und Vereinfachung des Rechtsrahmens sowie mehr Flexibilität in der Nutzung. Die Möglichkeit, mehrere Gutschein-Einlösungen pro Tag zu erlauben, würde die Attraktivität der betrieblichen Sozialleistung weiter steigern und insbesondere die Nutzung im Gastgewerbe stärken.

Nicole Mantow, Geschäftsführerin Edenred Deutschland, kommentiert: „Essensgutscheine verbinden soziale Wirkung mit wirtschaftlichem Nutzen. Sie entlasten Beschäftigte bei den täglichen Verpflegungskosten und stärken gleichzeitig genau die Branchen, die für lebendige Innenstädte und lokale Versorgung besonders wichtig sind.“

Dr. Stefan Moog, Senior Experte bei Prognos, ergänzt: „Unsere Studie zeigt: Essensgutscheine sind weit mehr als eine Sozialleistung. Sie stärken die Kaufkraft, sichern Arbeitsplätze und beleben die lokale Wirtschaft. Schon heute schaffen sie jährlich rund 207 Millionen Euro zusätzliche Wertschöpfung und 119 Millionen Euro zusätzliche Staatseinnahmen. Bei einer stärkeren Verbreitung wäre der wirtschaftliche Nutzen noch erheblich größer. Deutschland lässt hier ein großes Potenzial ungenutzt.“

Die komplette Studie zum Download unter diesem Link: https://www.edenred.de/presse/pressemitteilungen/prognos-studie-essensgutscheine-10-2026

Über die Studie
Die Analyse „Wirtschaftliche Auswirkungen von (digitalen) Essensgutscheinen in Deutschland“ wurde von Prognos im Auftrag von Edenred Deutschland im September 2026 erstellt. Sie untersucht die Effekte von Essensgutscheinen auf Kaufkraft, Wertschöpfung, Beschäftigung und öffentliche Haushalte in Deutschland.