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Union Investment-Fondsmanager Andre Köttner lehnt Finanztransaktionssteuer ab

Köttner im –Börse Online— Interview: „Ich halte
nichts von einer solchen Abgabe“ / Kritik an der Schnelllebigkeit der
Finanz-Branche / Vermögensverwalter für schlechtes Branchen-Image mit
verantwortlich / Politik hat bislang gezielte Finanzbildung der
Bundesbürger versäumt

Der Fondsmanager Andre Köttner von Union Investment lehnt die
Einführung einer Finanztransaktionssteuer ab. „Ich halte nichts von
einer solchen Abgabe“, sagte Köttner im Interview mit dem
Anlegermagazin –Börse Online– (Ausgabe 30/2012, EVT 19. Juli). „Würde
eine solche Steuer nur in einigen Euro-Staaten eingeführt werden,
dann nimmt der Geldstrom eben den Weg über London, New York oder
Hongkong“, gab der Manager des Aktienfonds Uniglobal zu bedenken.
„Und dann hätte man keinen Euro an Steuereinnahmen gewonnen, aber
einen Markt zerstört.“

Zugleich kritisierte Köttner die Schnelllebigkeit der
Finanz-Branche. „Unsere Branche ist immer kurzatmiger geworden“,
stellte er fest. „Analysten lesen an der Körperhaltung des CEO die
Unternehmensaussichten ab, gerechnet wird nur noch von Quartal zu
Quartal – die Aktie wird gekauft und im Zweifelsfall sofort wieder
abgestoßen“, ereiferte sich der Fondsmanager. „Und wenn China in den
vergangenen 20 Jahren um zehn Prozent pro Jahr zugelegt hat und
dieses Wachstum dann auf einmal auf fünf Prozent sinkt, schreien alle
nach einem Konjunkturpaket.“ Mit Aktionismus habe die Politik in
vielen Ländern versucht, die Krise zu beenden. „Allerdings haben wir
dadurch das Problem noch größer gemacht, da bisher die notwendige
Bereinigung ausgeblieben ist.“

Am schlechten Image der Finanz-Branche haben Köttner zufolge auch
Vermögensverwalter ihren Anteil. Die Beratung orientiere sich oft
nicht genügend an der finanziellen Situation sowie den Zielen und
Bedürfnissen der Kunden. Auf der anderen Seite gebe es auch schwarze
Schafe, die nur auf Provisionen und das schnelle Geld aus seien. „Das
Image der gesamten Branche hat gelitten, es muss sich einiges
ändern“, forderte der Uniglobal-Manager gegenüber –Börse Online–.
Begünstigt würden die Fehlentwicklungen durch grundlegende
Versäumnisse der Bildungspolitik. „Alles, was mit Finanzen oder
Versicherungen zu tun hat, müssen sich Menschen selbst aneignen“,
kritisierte Köttner. An den Schulen finde dieser ganze Bereich nicht
statt. „Das ist ein wichtiger Aspekt im Leben, aber man wird darauf
nicht vorbereitet.“

Pressekontakt:
Katharina Grimm, Redaktion G+J Wirtschaftsmedien
Tel.: 0 69/15 30 97 -7 28, Fax: 0 69/15 30 97 -7 99
E-Mail: grimm.katharina@guj.de
www.boerse-online.de

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