
Seit der Übernahme durch Broadcom verkauft VMware im Wesentlichen gebündelte Subscriptions statt einzelner Produkte, abgerechnet pro Core. Für Kunden, die vor allem Servervirtualisierung betreiben, bedeutet das: Sie bezahlen Bestandteile mit, die sie nie in Betrieb nehmen. Vor einer Verlängerung lässt sich das begrenzen, allerdings nur mit belastbaren eigenen Zahlen.
Schritt 1: Die Feature-Nutzung ehrlich erheben
Am Anfang steht die Frage, welche Bestandteile produktiv genutzt werden. Netzwerkvirtualisierung, softwaredefinierter Speicher, Automatisierung und Disaster-Recovery-Funktionen sind in den Paketen enthalten, laufen aber in vielen Umgebungen nicht oder nur in Testinstallationen. Installiert ist nicht gleich genutzt, und für die Verhandlung zählt nur, was tatsächlich in Betrieb ist.
Aus dieser Erhebung ergibt sich, welches Paket überhaupt passt und welche Zusatzkomponenten aus dem Angebot gestrichen werden können.
Schritt 2: Cores und Cluster vor dem Renewal aufräumen
Da pro Core abgerechnet wird, wirkt jede unnötige Kapazität dauerhaft auf den Preis. Vor dem Angebot lohnt deshalb der Blick auf verwaiste virtuelle Maschinen, überdimensionierte Cluster, getrennt lizenzierbare Test- und Entwicklungsumgebungen und auf die Frage, ob eine Konsolidierung auf weniger Hosts machbar ist.
Wichtig ist außerdem die Core-Dichte der Hardware. Ein Serverwechsel auf Prozessoren mit mehr Kernen erhöht die Lizenzmenge, auch wenn die Arbeitslast gleich bleibt. Wer einen Hardware-Refresh plant, rechnet die Lizenzfolgen vorher durch.
„Das Angebot des Herstellers beschreibt die heutige Umgebung, nicht den tatsächlichen Bedarf. Wir sehen regelmäßig Kunden, die zehn bis zwanzig Prozent ihrer Kapazität gar nicht brauchen. Diese Aufräumarbeit gehört vor die Verhandlung, nicht danach“, sagt Markus Oberg, Partner und Business Development Manager der ProLicense.
Schritt 3: Alternativen als Druckmittel aufbauen
Ein Angebot lässt sich nur verändern, wenn es eine Alternative gibt. In Frage kommen der Wechsel auf eine andere Virtualisierungsplattform, die Verlagerung einzelner Workloads oder, bei vorhandenen unbefristeten Lizenzen, der Betrieb ohne Herstellersupport mit einem Drittanbieter. Glaubwürdig wird das nur mit einer echten Analyse: Welche Workloads ließen sich in welchem Zeitraum verlagern, zu welchen Kosten und mit welchem Risiko?
ProLicense hat die Risiken einer Migration auf Nutanix in einer eigenen Meldung dargestellt. Für die Verhandlung gilt: Eine geprüfte Alternative wirkt, eine angedrohte nicht.
In der Verhandlung: Laufzeit und Klauseln
Neben Preis und Menge gehören die Vertragsbedingungen auf den Tisch. Dazu zählen die Laufzeit, die Preisentwicklung bei der nächsten Verlängerung, die Möglichkeit, Mengen bei sinkendem Bedarf zu reduzieren, und die Konditionen für Wachstum während der Laufzeit. Eine mehrjährige Bindung kann sinnvoll sein, aber nur mit einer Regelung für den Fall, dass die Umgebung schrumpft.
„Wer bei der Verlängerung nur über Rabatt spricht, verschenkt den größeren Hebel. Der liegt in der Menge und in den Klauseln für die nächsten Jahre“, sagt Christian Grave, Geschäftsführer der ProLicense.
Anfragen nimmt ProLicense über die Kontaktseite entgegen.
ProLicense berät seit 2009 Unternehmen im Software License Management, unabhängig von Oracle, Microsoft, VMware und allen anderen Herstellern. Die Gründer Sören Reimers (Rechtsanwalt) und Christian Grave (Diplom-Kaufmann) waren jeweils über acht Jahre bei Oracle tätig. ProLicense unterstützt bei Software-Audits, Lizenzverhandlungen und ULA-Zertifizierungen, beim Wechsel zu Drittsupport für Software, Hardware und End-of-Life Open Source sowie beim Umstieg auf Alternativen wie Azul, Payara oder Nutanix. Als Reseller von HeroDevs bietet ProLicense Never-Ending Support für abgekündigte Open-Source-Software an. Gebrauchte Lizenzen kauft und verkauft ProLicense direkt. Die Vergütung erfolgt erfolgsbasiert direkt durch den Kunden, ohne Zahlungen von Herstellern. Ziel jedes Mandats: minimale Kosten bei voller Compliance. Mehr unter www.prolicense.com.
