Wirtschafts-Akademie: Verschmelzung von KI und Robotik wird unterschätzt

Wirtschafts-Akademie: Verschmelzung von KI und Robotik wird unterschätzt
 

Bonner Wirtschafts-Akademie (BWA) und Diplomatic Council Publishing veröffentlichen neues Buch: „Die 5. Revolution: KI + Roboter“ (ISBN 978-3-98674-201-0)

Politik und Wirtschaft konzentrieren sich beim Thema Künstliche Intelligenz zu stark auf die heute allgegenwärtigen generativen KI-Systeme und vernachlässigen das Zusammenwachsen von KI und Robotik, das zu einer neuen Ära der physischen KI (Physical AI) führen wird. Diese These vertreten die Geschäftsführer der Bonner Wirtschafts-Akademie (BWA), Harald Müller und Astrid Orthmann, in ihrem neuen Buch „Die 5. Revolution: KI + Roboter – Wie Künstliche Intelligenz und Robotik unseren Alltag, unser Arbeitsleben und unsere Gesellschaft verändern“ (ISBN 978-3-98674-201-0). Auf 228 Seiten legen die beiden Autoren dar, wie die Verschmelzung von Künstlicher Intelligenz und Robotern eine Welle auslösen wird, die sie als „neue industrielle und gesellschaftliche Revolution“ bezeichnen.

Die Kernaussage des Werkes: Der gegenwärtige KI-Hype rund um ChatGPT, Gemini, Claude, Perplexity oder Grok ist erst der Anfang. Der eigentliche Umbruch beginnt dort, wo KI den Bildschirm verlässt und direkt in der realen Welt handelt – in Form von Robotern, autonomen Fahrzeugen, intelligenten Maschinen, Smart Cities und KI-gesteuerten Infrastrukturen.

„Wir stehen an der Schwelle zur Real-World AI“, schreiben Harald Müller und Astrid Orthmann. Gemeint ist damit eine neue Generation von Systemen, die nicht nur Informationen liefern, sondern eigenständig handeln, lernen und Entscheidungen treffen. Anders als frühere Digitalisierungswellen greifen diese Technologien unmittelbar in die physische Welt ein.

Die fünf technologischen Revolutionen

Harald Müller und Astrid Orthman erklären ihren Titel „Die 5. Revolution“ wie folgt: erste (industrielle) Revolution: Mechanisierung durch Dampf und Maschinen; zweite Revolution: Elektrifizierung und Massenproduktion; dritte Revolution: Computer, Digitalisierung und Automatisierung durch IT; vierte Revolution: Internet, Cloud, Smartphones (mobiles Internet); fünfte Revolution: Künstliche Intelligenz in allen Ausprägungen.

Die Autoren erklären dazu: „Unabhängig davon, ob man dieser Zählweise zustimmt oder eine andere Zuordnung bevorzugt, lässt sich feststellen: Jede dieser Entwicklungen brachte einen dramatischen Umbruch mit sich. Die Dampfmaschine löste die industrielle Revolution als Basis unseres heutigen Wohlstands aus. Der Strom stellt das Fundament unserer modernen Gesellschaft dar. Computer haben eine Automatisierung zuvor unvorstellbaren Ausmaßes ermöglicht. Das Internet hat Computerleistung weltweit verteilt und damit die digitale Disruption herbeigeführt. Das Smartphone als Universalcomputer mit ständiger Verbindung zum mobilen Internet ist die aktuelle Inkarnation dieser Entwicklung. Künstliche Intelligenz wird ähnlich gravierende Folgen nach sich ziehen, wobei die heutigen KI-Tools nur die ersten Vorboten mehrerer Veränderungswellen sind, die auf uns zurollen.“

Humanoide Roboter im Anmarsch

Ausführlich stellen die Autoren die aktuellen und voraussehbaren Entwicklungen humanoider Roboter dar. Das Spektrum reicht vom „Robo-Sapiens“ Atlas von Boston Dynamics und dem Roboter-Hund Spot über Teslas Optimus und den Lieferroboter Sprout von Amazon bis hin zu mehr als hundert Roboter-Modellen aus chinesischer Fertigung. Harald Müller sagt: „Viele dieser Roboter sind bislang nur in China und den USA und überwiegend zurzeit nur in kleinen Stückzahlen verfügbar. Deshalb nehmen wir diese Entwicklung in Europa noch gar nicht richtig wahr. Darin steckt die Chance, uns heute darauf vorzubereiten, statt morgen davon überrascht zu werden.“

Das gelte analog für selbstfahrende Autos, denen in dem Buch ein eigenes Kapitel gewidmet ist. „Autonome Fahrzeuge sind KI-Roboter auf vier Rädern“, stellt Harald Müller den Zusammenhang her. Aber sie seien derzeit ausschließlich in US-Städten und chinesischen Metropolen unterwegs. „Es spricht Bände, dass ausgerechnet das Autoland Deutschland der Entwicklung hinterherhinkt“, konstatiert Harald Müller. Selbst die Premium-Marke Mercedes sei bei der neuen Generation der KI-gesteuerten Fahrzeuge auf US-Hilfe angewiesen: Die Stuttgarter stützen sich dabei auf die Technologie des US-amerikanischen Chipriesen Nvidia. BMW setzt auf die US-Konkurrenz Qualcomm, VW auf die Technologie von MobileEye aus Israel.

„KI zwingt uns grundlegend neu zu denken“ (SAP)

Besondere Aufmerksamkeit widmet das Werk den konkreten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen. „KI zwingt uns, grundlegend neu zu denken, wie Unternehmen in Zukunft arbeiten werden“, wird SAP-Chef Christian Klein in dem Buch zitiert. Prognosen gehen davon aus, dass bis 2028 mehr als eine Milliarde sogenannte KI-Agenten weltweit eingesetzt werden könnten, etwa zur Automatisierung von Arbeitsabläufen, zur Optimierung von Kundendienstleistungen und künftig mit KI-Robotern auch zur Steigerung der Produktivität in der Fertigung. „Dann wird der Begriff vom AI Agent zu einem Synonym für Roboter mit Agentic AI werden“, blickt Harald Müller in die Zukunft.

Er und seine Co-Autorin Astrid Orthmann haben sich die Mühe gemacht, praktisch alle relevanten KI-Studien von Universitäten und Beratungsgesellschaften auszuwerten und die wichtigsten Erkenntnisse im Buch zusammenzufassen. Hinzu kommt eine eigene Erhebung in Deutschland, die die Bonner Wirtschafts-Akademie gemeinsam mit der Denkfabrik Diplomatic Council (DC) und der Industriegewerkschaft IGBCE (Bergbau, Chemie, Energie) durchgeführt hat. Ein Schlüsselergebnis: Die KI-Durchdringung nicht nur in den Computersystemen, sondern weit darüber hinaus in der realen Welt, wird viel schneller erfolgen als gemeinhin angenommen. Laut BWA/DC/IGBCE-Studie wird KI spätestens 2027 mehr oder minder zum Büroalltag gehören, vergleichbar der Office-Software von Microsoft. Der Einzug in Fertigungshallen im großen Stil wird ab 2030 erwartet.

Human-in-the-Loop verlangsam jedweden Prozess

„Menschenleere Fabrikhallen, in denen die Produktion allein durch Roboter auf Hochtouren läuft, werden schon in den nächsten 15 Jahren entstehen. Diese Geisterfabriken der Zukunft werden mit den heutigen Produktionsanlagen so viel gemeinsam haben wie ein modernes Automobil mit einer Pferdekutsche“, heißt es im Buch. Für diese vollautomatisierten Fertigungsstätten würden nur noch zehn Prozent des heutigen Personalstamms benötigt. Das Konzept der Mensch-Roboter-Kollaboration (Cobotics) werde sich in der Produktion auf Dauer nicht durchsetzen, prognostizieren Harald Müller und Astrid Orthmann. Ihre Begründung: Wenn in einer Fertigungshalle ausschließlich Roboter am Werk sind, können diese zwei- bis fünfmal schneller arbeiten als es aus Sicherheitsgründen bei Menschen im Raum geboten und erlaubt ist.

„Den Anfang werden menschenleere Fertigungszonen machen, bevor ganze Fabrikhallen autonom arbeiten“, skizziert Harald Müller die erwartete Entwicklung. Astrid Orthmann ergänzt: „Es wird bei der KI zwar häufig vom Human-in-the-Loop geredet, aber das verdeckt die Tatsache, dass der Mensch als Zwischenglied viele Prozesse deutlich verlangsamt. Das gilt für Verwaltungsvorgänge ebenso wie für die Warenproduktion und letztlich auch für die Entscheidungsfindung bei Routinefragen. Allein schon aus ökonomischen Überlegungen heraus wird man also danach streben, so wenige menschliche Zwischenschritte wie möglich in die Betriebsabläufe einzubauen.“

Gesundheitswesen, Automobil, Finanzen, Logistik, Handel, Forschung…

Detailliert stellen die beiden Autoren in ihrem Buch dar, welche Branchen und Berufsbilder von KI wie rasch und in welchem Umfang betroffen sein werden. Auf den ersten Rängen stehen demnach das Gesundheitswesen, die Automobilindustrie, die Finanzbranche, der Transport- und Logistiksektor, der Bereich Technologie, Kommunikation und Unterhaltung sowie der Handel und die Forschung.

Harald Müller stellt klar: „Letztlich werden alle Branchen von KI betroffen sein und die Frage ist eher: Kommt es auf dem jeweiligen Sektor lediglich zu Veränderungen bestehender Geschäftsmodelle oder entstehen völlig neue Modelle, die die jeweilige Branche auf den Kopf stellen?“ Welche Modelle das sein könnten, legen die Autoren in ihrem Buch für alle gängigen Branchen dar. Ein Beispiel: In der Chemie ist KI „der neue Laborassistent“ für die Optimierung chemischer Reaktionen, die Prognose von Reaktionsbedingungen und Reaktionsergebnissen, Retrosynthese, den Entwurf von Molekülen und die Vorhersage von deren Eigenschaften, der Proteinentfaltung und der Entdeckung neuer Arzneimittel. „Das ist nur ein Beispiel unter tausenden von Einsatzgebieten“, gibt Harald Müller zu bedenken.

Das Buch umfasst einen „KI-Kompass“ für Unternehmen als Hilfestellung bei der KI-Einführung. Von der strategischen Entscheiderebene über die Projektführung, die betriebliche Integration, die Sicherstellung von Datenschutz und Datenqualität bis hin zu Mitarbeiterqualifizierung, Change-Management, Governance-Fragen und Risikomanagement werden alle wesentlichen Aspekte praxisnah behandelt. Harald Müller warnt davor, einen unethischen oder auch nur fragwürdigen KI-Einsatz auf die leichte Schulter zu nehmen: „Wer heute im Vorstand, in der Geschäftsführung, im Aufsichtsrat oder im Betriebsrat aktiv ist, sollte sich klarmachen, dass eine mögliche Verwicklung in einen künftigen KI-Skandal weitreichende Folgen haben kann.“

Jobkiller oder Job-Creator:

Zur Frage, ob die KI-Revolution mehr Arbeitsplätze schaffen als vernichten wird, hat das Autorenduo zahlreiche Studien ausgewertet. „Im Mittel gelangen die Reports zu dem Schluss, dass innerhalb von etwa 20 Jahren mindestens die Hälfte aller Arbeitsplätze automatisierbar sein wird“, referiert Astrid Orthmann ein Schlüsselergebnis dieser Auswertung.

Neue Jobs entstehen demnach vor allem bei Kreativtätigkeiten, wobei darunter nicht „Künstler“ fallen, sondern der „kreative Denkprozess“. Astrid Orthmann erläutert: „Es gibt in vielen Berufen einen kreativen Part, von Management über Jura, Produktentwicklung, Marketing oder Medizin bis hin zur Forschung. In allen diesen und vielen weiteren Fällen kann die KI als Coach dienen, Inspirationen geben und durch Ad-hoc-Bewertungen helfen.“ In diesem Fall sei der Mensch nicht der „Human-in-the-Loop“, sondern das Modell sei „Human-Centred AI“.

Für die hybride Teamarbeit – Mensch und KI – gäbe es noch vielfältige Fragen zu klären, argumentieren die Autoren, und verweisen auf Firmenkultur, Betriebsrat und Arbeitnehmerschutz. „Wie ist sichergestellt, dass der Mensch nicht zur Hilfskraft der KI mutiert, und werden menschliche Akteure das gleiche Erfolgserlebnis verspüren, wenn ein Großteil der kreativen Arbeit von KI erledigt wird“, zählt Astrid Orthmann exemplarisch zwei der im Buch behandelten Fragen auf.

KI als Schlüssel zur Staatsoptimierung

In einem eigenen Kapitel befassen sich die Autoren mit dem Thema „Staatsoptimierung durch KI“. Harald Müller erklärt: „Der KI-Einsatz in der Öffentlichen Verwaltung könnte den Gordischen Knoten der Bürokratie zerschlagen. KI kann Routineaufgaben übernehmen, Anträge vorsortieren, Dokumente prüfen, Bescheide vorbereiten und Bürgeranfragen beantworten.“ In vielen Bereichen ließen sich Bearbeitungszeiten ohne Qualitätseinbußen drastisch verkürzen. Die Autoren sprechen von einem „fundamentalen Wandel“.

Nach Schätzungen der Bonner Wirtschafts-Akademie enthalten derzeit etwa 12 bis 15 Prozent aller öffentlichen IT-Ausschreibungen in Deutschland explizite KI-Anforderungen. Dabei ist die KI-Durchdringung bei Bundesbehörden am höchsten (15 bis 20 Prozent) und bei den Kommunen am niedrigsten (5 bis 8 Prozent); die Länder liegen geschätzt dazwischen bei 10 bis 12 Prozent. „In allen Fällen ist es wichtig, dabei eine glasklare rote Linie zu ziehen: KI unterstützt Entscheidungen, ersetzt aber nicht die menschliche Verantwortung“, zeigt Harald Müller die Grenzen der Automatisierung im deutschen Staatsapparat auf.

In ihren Buch nehmen die Autoren auch die Ansätze und Fortschritte bei der Staatsoptimierung in anderen Ländern unter die Lupe. Dazu gehört beispielsweise die Transformation der Vereinigten Arabischen Emirate zu einem KI-gestützten Regierungsmodell. Innerhalb von zwei Jahren sollen dort die Hälfte aller staatlichen Bereiche, Dienstleistungen und Abläufe durch KI-Systeme gesteuert werden.

Agenda 2040 für Arbeitsmarkt und Sozialsysteme

Eindringlich appellieren die Autoren an die Politik, die Arbeitgeberverbände und die Gewerkschaften, sich auf disruptive Entwicklungen einzustellen und eine Art „Agenda 2040“ ins Leben zu rufen. Astrid Orthmann führt aus: „Allein der Umbau der Sozialsysteme nicht nur aufgrund von Sprunginnovationen durch KI-Roboter, sondern auch als Reaktion auf den demografischen Wandel, wird eine politische Mammutaufgabe mit Handlungsbedarf für die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre. Zudem wird es Regelungsbedarf für viele Bereiche geben, von der Straßenverkehrsordnung, wenn Autos ohne Fahrer unterwegs sind, bis zum Arbeitsschutz, wenn Menschen und Roboter eng zusammenarbeiten.“

KI und Robotik bieten nach ihrer Einschätzung „eine riesige Chance, der demografischen Entwicklung und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.“ Schließlich würden in den nächsten zehn Jahren rund fünf Millionen Baby-Boomer in Rente gehen. Der Arbeitskräftemarkt werde dann „leergefegt“ sein. Dennoch seien dank KI Produktivitätssteigerungen zu erwarten.

Diese Transformation hin zu einer KI-Gesellschaft werde allerdings nur gelingen, wenn man Bürger- und Arbeitnehmerschaft auf diesem Weg mitnimmt. Dabei seien Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften gleichermaßen gefordert. Letzteren raten die Autoren in ihrem Buch, aktiv an Zukunftstarifverträgen mitzuarbeiten und sich nicht auf Abwehrdiskussionen zu konzentrieren.

„Die Gewerkschaften sollten sich nicht nur als Schutzmacht der bestehenden Arbeitsplätze verstehen, sondern auch als Gestaltungspartner für die Arbeitswelt von morgen“, umreißt Astrid Orthmann die Aufgabenstellung. Es brauche faire Regeln für den Umgang mit KI – aber auch eine gemeinsame Kraftanstrengung, damit Beschäftigte schnell und wirksam für neue Technologien qualifiziert würden. Nur durch ein konstruktives Zusammenwirken von Staat, Sozialpartnern und Unternehmen könne es gelingen, Akzeptanz zu schaffen und den Wandel nicht als Bedrohung, sondern als Chance zu begreifen. „Wenn wir heute in Qualifikation investieren, schaffen wir morgen Sicherheit. Wenn wir heute zögern, laufen wir Gefahr, in den nächsten Jahren Märkte und Beschäftigung zu verlieren“, bringt es Astrid Orthmann auf den Punkt.

Internationaler KI-Wettlauf

Ausführlich analysiert das Buch die internationale Dimension des KI-Wettlaufs. Den Versuch Europas, beim KI-Einsatz den Rückstand zu den USA und China aufzuholen, betrachten Harald Müller und Astrid Orthmann kritisch. Die EU hat 200 Milliarden Euro vorgesehen, um unter anderem fünf KI-Gigafactories zu bauen. Die Bundesregierung will mindestens eine davon in Deutschland ansiedeln. „Das ist zwar insofern sinnvoll, dass Europa damit bei den Rechenkapazitäten unabhängiger wird“, gibt Harald Müller zu. „Aber was in der Politik gerne verschwiegen wird: Die eingesetzte Chiptechnologie wird in den USA entwickelt und in Asien produziert. Mit digitaler Souveränität hat der europäische Anwendungsansatz also nur wenig zu tun.“

KI und Ethik: Von Asimov über Lem bis zur Singularität

Ein ganzes Kapitel haben Harald Müller und Astrid Orthmann dem Thema „KI und Ethik“ gewidmet. Sie erklären, warum die Robotergesetze von Science-Fiction-Altmeister Isaak Asimov im KI-Zeitalter aktueller als je zuvor sind und welche Rolle dabei das nullte Gesetz spielt. Es lautet „Das Wohl der Menschheit steht über dem Wohl des Einzelnen.“ Was vernünftig klingt, kann sich in der Praxis als fatal erweisen, erklären die Autoren anhand eines Beispiels. So könnte eine KI, die weltweit Lieferketten und Fabriken steuert, entscheiden, dass ein Sicherheitsproblem in einem Werk zwar einzelne Arbeiter gefährdet, ein Produktionsstopp aber die Versorgung hunderttausender Kunden gefährden würde. „Genau darin liegt die Brisanz des nullten Asimov-Gesetzes: Die Maschine beginnt, Nutzen für die Gesamtheit gegen Schäden für Einzelne abzuwägen“, weist Harald Müller auf eine der vielen zu klärenden ethischen Fragenstellungen beim KI-Einsatz hin.

Ebenso gelingt es den Autoren, Stanislaw Lems „Summa technologiae“ und Ray Kurweils „Menschheit 2.0: Die Singularität naht“ auf ihre Bedeutung für die heutige Situation darzustellen. Singularität bezeichnet den Zeitpunkt, ab dem KI intelligenter wird als der Mensch und sich selbst immer rascher weiterentwickelt – so schnell, dass Menschen die technologische Entwicklung nicht mehr verstehen oder kontrollieren können. „Klingt wie Science Fiction“, gibt Harald Müller zu, „aber ist genau das, was derzeit schon geschieht, indem KI-Programme Software programmieren und sich selbst optimieren.“

Konsequenterweise beleuchtet das Werk auch die Risiken der KI. Die Autoren zitieren prominente Stimmen wie Stephen Hawking, Elon Musk, Sam Altman, Yuval Noah Harari oder Geoffrey Hinton, die vor den möglichen Gefahren superintelligenter Systeme warnen.

KI als Schlüsselkompetenz für moderne Gesellschaften

„Die 5. Revolution: KI + Roboter“ richtet sich an Führungskräfte, Unternehmer, Politiker, Gewerkschaften, Wissenschaftler und Entscheidungsträger aller Branchen. „Wer die Geschwindigkeit der Entwicklung unterschätzt oder KI nur als Computerfähigkeit betrachtet und die Auswirkungen auf die reale Welt etwa in der Fertigung verkennt, manövriert sich in die Bedeutungslosigkeit“, sind sich Astrid Orthmann und Harald Müller einig.

Zweites Werk der Autoren

Für das Autorengespann Astrid Orthmann und Harald Müller handelt es sich bereits um das zweite Sachbuch zu einem hochaktuellen Thema. Ihr erstes Werk „Sanierungsfall Deutschland: Packen wir s an! – Wie wir der Deindustrialisierung entgegenwirken können“ (ISBN 978-3-98674-120-4) ist ebenfalls als Gemeinschaftsproduktion der Bonner Wirtschafts-Akademie und des Diplomatic Council entstanden.

Seit über 25 Jahren sorgen die beiden führenden Köpfe der BWA bei Unternehmenskrisen dafür, dass die freigestellte Belegschaft nicht im Regen steht. Mehr als 10.000 Beschäftigte haben mit Hilfe der Bonner Wirtschafts-Akademie nach einer Insolvenz oder einem Konkurs wieder eine berufliche Zukunft gefunden. „Neben den bekannten negativen Standortfaktoren wie überbordende Bürokratie und hohe Energiekosten als Ursache erleben wir zusehends den Abbau von Belegschaften durch KI-Effizienzmaßnahmen in den Unternehmen“, berichtet Harald Müller. „Diese Entwicklung dürfte sich in den nächsten Jahren dramatisch beschleunigen“, befürchtet Astrid Orthmann.

ANFORDERUNG VON REZENSIONSEXEMPLAREN FÜR JOURNALISTEN

Journalisten können Rezensionsexemplare per E-Mail an presse@diplomatic-council.org anfordern. Wir bitten um Verständnis, dass diese ausschließlich als E-Book zur Verfügung gestellt werden. Um eine Nachricht mit dem Link zur Veröffentlichung an presse@diplomatic-council.org wird höflichst gebeten.

Weitere Neuerscheinungen von Diplomatic Council Publishing (DCP):

Wohlstand und Wirtschaftswachstum ohne Reue: Klimarettung ja! – De-Industrialisierung nein!, Jean Pütz mit Andreas Dripke, 136 Seiten, Paperback ISBN 978-3-98674-094-8

Wie sicher ist Europa in der Neuen Weltordnung? – Antworten auf drängende Fragen (deutsche Ausgabe von „Europe and the Emerging New Global Order – Rethinking Europe s Security Framework“), Dr. Alina Bârgaoanu, Razvan Ceuca, Simona Cojocaru, Stacy A. Cummings, Dr. Judith Curry, Andre-as Dripke, Dorin Gal, Dr. Christoph Heusgen, Stephan J. Kramer, Prof. Dr. Heinrich Kreft, Dr. Ciro Maddaloni, Michael Mattis, Hang Nguyen, Claude Piel, Jamal Qaiser, Jochen M. Richter, Marc Ruberg, Prof. Dr. Peter Schallen-berg, Dr. Harald Schönfeld, Andre Schulte-Südhoff, George Scutaru, Dr. Horst Walther, 584 Seiten, Hardcover, ISBN 978-3-98674-132-7

Kampf ums All – Wie Elon Musk und Jeff Bezos den Weltraum erobern und die Rolle der NASA, der ESA, Chinas und Russlands, Edition 2025, Andreas Dripke, Prof. Dr. Heinrich Kreft, 320 Seiten, Paperback, ISBN 978-3-98674-138-9

Europa stirbt aus – Ohne Kinder keine Zukunft, Der demografische Faktor und die fatalen Folgen für Europa, Mai Linh Tran, 204 Seiten, Paperback, ISBN 978-3-98674-151-8

Moral-Diktatur – Wie Aktivisten und NGOs unsere Gesellschaft umbauen, Mai Linh Tran, 220 Seiten, Paperback, ISBN 978-3-98674-167-9

Abgezockt – Im Visier der Anlagebetrüger, Die perfiden Maschen moderner Betrugsmodelle und wie Sie sich davor schützen, Lukas Voss, 140 Seiten, Paperback, ISBN 978-3-98674-163-1

Darknet – Die dunkle Seite des Internet, Nicolas Falk, 180 Seiten, Paperback, ISBN 978-3-98674-161-7

Das 1×1 der Finanzen: Alles, was du über Geld und Vermögensaufbau wissen solltest – Praxishandbuch für alle von 16 bis 26 Jahren: Schüler, Auszubilden-de, Studierende, Berufseinsteiger und junge Berufstätige, die ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen möchten, Marvin Himmelsbach, 116 Seiten, Paper-back, ISBN 978-3-98674-171-6

Neu programmiert: Wie Sie Ihr Denken optimieren – und damit Ihr Leben, Dr. Adrian Keller, 128 Seiten, Paperback, ISBN 978-3-98674-165-5

Der übergriffige Staat – Geld, Daten, Sprache, Freiheit: der Staat will alles, Andreas Dripke, Hubert Nowatzki, 212 Seiten, Paperback, ISBN 978-3-98674-106-8

Der Milei-Effekt – Was Deutschland von Argentinien lernen kann, Alexander Weber, 140 Seiten, Paperback, ISBN 978-3-98674-177-8

Sicherheit im All – Wie wir Europa im Weltraum verteidigen, Dr. Josef Aschbacher, Dr. Balázs Bartóki-Gönczy, Dr. Bohumil Dobos, Andreas Dripke, Dr. Enrico Fels, Dr. Namrata Goswami, Florian Hahn, Prof. Dr. Mahulena Hofmann, Prof. Dr. Heinrich Kreft, Andrius Kubilius, Dr. Ciro Maddaloni, Hang Nguyen, Dr. habil. Antje Nötzold, Almudena Azcarate Ortega, Dr. Xavier Pasco, Clèmence Poirier, Dr. Dumitru-Dorin Prunariu, Juan Carlos Cortés Pulido, Jochen M. Richter, Rabea Rogge, Andrea Rotter, Juliana Süß, Matthias Wachter, 586 Seiten, Hardcover, ISBN 978-3-98674-198-3

Dark Sea – Unsichtbarer Ozean der Neuen Weltordnung, Machtkampf um die Meere: Schattenflotten, digitale Infrastrukturen, Rohstoffe, Sicherheit, Claude Piel, 240 Seiten, Paperback, ISBN 978-3-98674-155-6

Dit is Berlin – Der Abstieg der Hauptstadt, Clara Schumann,154 Seiten, Paperback, ISBN 978-3-98674-175-4

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