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Zeitschriftenbranche erwartet stabiles Jahr, gestützt auf Relevanz, erfolgreiche Neugründungen und Rekordreichweite über alle Kanäle

VDZ Jahrespressekonferenz mit neuer Trendumfrage

– Die Zeitschriftenbranche rechnet mit einem stabilen Jahr beim
Umsatz
– Innovationskraft: Über 40 Prozent des Umsatzes werden mit
Zeitschriften erzielt, die jünger als zehn Jahre sind
– Relevanz auf allen Kanälen – noch nie haben so viele Menschen
Zeitschriften-Inhalte genutzt
– Zeitschriften: klarer Gewinner unter allen Mediengattungen bei
den mobilen Reich-weiten
– Anzahl der Publikationen mit rund 1.600 auf neuem Rekordstand
– Zeitschriften sind Meinungsführer im Medienmarkt und informieren
am besten auch über die Wirtschaftsbranchen
– EU-Datenschutznovelle darf redaktionelle Arbeit und
wirtschaftliche Grundlagen der Verlage nicht aushebeln
– Schutz der Urheberrechte über alle Kanäle unabdingbar für die
Freie Presse
– Keine Kapitulation in Brüssel vor dem Suchmaschinen-Monopol
– Ausdehnung des reduzierten Mehrwertsteuer-Satzes auf digitale
Presse endlich beschließen

„Die deutsche Zeitschriftenbranche ist vital. 2014 wird für sie
ein Jahr konjunktureller Stabilität auf der Basis weiter zunehmender
Relevanz, des Innovationsschubs durch Neugründungen, dem Ausbau der
digitalen Präsenz und Rekord-Reichweiten“, fasste
VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer heute auf der
VDZ-Jahrespressekonferenz die Perspektiven auf der Grundlage der
VDZ-Trendumfrage und weiterer wichtiger Quellen zusammen.

Reichweitengewinner Zeitschriften vor allen anderen
Mediengattungen

Eindrucksvoll ist die Nutzungsentwicklung: Über alle Kanäle
betrachtet, haben noch nie so viele Menschen Zeitschriften genutzt.
Deren Gesamtreichweite wächst seit Jahren, was sie von anderen
Mediensegmenten wesentlich unterscheidet: Printtitel allein werden
weiterhin von 91,5 Prozent in der deutschsprachigen Bevölkerung über
14 Jahren (nach ma Presse-medien 2014 I) gelesen. Auch bei den 14-
bis 19-Jährigen sind Zeitschriften laut MA mit rund 90 Prozent
Reichweite nach wie vor populär. Und 72 Prozent der Gesamtbevölkerung
(durchschnittliche Online-Reichweite) nutzen die Online-Angebote der
Publikumszeitschriften (AGOF internet facts 2013-IV). Mit dem Zuwachs
der Publikumszeitschriften um vier Pro-zentpunkte gegenüber dem
Vorjahr bauen diese ihren Vorsprung vor allem gegenüber den
TV-Angeboten weiter aus. Mit aktuell 39 Prozent büßten diese im
gleichen Zeitraum sieben Prozentpunkte bei der Reichweite ihrer
Online-Angebote ein.

Noch größer ist der Reichweitenvorsprung der
Publikumszeitschriften bei den mobilen Websites und Apps im Vergleich
zu Webseiten anderer traditioneller Medienanbieter. 15,1 Millionen
Menschen (55 Prozent der Unique Mobile User) nutzen die Angebote der
Publikumszeitschriften (AGOF mobile facts 2013-III). TV erreicht mit
seinen mobilen Websites 4,2 Millionen (16 Prozent) und Radio 1,3
Millionen (fünf Prozent). Und passend dazu befinden sich unter den 15
meistbesuchten Websites in Deutschland allein sieben Verlagsangebote
– wie unter anderem Chefkoch, Chip, Gute Frage, Focus, Spiegel.

Relevanz, Qualität, Kompetenz

Der Grund für diese Nachfrage liegt in der thematischen Relevanz
und der journalistischen Qualität der Printmarken sowie im Vertrauen
der Leser. „Die redaktionelle Qualität, der Nutzwert, die
zielgruppenspezifische Relevanz und gerade auch die lebensbejahende
und unterhaltende Seite der Zeitschriften sind Faktoren für den
Erfolg der Magazine und die Wertschätzung durch ihre Leser“, so
VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer. Zeitschriften und
Zeitungen sind mit ihren exklusiv recherchierten, gut aufbereiteten
und viel zitierten Geschichten einer Analyse von Media Tenor zufolge
auch die Meinungsführer im Medienmarkt, weit vor TV/Radio und
nicht-journalistischen digitalen Angeboten. Publikumszeitschriften
entdecken und setzen nicht nur viele Themen wie etwa Familienpolitik
oder Innere Sicherheit (NSA-Debatte), sie informieren auch am besten
über die Wirtschaftsbranchen.

Auch in der Wirtschaftskommunikation hat die Bedeutung der
Zeitschriften weiter zugenommen: 94 Prozent der Top-Entscheider
nutzen Fachmedien als berufliche Informationsquelle Nr. 1, weit etwa
vor Kundenzeitschriften (53 Prozent, B2B-Entscheideranalyse 2013/14
Deutsche Fachpresse). Zugleich ist die Nutzungsdauer angestiegen. So
investieren 38 Prozent der befragten Manager heute mehr Zeit in die
Lektüre von Fachmedien als noch vor zwei Jahren. Auch die LAE 2014
macht die Relevanz von Zeitschriften für Entscheider in Wirtschaft
und Politik deutlich.

Spezifische und innovative Angebote für eine fragmentierte
Gesellschaft

Ein weiterer Grund für den Erfolg von Zeitschriften, so Scherzer,
ist das immer weiter ausdifferenzierte Angebot an Titeln mit
maßgeschneiderten Inhalten für spitzere und anspruchsvolle
Zielgruppen. Die deutschen Zeitschriftenverlage bedienen die
Interessen einer fragmentierten Gesellschaft – vergleichbar mit dem
Internet – mit einem hohen Tempo an Neugründungen und Innovationen:
Über 40 Prozent des Umsatzes werden mit Titeln erzielt, die jünger
als zehn Jahre sind. Der Gründungsboom bei etablierten
Verlagshäusern, aber auch durch junge, neue Verlage hält an. Von
Anfang 2013 bis einschließlich März 2014 stieg die Anzahl der
mindestens quartalsweise erscheinenden Publikumszeitschriften um 69
auf ein neues Allzeit-Hoch von 1.587 Titeln. Damit hat sich die Zahl
der Publikationen innerhalb der letzten 15 Jahre um 43 Prozent erhöht
(Bestand am Jahresende 1998: 1.109 Titel).

Konjunkturelle Aussichten 2014

Nach der VDZ-Trendumfrage 2014 unter den maßgeblichen
Mitgliedsverlagen rechnet die Zeitschriftenbranche mit einem im
Umsatz stabilen Jahr. Bei Anzeigen und Vertrieb im Printbereich wird
dabei ein leichter Rückgang und im digitalen und sonstigen Geschäft
ein Zuwachs erwartet, der stärker ausfallen soll als in den
Vorjahren. Die Gründung neuer erfolgreicher Titel und die Erhöhung
der Copypreise verhindern größere Verluste im Vertrieb.

„Die Prognose macht deutlich, dass die Verlage sowohl im
klassischen Geschäft als auch bei der Diversifizierung ihrer
Umsatzströme sehr gut vorankommen. Es wird weiter strategisch in
gedruckte Zeitschriften investiert, und es werden gleichzeitig die
neuen Geschäftsfelder ausgebaut“, so Scherzer. „Die Verleger
profitieren dabei von den längeren Erscheinungsintervallen in Print
und der Stärke der Zeitschriften als Lean-back und
Ausschließlichkeitsmedium.“

Der Jahres-Umsatz aller Verlage über alle Geschäftsfelder im In-
und im Ausland liegt bei 14,85 Mrd. Euro (Inland: 10,81 Mrd. Euro,
Ausland: 4,04 Mrd. Euro). Mit einem Umsatzanteil von 66 Prozent ist
Print nach wie vor die tragende Säule. Im Anzeigenbereich wird – auch
wenn die ersten beiden Monate ein Plus von 2,5 Prozent Plus brachten
– für das gesamte Jahr dennoch mit einem geringen Umsatzminus von 1,5
Prozent auf Bruttobasis gerechnet, im Vertrieb hingegen lediglich mit
einem Minus von 0,5 Prozent. Die steigende Titel-Anzahl geht mit
einer leicht sinkenden verkauften Gesamtauflage einher. 2013 wurden
laut IVW pro Quartal durchschnittlich 106,4 Millionen
Publikumszeitschriften-Exemplare verkauft (Quartalsdurchschnitt 2012:
109,7 Millionen Exemplare). Die Auflagenentwicklung der
Fachzeitschriften blieb mit 12,0 Millionen verkauften Exemplaren im
Quartalsdurchschnitt 2013 stabil (Quartalsdurchschnitt 2012: 12,1
Millionen Exemplare). Die Auflagenrückgänge werden in vielen
Segmenten jedoch durch erhöhte Copypreise und neue Titel kompensiert.

Laut der aktuellen VDZ-Trendumfrage sagen die Verlage für 2014
voraus, dass sie im Schnitt 34 Prozent ihrer Umsätze im Digital- oder
sonstigen Geschäft erwirtschaften werden. Im Online-Geschäft wird ein
deutliches Plus von 14,8 Prozent erwartet, beim sonstigen Geschäft
(Konferenzen, Leadgenerierung, Datenbank-Services, Corporate
Publishing, Bücher, DVD–s etc.) ein Plus von 6,1 Prozent. 92 Prozent
der Verlage rechnen in den kommenden drei Jahren im Mobile-Geschäft
mit steigenden Umsätzen. Ein weiteres für die Verlagsbranche
vielversprechendes Wachstumsfeld ist das Geschäft mit Bewegtbildern:
59 Prozent der befragten Verlagshäuser haben 2013 ihr
Bewegtbild-Angebot ausgebaut. Der Großteil der Verlage (75 Prozent)
erwartet in den kommenden zwei Jahren Umsatzsteigerungen in diesem
Geschäftsfeld. Zugleich weiten die Verlage ihr Paid-Content-Angebot
aus.

Medienpolitik

„Die deutschen Zeitschriftenverleger haben sich sehr gut auf den
medialen Wandel eingestellt, investieren in Zeitschriften, haben die
Reichweiten im Web und Mobile deutlich ausgebaut. Sie tragen mit über
6.000 periodisch erscheinenden Titeln, Websites und mobilen Angeboten
zur Informationsvielfalt in unserer pluralen Gesellschaft bei. Die
deutsche Zeitschriftenlandschaft ist weltweit einzigartig. Umso
wichtiger ist es, dass die Politik in Berlin und Brüssel die
regulatorischen Rahmenbedingungen für die Freie Presse, die von
inhabergeführten, mittelständischen Verlagen getragen wird,
technologieneutral und zukunftsfest ausgestaltet“, erklärte Scherzer.

So droht die EU-Datenschutznovelle ganz konkret, die redaktionelle
Pressefreiheit, den Vertrieb von Fach- und Publikumspresse, aber auch
die digitalen Geschäftsmodelle der Verlage massiv zu beschädigen.
„Die Bundesregierung muss im Ministerrat weiterhin auf angemessene
Lösungen dringen“, so Scherzer. „Denn eine Verordnung, die Verlage
und europäische Unternehmen wirtschaftlich benachteiligt und die
redaktionelle Datenverarbeitung und damit die Pressefreiheit
schwächt, ist das Gegenteil zukunftsfähiger Regulierung und
verhindert ein level playing field.“

Scherzer warnt vor weiteren Werbeverboten, diese würden die
wirtschaftliche Grundlage der Presse weiter gefährden. Darüber hinaus
ist es dringend geboten, die reduzierte Mehrwertsteuer endlich auch
für digitale Medienangebote der Presse zu verabschieden. Da ein
zunehmender Teil der Auflage als ePaper oder App in digitaler Form
verkauft wird, wächst der Anteil der Vertriebserlöse, der mit 19
statt sieben Prozent besteuert wird, im anspruchsvollen
Transformationsprozess.

Auch das Bundeskartellamt droht die wirtschaftliche
Weiterentwicklung von Verlagen zu belasten. Während in den USA ein
Marktführer wie Facebook seinen größten Konkurrenten WhatsApp für 19
Milliarden Dollar kaufen kann – mit globalen Auswirkungen – wird in
Deutschland kleinkariert auf einen Submarkt wie die
Programmzeitschriften geschaut. „Die kartellrechtlichen Fesseln aus
den 70er Jahren sind nicht mehr zeitgemäß und müssen dringend den
Realitäten in einer globalen Medienwelt angepasst werden“, so
Scherzer.

„Regulierung, so der Eindruck vieler Verleger“, betonte Scherzer,
„ist ein Synonym für Marktbeschränkung der kleinen und mittleren
Medienunternehmen und zugleich eine großartige Vorlage für globale
Megaplayer, die scheinbar regelungsfrei agieren“. Ein frappierender
Fall dafür ist das Google-Kartellverfahren. EU-Wettbewerbskommissar
Almunia bleibt aufgefordert, die Bevorzugung eigener Angebote durch
Google als wettbewerbswidriges Verhalten zu unterbinden. „Wenn
Almunia Google die Selbstbegünstigung im Suchmonopol ausdrücklich
gestattet, ist das die gewollte Billigung des Marktmissbrauches durch
die Wettbewerbsbehörde zu Lasten von Verbrauchern, europäischer
Wirtschaft und Innovation. Dies wäre eine historische
Fehlentscheidung mit kaum absehbaren Folgen, nicht zuletzt auch für
die Medienvielfalt“, warnte Scherzer.

Nach einem fairen Gehaltsabschluss Ende letzten Jahres
beabsichtigt der VDZ, mit den Journalistengewerkschaften den bisher
erfolgreichen Reformprozess beim Manteltarifvertrag fortzusetzen.

Über den VDZ:

Der VDZ Verband Deutscher Zeitschriftenverleger e.V. ist die
Interessenvertretung der deutschen Zeitschriftenbranche. Als
Dachverband, organisiert in drei Fachverbänden (Fachpresse,
Konfessionelle Presse, Publikumszeitschriften) und fünf
Landesverbänden, repräsentieren seine 430 Mitgliedsverlage mit mehr
als 3.000 Zeitschriften rund 80 Prozent des deutschen
Zeitschriftenmarktes. Als Dienstleistungsverband bietet der VDZ den
Verlagen ein breites Spektrum an Beratungs-, Informations- und
Serviceleistungen in allen Bereichen des Verlagsgeschäftes (Anzeigen,
Vertrieb, Digitale Medien, Rechtsfragen, Betriebswirtschaft, Umwelt
und Papier). Als Wirtschaftsverband engagiert er sich auf deutscher
und europäischer Ebene für die Wahrung und Berücksichtigung der
Interessen von Verlagen. Und als Arbeitgeberverband führt er im
Auftrag der Landesverbände für die Verleger die Tarifverhandlungen
mit den Gewerkschaften für Redakteure Darüber hinaus leistet der VDZ
mit der Zeitschriften Akademie einen wesentlichen Beitrag zur Aus-
und Weiterbildung in der Medienbranche. Weitere Informationen im
Internet unter: www.vdz.de, www.pz-online.de,
www.deutsche-fachpresse.de, www.print-wirkt.de, www.vdz-akademie.de,
www.publishers-summit.de

Pressekontakt:
Peter Klotzki
Tel: +49 (30) 72 62 98-162
E-Mail: p.klotzki@vdz.de
Internet: www.vdz.de
Facebook: www.facebook.com/VDZPresse
Twitter: www.twitter.com/VDZPresse

Weitere Informationen unter:
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