
(Würzburg) – Über 28.000 Unterschriften sammelte die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP -Die Naturschutzpartei) mit ihrer Petition „Videoüberwachung in Schlachthöfen“. Die Unterzeichner wollen besseren Schutz von Schlachttieren vor unnötiger Tierquälerei erreichen. Die Partei übergab diese Unterschriftenlisten nun an den Petitionsausschuss des Bundestags.
„Unsere Initiative war damit nicht nur erfolgreich“, betont ÖDP-Bundesvorstand Günther Brendle-Behnisch, „die Forderungen müssen endlich in die Tat umgesetzt werden.“ Die Partei fordert
* lückenlose Überwachung der tierschutzrelevanten Bereiche in Schlachthöfen mit Videokameras ein. Veterinärämter sollen die Aufnahmen stichprobenweise kontrollieren. „Dazu ist das Personal in den Ämtern bedarfsgerecht aufzustocken“, sagt ÖDP-Bundesvorstandsmitglied Helmut Kauer als Initiator der Aktion.
* achtsamen Umgang mit den Tieren von der Verladung über den Transport bis zur Betäubung und Schlachtung. Kauer: „Die derzeitigen Vorschriften reichen sichtbar nicht aus, um einen leidfreien Umgang mit den Tieren zu gewährleisten.“
Mit diesen weitergehenden Forderungen der Naturschutzpartei steht die Petition im Widerspruch zum ankündigten Gesetzentwurfs aus dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Der nämlich will nur eine Handvoll Großbetriebe überwachen. Betroffen wären dabei lediglich Schlachthöfe, die mindestens 1.000 Tiere wie Rinder oder Schweine im Jahr schlachten; bei Vögeln oder Kaninchen greift der Gesetzentwurf erst ab 150.000 Tieren. Laut WDR-Recherchen wären dadurch bundesweit gerade einmal 230 Schlachthöfe betroffen. Dabei gibt es mehr als 1.100 Fleischverarbeiter im Land. Ein Grund mehr für die ÖDP, dagegen klar Position für die Tiere zu beziehen: „Sobald sie zur Schlachtung vom Hof transportiert werden, muss die Anlieferung und Schlachtung videoüberwacht werden“, fordert die Partei. Einzige Ausnahme könne die Weideschlachtung bleiben.
„Wie wir mit Tieren umgehen, ist ein Spiegelbild der Gesellschaft“, betont Kauer. „Tiere sind fühlende Lebewesen, und müssen auch so behandelt werden. Betriebe müssen bei wiederholten Verstößen geschlossen werden, denn sie zeigen damit, dass sie nicht in unsere Gesellschaft passen.“ Für den ÖDP-Politiker gibt es für den falschen Umgang mit Schlachttieren mehrere Gründe. An erster Stelle stehe Geiz. Fleisch muss billig sein. Daraus resultiere der tierquälerische Umgang mit dem Vieh. „Man muss nicht Veganer werden, um den respektvollen Umgang mit Tieren zu unterstützen. Man muss sich aber Gedanken machen, wie ein Hähnchen billiger sein kann als eine Schachtel Zigaretten“, so Kauer und gibt zu bedenken: „Weniger Fleisch essen hilft nicht nur den Tieren, sondern auch dem Klima.“ Er rät daher: „Essen Sie bewusst, kaufen Sie regional und am besten Bio.“