Der technische Beruf im öffentlichen Dienst hat bei der Bereitstellung der Infrastruktur eine hohe Bedeutung. Hierzu gehören insbesondere die Bereiche: Bauwesen und Architektur, Ingenieurwesen, IT und Digitalisierung, Gesundheitszentren und Verkehrswesen. Hierzu braucht der Öffentliche Dienst Ingenieurinnen und Ingenieure, die Praxisnähe sowie effizientes, fachliches und wirtschaftliches Wissen einbringen.
Ingenieurinnen und Ingenieure sind zuständig für Planung, Bau und Instandhaltung öffentlicher Gebäude, Straßen und Brücken, Entwicklung und Überwachung technischer Projekte in der Wasserwirtschaft, im Verkehr oder in der Umwelttechnik.
Auch die Betreuung und Weiterentwicklung der digitalen Infrastruktur öffentlicher Einrichtungen und Behörden, Wartung und Betrieb von Medizintechnik in Krankenhäusern und Gesundheitszentren, Implementierung nachhaltiger Energiekonzepte und Überwachung von Umweltauflagen sowie Planung und Optimierung öffentlicher Verkehrssysteme, von Bahnanlagen bis zu ÖPNV-Lösungen gehören zu ihren Aufgaben. Sie agieren in der öffentlichen Verwaltung im Sinne des Gemeinwohls – und nicht zugunsten der in der Privatwirtschaft üblichen Gewinnmaximierung, wobei die zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel optimal und zielorientiert eingesetzt werden müssen. Ingenieurinnen und Ingenieure die wissenschaftlich interessiert sind, stehen zudem bundeseigene Forschungseinrichtungen – wie beispielsweise die Fraunhofer-Institute oder die Max-Planck-Gesellschaft – offen.
Laut Statistischem Bundesamt fehlen allein in den kommunalen Bauverwaltungen bundesweit über 20.000 Ingenieurinnen und Ingenieure. Als Beispiel sind hier die 16.000 maroden Brücken im Bundesfernstraßennetz als sanierungs- oder erneuerungsbedürftig zu nennen, wovon fast 6.000 komplett ersetzt werden müssen. Neben den Baukosten verursachen die Umleitungen dieser baubedingten Sperrungen einen wirtschaftlichen Verlust in Milliardenhöhe. Intakte Brücken können auch Menschenleben retten. Das plötzliche Versagen der eingestürzten Carolabrücke in Dresden hat zum Glück kein Menschenleben gekostet.
Die technischen Berufe, die sich im öffentlichen Dienst im Wandel befinden, werden maßgeblich durch die digitale Transformation beeinflusst. Weitere Themen sind z. B. die Klimafolgen und die in Rente gehenden Boomer. „Aus der Sicht des ZBI ist es wichtig, dass öffentliche Verwaltungen zunehmend auf digitale Prozesse setzen und massiv in den Ausbau ihrer IT-Infrastrukturen investieren“, betont ZBI-Vizepräsident Dr. Heinz Leymann und fügt hinzu: „Hierzu bedarf es der Gewinnung hochqualifizierter Ingenieurinnen und Ingenieure, die digitale Lösungen entwickeln und zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger umsetzen“. Darüber hinaus nehmen bundesweit öffentliche Klimaschutzprojekte eine bedeutende Rolle ein. Für den Ausbau erneuerbarer Energien, die Modernisierung von Verkehrssystemen und die Realisierung nachhaltiger Bauprojekte werden in gleicher Weise hochqualifizierte Ingenieurinne und Ingenieure benötigt.
Der ZBI fordert: Die Politik ist aufgerufen, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, um nicht den Wettbewerb mit der Wirtschaft im Hinblick auf hochqualifizierte Ingenieurinnen und Ingenieure zu verlieren.