
Bruttoinlandsprodukt (BIP), 2. Quartal 2026
+0,2 % zum Vorquartal (preis-, saison- und kalenderbereinigt)
+0,9 % zum Vorjahresquartal (preisbereinigt)
+0,9 % zum Vorjahresquartal (preis- und kalenderbereinigt)
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 2. Quartal 2026 gegenüber dem 1. Quartal 2026 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 0,2 % gewachsen, nachdem es bereits zum Jahresbeginn 2026 gestiegen war (revidiert +0,4 % im 1. Quartal 2026 zum Vorquartal; bisher: +0,3 %). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, nahmen die Exporte preis-, saison- und kalenderbereinigt gegenüber dem Vorquartal zu. Die Konsumausgaben entwickelten sich den vorläufigen Erkenntnissen nach verhalten, die Investitionen gingen zurück.
Bruttoinlandsprodukt im Vorjahresvergleich gestiegen
Im Vorjahresvergleich lag das BIP im 2. Quartal 2026 preisbereinigt um 0,9 % höher als im 2. Quartal 2025. Preis- und kalenderbereinigt betrug der Anstieg ebenfalls 0,9 %, da die Anzahl der Arbeitstage im 2. Quartal 2026 identisch zum Vorjahresquartal war.
Revision der bisherigen Ergebnisse zurück bis 2011
Wie zu diesem Zeitpunkt üblich hat das Statistische Bundesamt die bisher veröffentlichten Ergebnisse der vergangenen vier Jahre (2022 bis 2025) überarbeitet und neu verfügbare statistische Informationen in die Berechnungen einbezogen. Durch die diesjährige Sommerüberarbeitung hat sich die Veränderungsrate des preisbereinigten BIP für die Jahre 2022 und 2023 nur geringfügig geändert (0,1 Prozentpunkte höher bzw. 0,1 Prozentpunkte niedriger). Dagegen fiel die Revision für das Jahr 2024 deutlich stärker aus: Während bisher ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,5 % ausgewiesen wurde, stagnierte sie im Jahr 2024 den jetzigen Erkenntnissen nach (0,0 %). Ursache dieser Revision waren insbesondere neu verfügbare Informationen aus den Unternehmensstrukturstatistiken, die erst 18 Monate nach Ende eines Berichtsjahres vorliegen und erstmals detaillierte Angaben zu Umsätzen, Investitionen sowie insbesondere zur Kostenstruktur von Unternehmen liefern. Für das Jahr 2025 blieb die BIP-Veränderungsrate mit +0,2 % unverändert. Angaben zu den Neuberechnungen enthält die Tabelle „Neu-Alt-Vergleich“ am Ende dieser Pressemitteilung. Detaillierte Informationen zu den Revisionen stellt das Statistische Bundesamt mit der Veröffentlichung der ausführlichen Ergebnisse zum Bruttoinlandsprodukt im 2. Quartal 2026 am 25. August 2026 zur Verfügung.
Abweichend zum üblichen Vorgehen wurden auch die Ergebnisse der Jahre 2011 bis 2021 überarbeitet. Grund hierfür ist, dass wichtige Datengrundlagen und daraus abgeleitete Erkenntnisse in die Berechnungen integriert und bis zum Berichtsjahr 2011 zurückgerechnet wurden. Dies betrifft zum einen die aus den Ergebnissen der Gebäude- und Wohnungszählung 2022 errechneten Durchschnittsmieten im Bereich Wohnungsvermietung. Zum anderen werden Direktkäufe inländischer Privathaushalte im Ausland aufgrund neu zur Verfügung stehender Daten nun umfassender abgebildet. Die Veränderungsraten des jährlichen, preisbereinigten BIP werden für die Jahre von 2011 bis 2021 dadurch um bis zu 0,1 Prozentpunkte höher ausgewiesen als bisher (siehe Tabelle „Neu-Alt-Vergleich“ am Ende der Pressemitteilung). Insgesamt lag das BIP-Wachstum von 2011 bis 2021 damit um 0,8 Prozentpunkte höher. Auch zu diesen Revisionen veröffentlicht das Statistische Bundesamt am 25. August 2026 detaillierte Informationen.
Methodische Hinweise:
In allen Meldungen zu Konjunkturindikatoren sind die unterschiedlichen Vergleichszeiträume zu beachten. Im Fokus der Konjunkturbeobachtung steht der Vergleich der saison- und kalenderbereinigten Werte zum Vormonat/Vorquartal. Hieraus lässt sich die kurzfristige konjunkturelle Entwicklung ablesen. Der Vorjahresvergleich dient einem längerfristigen Niveauvergleich und ist von saisonalen Schwankungen weitgehend unabhängig.
Weitere Informationen:
Eine lange Reihe mit Quartalsergebnissen zum Bruttoinlandsprodukt seit dem 1. Quartal 1970 ist im Statistischen Bericht „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen“ verfügbar.
Das BIP ist auch im „Dashboard Konjunktur“ (www.dashboard-konjunktur.de) verfügbar. In diesem Datenportal bündelt das Statistische Bundesamt hochfrequente Indikatoren der amtlichen Statistik und weiterer Datenanbieter zu den Themen Wirtschaft und Finanzen sowie Arbeitsmarkt, Bauen und Energie.
Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter www.destatis.de/pressemitteilungen.
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