Compliance im Asset Management: Regulatorische Anforderungen, KI und Risikomanagement

Compliance im Asset Management: Regulatorische Anforderungen, KI und Risikomanagement
 

Regulatorische Anforderungen an Kapitalverwaltungsgesellschaften

Die Compliance-Funktion im Asset Management bewegt sich innerhalb eines umfangreichen regulatorischen Rahmens. Zu den maßgeblichen Regelwerken gehören das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB), das Wertpapierhandelsgesetz (WpHG), die Mindestanforderungen an die Compliance-Funktion (MaComp) sowie die Kapitalanlage-Verhaltens- und Organisationsverordnung (KAVerOV).

Hinzu kommen europäische Vorgaben zur Marktintegrität, insbesondere die Market Abuse Regulation (MAR), sowie Anforderungen an die Offenlegung von Nachhaltigkeitsinformationen nach der Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR) und der EU-Taxonomie-Verordnung.

Für Kapitalverwaltungsgesellschaften und Finanzportfolioverwalter ergibt sich daraus die Aufgabe, unterschiedliche regulatorische Anforderungen in ihre Organisationsstrukturen, Geschäftsprozesse und internen Kontrollsysteme zu integrieren. Dabei müssen Zuständigkeiten eindeutig definiert, Compliance-Risiken identifiziert und geeignete Überwachungsmaßnahmen dokumentiert werden.

Compliance-Risikomanagement und Interessenkonflikte in der Praxis

Ein wesentlicher Bestandteil wirksamer Compliance-Strukturen ist die risikoorientierte Ausgestaltung der Kontrollfunktion. Dazu gehören die systematische Erfassung relevanter Risiken, die Entwicklung risikobasierter Kontrollpläne und die nachvollziehbare Dokumentation durchgeführter Prüfungen.

Besondere Herausforderungen entstehen beim Management von Interessenkonflikten, bei Zuwendungen und Anreizen sowie bei der Überwachung von Mitarbeitergeschäften. Auch die regulatorische Prüfung von Marketingunterlagen und nachhaltigkeitsbezogenen Produktinformationen ist für Asset Manager relevant.

Fehlerhafte oder unzureichend dokumentierte Kontrollprozesse können aufsichtsrechtliche Beanstandungen, Haftungsrisiken und Reputationsschäden nach sich ziehen. Entsprechend wichtig sind belastbare organisatorische Verfahren und eine angemessene Ausstattung der Compliance-Funktion.

Künstliche Intelligenz und ESG als aktuelle Compliance-Themen

Mit dem zunehmenden Einsatz künstlicher Intelligenz entstehen zusätzliche regulatorische Fragestellungen. Der europäische AI Act und ergänzende nationale Anforderungen bilden einen wichtigen Bezugsrahmen für die regelkonforme Implementierung KI-gestützter IT-Lösungen.

Compliance-Verantwortliche müssen dabei insbesondere prüfen, welche regulatorischen Anforderungen für konkrete Anwendungen gelten und wie sich diese in bestehende Kontroll- und Risikomanagementprozesse einbinden lassen.

Auch ESG-Compliance bleibt ein relevantes Themenfeld. Nachhaltigkeitsbezogene Angaben in Produktinformationen und Marketingunterlagen müssen mit den geltenden rechtlichen Vorgaben vereinbar sein. Die Vermeidung irreführender Nachhaltigkeitsaussagen, häufig unter dem Begriff Greenwashing diskutiert, stellt dabei eine besondere Herausforderung dar.

Weitere Themen ergeben sich aus den aufsichtsrechtlichen Anforderungen an Wertpapierinstitute und der Weiterentwicklung der entsprechenden Mindestanforderungen an das Risikomanagement.

Seminar behandelt regulatorische Grundlagen und praktische Kontrollansätze

Das Online-Seminar „Compliance im Asset Management“ der Akademie Heidelberg vermittelt eine systematische Einordnung der branchenspezifischen Compliance-Vorgaben und ihrer praktischen Umsetzung.

Zu den fachlichen Schwerpunkten gehören:

– Nationale und europäische Regelwerke, insbesondere KAGB, WpHG, MaComp und KAVerOV
– Organisation, Aufgaben und Sachkunde der Compliance-Funktion
– Compliance-Risikomanagement und Umgang mit Interessenkonflikten
– Risikobasierte Kontrollplanung und revisionsfeste Dokumentation
– Mitarbeitergeschäfte, Zuwendungen und aufsichtsrechtliche Organisationspflichten
– Marktmissbrauchsrecht nach MAD und MAR
– ESG-Vorgaben und regulatorische Anforderungen an Marketingunterlagen
– Einsatz künstlicher Intelligenz unter Berücksichtigung des EU AI Act
– Neue MaRisk für Wertpapierinstitute

Anhand praktischer Fallbeispiele werden typische Problemstellungen aus dem Tagesgeschäft sowie mögliche Kontroll- und Umsetzungsansätze erörtert.

Zielgruppen und fachliche Expertise der Referenten

Die Veranstaltung richtet sich an Compliancebeauftragte sowie Fach- und Führungskräfte aus Compliance, Recht, Interner Revision und Operations von Kapitalverwaltungsgesellschaften und Finanzdienstleistern mit Schwerpunkt Finanzportfolioverwaltung. Angesprochen sind außerdem Beschäftigte von Verbänden, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer.

Als Referenten wirken Helmut Beckemeier und Stefan Seeberger mit. Helmut Beckemeier ist Senior Compliance Officer bei Allianz Global Investors in Frankfurt am Main und verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Wertpapier-Compliance. Stefan Seeberger leitet den Bereich Recht und Compliance bei Tresides Asset Management in Stuttgart und ist seit 16 Jahren im Kapitalmarktrecht tätig.

Das Online-Seminar „Compliance im Asset Management“ findet am 23. November 2026 von 10:00 bis 14:30 Uhr statt.