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Computerspiel gegen Korruption (BILD)


 


Die jüngsten Korruptionsvorwürfe, die renommierte Unternehmen wie
Novartis oder öffentliche Institutionen wie das Staatssekretariat für
Wirtschaft SECO betreffen, zeigen, dass Korruption auch in der
Schweiz ein aktuelles Thema ist. Bei den Unternehmen und
Institutionen besteht konkreter Handlungsbedarf: Sie müssen ihre
Mitarbeitenden verstärkt zu den Risiken von korruptem Verhalten
sensibilisieren und gezielt schulen. Hierfür hat die HTW Chur
gemeinsam mit Praxispartnern ein interaktives Schulungsinstrument
entwickelt.

Laut der Studie «Korruptionsrisiken erfolgreich begegnen» der
Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur wurden 40 Prozent der
international tätigen Schweizer Firmen schon mit Korruption
konfrontiert. Mehr als die Hälfte dieser Unternehmen kam der
Forderung nach und leistete informelle Zahlungen. Trotz der hohen
Anzahl betroffener Unternehmen, führen bislang lediglich knapp 13
Prozent der international aktiven Schweizer Unternehmen Schulungen
zum Thema Korruptionsvermeidung durch. Diese Zahlen weisen auf einen
akuten Handlungsbedarf in der Korruptionsprävention hin.

Um die Unternehmen dabei zu unterstützen, wurde an der HTW Chur
ein interaktives Schulungsinstrument entwickelt, das den Schweizer
Firmen ab sofort zur Verfügung steht. Mit Hilfe einer
Computersimulation lernen die Schulungsteilnehmerinnen und
-teilnehmer auf spielerische Weise die zahlreichen Facetten von
Korruption kennen und üben den Umgang mit Dilemma-Situationen, zu
denen es bei korruptem Verhalten unweigerlich kommt. Die Simulation
beruht auf einem realitätsgetreuen Szenario: Als Manager eines
Schweizer Unternehmens sind die Teilnehmenden in verantwortlicher
Position am Bau eines neuen Spitals in einem Schwellenland beteiligt.
Dabei werden ihnen laufend «Knüppel» vor die Füsse geworfen. Es kommt
zu Arbeitsrechtverstössen oder ein korrupter Beamter will geschmiert
werden. Mit einem straffen Zeitplan und einem engen Kostenrahmen im
Hinterkopf müssen die Schulungsteilnehmenden entscheiden, wie sie auf
die Vorfälle reagieren. Dabei gilt es die entstehenden Zielkonflikte
zu lösen, die wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens zu wahren
und sich gleichzeitig integer zu verhalten. «All die
unterschiedlichen Ansprüche unter einen Hut zu bringen, stellt für
viele Fach- und Führungskräfte in ihrem Arbeitsalltag eine grosse
Herausforderung dar», erklärt Professor Christian Hauser, der das
Schulungsinstrument mitentwickelt hat. Daher sei es wichtig, dass die
Mitarbeitenden den Umgang mit solchen Situationen im geschützten
Rahmen eines Trainings üben können.

Durch die Schulung werden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für
die Praxis konkrete Handlungsstrategien mit auf den Weg gegeben. Eine
davon ist zum Beispiel, dass die konsequente Ablehnung von
Bestechungszahlungen durchaus zu Zeitverzögerungen oder anderen
Formen der Arbeitsbehinderung führen kann. Daher ist es wichtig,
derartige Vorkommnisse bereits bei der Planung des Projektes
einzukalkulieren, damit man bei der Projektdurchführung genügend
Flexibilität besitzt und nicht auf unlautere Mittel zurückgreifen
muss.

«Man ist Teil des Korruptionsprozesses»

Die Computersimulation ist Teil eines Schulungskonzeptes namens
HONEST. Dieses wurde vom Schweizerischen Institut für
Entrepreneurship SIFE der HTW Chur in Zusammenarbeit mit der
Compliance-Abteilung der Siemens Schweiz AG und der Tata Interactive
Systems AG entwickelt und von der Kommission für Technologie und
Innovation KTI gefördert. In die Entwicklung flossen die Erfahrungen
von über 80 Fach- und Führungskräften Schweizer Unternehmen ein, die
ihr Wissen im Rahmen von Interviews oder Fokusgruppen einbrachten.
Neben der Simulation umfasst das Schulungsinstrument drei
Rollenspiele zur Vertiefung der Handlungskompetenz sowie einen
Seminarleitfaden für Trainer. Das innovative Schulungsmodell findet
unter den Teilnehmenden Anklang: «Die gewöhnlichen internen
Schulungen sind trotz der Wichtigkeit des Themas oftmals sehr
trocken. Die Simulation lässt mich Teil des Prozesses werden und
spiegelt mein Verhalten darin wider», äusserte sich eine
Kursteilnehmerin im Anschluss an ein Pilottraining.

Das Schulungskonzept und die Simulation können an Zielgruppe und
Zeitbudget für eine Trainingsdurchführung angepasst werden. Dies
ermöglicht z.B. auch kleinen und mittleren Unternehmen, ihre
Mitarbeitenden zum Thema Korruptionsprävention zu schulen.

Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur

Die Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur mit ihren rund
1600 Studierenden ist eine regional verankerte Hochschule mit
nationaler und internationaler Ausstrahlung. Sie bietet Bachelor-,
Master- und Weiterbildungsstudiengänge in den Disziplinen «Bau»,
«Informationswissenschaft», «Management», «Multimedia Production»,
«Technik» sowie «Tourismus» an. Die HTW Chur betreibt in allen
Fachbereichen angewandte Forschung und Entwicklung, führt Beratungen
durch und bietet Dienstleistungen an. Die gesamte Hochschule ist ISO
9001:2008 zertifiziert. Die HTW Chur ist seit dem Jahr 2000 Teil der
FHO Fachhochschule Ostschweiz. Bereits 1963 begann aber die
Geschichte der Hochschule mit der Gründung des Abendtechnikums Chur.

Pressekontakt:
Hauser Christian, Prof. Dr.
Tel. +41 (0)81 286 39 24
Fax +41 (0)81 286 39 29
christian.hauser@htwchur.ch

Weitere Informationen unter:
http://


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