Es schien, als sei Deutschland gegen
Online-Angriffe gewappnet, als Innenminister Hans-Peter Friedrich
(CSU) im Juni das »Nationale Cyber-Abwehrzentrum« in Bonn eröffnete.
Doch der martialische Name hat mehr Buchstaben als Mitarbeiter: Ganze
zehn Beamte sind dort beschäftigt, und die vermögen nun anscheinend
nicht einmal, die Größe des Lecks einzuschätzen, durch das Hacker aus
einem zentralen Polizeicomputer sensible Fahndungsdaten abgesaugt
haben.
Wenn am kommenden Wochenende im
bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen die Schulferien
anbrechen, bedarf es keiner seherischen Fähigkeiten, um
kilometerlange Staus auf den Autobahnen zu erwarten. Genauso sicher
ist, dass hinter manchem Steuer allerhand Verwünschungen ausgestoßen
werden, die sich auch gegen "die Politiker" richten. Zu wenig
Infrastruktur für zu viel Individualverkehr kann einem den
Ferienanfang schon mal verleiden.
Es gibt Dementis, die kann man getrost vergessen.
Das von Helmut Kohl gehört dazu. Ob er nun den Satz gesagt hat: "Die
(Merkel) macht mir mein Europa kaputt", oder hinterher diplomatischer
gewesen sein will – einerlei.
Zweifellos fehlt Europa die Führungsfigur, die Kohl damals war.
Wenn Kohl Europa als seine Leistung einstuft, ist das zwar
übertrieben, weil der Kanzler damals nicht alleine war, aber man kann
seine Leidenschaft verstehen. Der Euro als der deutsche
Es ist ein Ritual: Westliche Regierungschefs
empfangen den Dalai Lama, und Chinas Führung ist sauer. Merkel hat
ihn empfangen, Sarkozy auch. Der Friedensnobelpreisträger Obama
plauderte zum zweiten Mal im Weißen Haus mit dem
Friedensnobelpreisträger aus Tibet. Sie verstehen sich gut.
Es ist ein Ritual bis zum immer gleichen Ende: Der Ärger der
chinesischen Regierung verflüchtigt sich innerhalb weniger Tage, der
mahnende Zeigefinger des Westens verschwind
Mehr als drei Millionen Flüge werden jedes Jahr im
deutschen Luftraum gemeldet. In den letzten 20 Jahren hat sich der
Flugverkehr verdoppelt. Immer seltener kommt es zu den gefährlichen
Beinahe-Begegnungen. Ihre Zahl ist einstellig. Das ist ein sehr gutes
Zeugnis.
Umso wichtiger ist es, das hohe Sicherheitsniveau zu halten. Die
Überprüfung der EU auf deutschen Flughäfen deutet auf
Nachlässigkeiten hin. Wenn die Bundesregierung einräumt, dass dem
Luftf
Der Sage nach entführte der in einen Stier
verwandelte Zeus die schöne Königstochter Europa. Wenn die Staats-
und Regierungschefs der EU-Länder am Donnerstag zum außerordentlichen
Krisengipfel zusammenkommen, um ein weiteres Rettungspaket für
Griechenland zu schnüren, steht ihnen der Sinn kaum nach den
mythischen Vorbildern des alten Kontinents. Es geht vielmehr um die
Zukunft Griechenlands, die Zukunft der Gemeinschaftswährung, um die
Zukunft des e
Es liegt also ein Stück weit an jedem selbst, wie
sein Gebiss aussieht. Was die Ärzte und Kassen nicht von ihrer
Verantwortung enthebt, die Menschen über ihre Möglichkeiten zu
informieren. Es herrscht darüber offensichtlich viel Unkenntnis –
gerade in den viel zitierten bildungsfernen Schichten. Doch gerade
diese müssen den Weg zum Arzt finden – bevor es teuer wird.
Einige Tage haben wir nichts gehört von Silvana Koch-Mehrin. Wer
meinte, nach dem Entzug ihres Doktortitels, dem Rückzug aus der
FDP-Parteispitze und von Ämtern im EU-Parlament würde sie Gras über
die Affäre wachsen lassen, sieht sich getäuscht. Sie kämpft um ihren
ramponierten Ruf und will ihren Doktortitel zurück. Ist es ihre
eigene Unbeirrbarkeit, die sie antreibt? Oder übermäßiger Trotz als
Reaktion a
Altkanzler Helmut Kohl (CDU) hat der rot-grünen Bundesregierung unter Gerhard Schröder (SPD) die Schuld an der Euro-Krise gegeben. In seinen Augen hätte der Euro-Stabilitätspakt niemals aufgegeben werden dürfen, sagte Kohl gegenüber der "Bild-Zeitung". Man hätte ihn vielmehr über den Weg eines zunehmend engeren Europas stärken müssen. Darüber hinaus hätte Griechenland ohne durchgreifende strukturelle Reformen niemals in die Eu
Eigentlich ist es völlig egal, ob Helmut Kohl
wirklich den Satz, Angela Merkel mache ihm sein Europa kaputt, gesagt
hat. Allein die Tatsache, dass solch eine Aussage über die Taten
seines einstigen "Mädchens" nur in der Schärfe überrascht, aber
ansonsten allen nur logisch erscheint, zeigt: Die Bundeskanzlerin
riskiert mit ihrem wenig beherzten Vorgehen bei der Euro-Krise sehr
viel. Die Angriffe der Opposition brauchen sie dabei weniger zu
erschrecken, wen