WAZ: Schwierige Gratwanderung
– Kommentar von Sabine Brendel

Noch bevor das Euro-Rettungspaket verabschiedet ist,
zeigt es Wirkung. Verschuldete Euro-Länder kündigen an, noch mehr zu
sparen. Das ist gut, um das Vertrauen potenzieller Geld-Verleiher zu
stärken. Für die Menschen in den Ländern ist das bitter: Sie müssen
damit rechnen, dass der Staat Sozialausgaben weiter kappt. Portugal
mutet seinen Bürgern noch mehr Einsparungen bei öffentlichen Ausgaben
zu, um nicht auf Euro-Notkredite angewiesen zu sein. Das La

WAZ: Ein „Weiter so“ darf es nicht geben
– Leitartikel von Walter Bau

In Kürze jährt sich zum 25. Mal die Atom-Katastrophe
von Tschernobyl. Der Name der ukrainischen Stadt – bis zu jenem 26.
April 1986 weithin unbekannt – steht seitdem weltweit symbolhaft für
den atomaren Super-GAU schlechthin. Nun steht fest, dass künftig
neben Tschernobyl ein zweiter Name dieses Schicksal teilen wird:
Fukushima. Noch ist unklar, was genau sich in dem havarierten
Atommeiler ereignet hat; auch die Folgen für die Menschen in Japan
sind unabschätz

WAZ: Die Natur ist stärker
– Kommentar vom Birgitta Stauber-Klein

Sie haben den Ernstfall geübt, haben ihre Häuser
erdbebensicher gebaut und auch ihre Atomkraftwerke. Doch die reiche
Weltmacht Japan, ein Land, das an Technikgläubigkeit mit Deutschland
konkurrieren kann, muss nun vor der Kraft der Naturgewalten
kapitulieren. Wie viel tausend Tote noch unter den Trümmern liegen,
ob es gelingt, den atomaren Super-GAU abzuwenden, ob und wie
angesichts der gewaltigen Zerstörungen die Sicherheit und Versorgung
der Bevölkerung in

Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTAR
CDU-Landesparteitag
Röttgens Weg
THOMAS SEIM

Die CDU in NRW hat einen bemerkenswerten Schritt
vollzogen. Auf ihrem Landesparteitag in NRW haben die
Christdemokraten sich de facto vom dreigliedrigen Schulsystem – und
damit auch von der Bestandsgarantie für die Hauptschule –
verabschiedet. Das ist eine respektable Leistung der neuen
CDU-Landesführung um den Vorsitzenden Norbert Röttgen und seinen
Generalsekretär Oliver Wittke. Sie deutet an, dass die neue Führung
der NRW-CDU zu einer weitgehenden Reform ihrer I

Weser-Kurier: Zur Atomdebatte

Eine Technologie, die offensichtlich nicht
beherrschbar ist, muss allein aus gesellschaftspolitischen Erwägungen
zur Disposition gestellt werden. Die Menschen wollen nicht mit der
Angst vor etwas leben müssen, das sie weder sehen noch begreifen noch
richtig einschätzen können. Wir sollten nicht so unklug sein und
unseren Kindern und Kindeskindern etwas hinterlassen, von dem wir
spätestens seit diesem Wochenende wissen, dass es uns zu Recht immer
Angst gemacht hat. D

Südwest Presse: Kommentar zur Atomdebatte

Noch lässt sich das Ausmaß der Katastrophe über Japan
hinaus nur erahnen. Noch ist kaum Zeit, dass Fassungslosigkeit und
Eigensorge dem Mitgefühl und der Trauer Platz einräumen. Schon meldet
sich der Wahlkampf zurück in Deutschland. Am 27. März wählt
Baden-Württemberg. Ein Narr, der glauben wollte, Grüne und
Sozialdemokraten würden die Katastrophe in Asien nicht nutzen, um im
Bundesland mit den meisten Atomkraftwerken politisch Punkte

Mitteldeutsche Zeitung: zur IAEA

Die Arbeit der IAEA fußt seit ihrer Gründung 1957
auf dem Prinzip der Freiwilligkeit. Sie erfährt nur so viel, wie ihr
die Mitgliedsstaaten aus freien Stücken mitteilen. Und in Fällen wie
Fukushima ist diese Bereitwilligkeit aus nachvollziehbaren Gründen
mehr als begrenzt. Jeder Staat spielt die Ausmaße atomarer
Zwischenfälle erst einmal herunter. Doch dieser Reflex hat Folgen:
Das Amt in Wien erfährt zu wenig und das auch noch zu spät, u