Börsen-Zeitung: Tote haben immer Recht, Kommentar zur Zurich Insurance Group von Bernd Wittkowski

Schon der Tod an sich ist eine derart private
Angelegenheit, jeder Suizid darüber hinaus eine solche menschliche
Tragödie, dass Außenstehende, namentlich die Medien, dazu schweigen
sollten, so schwer es fällt. Wenn der Finanzchef eines Weltkonzerns
wie der Zurich Insurance Group allem Anschein nach von sich aus – und
in diesem Fall wohl ohne für sein berufliches Umfeld erkennbare
Warnsignale – die Entscheidung trifft, aus dem Leben zu scheiden, und
daraufhin der Ve

Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Feuerwehren bangen um ihre Zukunft Der Handlungsdruck ist hoch MATTHIAS BUNGEROTH

Auch wenn die Zahl der Brandeinsätze rückläufig
ist: Nach wie vor wird durch Folgen von Brandereignissen in
Deutschland pro Jahr ein Vermögen in Milliardenhöhe vernichtet. Es
ist also nötiger denn je, eine flächendeckend effektiv
funktionierende Feuerwehrstruktur aufrechtzuerhalten. Die
Alarmsignale, die jetzt von Feuerwehrexperten ausgesendet werden,
sollten deshalb bei Politik, Kommunen sowie Großunternehmen nicht
ungehört verhallen. Denn di

Rheinische Post: Armut ist relativ = Von Martin Kessler

Die nackten Zahlen zur Armut können schon
erschrecken. Fast jeder fünfte Bürger ist in der wohlhabenden Stadt
Düsseldorf von Armut bedroht, in Duisburg ist es gar jeder vierte.
Aber, und das ist die weniger bedrohliche Botschaft, die Armut ist
relativ. Denn als arm gilt, wer nur 60 Prozent des
Durchschnitteinkommens verdient. Das kann für die Lebenshaltung
reichen, wenn der Durchschnitt entsprechend hoch ist. In Deutschland
geht es um ein Bruttogehalt von 2500 Eur

Rheinische Post: Steinbrücks Dilemma = Von Eva Quadbeck

Steinbrück macht auf den letzten Metern des
Wahlkampfs, was er tun muss: Angreifen, Optimismus verbreiten, sich
unerschütterlich zeigen. Und er hat auch recht mit dem Hinweis, dass
nichts entschieden sei. Vor dem Hintergrund, dass 40 Prozent der
Wahlberechtigten noch unentschlossen und insgesamt 80 Prozent nicht
wirklich festgelegt sind, erscheint die Bundestagswahl wie eine
Lotterie. Allerdings sind Steinbrücks Chancen, die Stimmung noch für
sich zu drehen, gering. Se

Rheinische Post: Syrien eignet sich nicht für den Wahlkampf = Von Gregor Mayntz

Mag auch die Angriffslust des Herausforderers
den Wahl-Kampf in Deutschland prägen – diese im Kern kriegerisch
anmutende Sprache soll sich nicht auf militärische Aktionen
Deutschlands auswirken. Vielmehr wird der gesamte Komplex von Krieg
und Frieden im Nahen Osten auf wohltuende Weise aus der heißen
Wahlkampf-Phase herausgehalten. Der vielbeschworene Grundkonsens der
maßgebenden demokratischen Parteien in Deutschland trägt. Vorerst.
Das fällt um so leichte

Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTAR Abhöraktivitäten britischer Geheimdienste Im Namen der Sicherheit JOCHEN WITTMANN, LONDON

Großbritannien hat zurzeit ein Image-Problem.
Die NSA-Affäre lässt das Land in keinem guten Licht dastehen. Der
britische Abhördienst GCHQ, so stellt sich heraus, hat noch weit
umfangreicher geschnüffelt als bisher angenommen. Ziemlich massiv: Da
werden im Namen der Sicherheit en masse private Daten gesammelt, da
wird ein Anti-Terror-Gesetz missbraucht, um einen Journalisten
einzuschüchtern. Da droht man einer Zeitung mit Repressalien, da wird
mit vorauseilend

Westfalenpost: Westfalenpost zum angestrebten Einsatzkatalog der Feuerwehr

Die Feuerwehr befürchtet eine allmähliche
Aufweichung ihrer Kernkompetenz. Mehr und mehr wird ihr
Einsatz-Alltag von Kleinigkeiten bestimmt, die in ihrer Summe das
verantwortungsvolle Berufsbild in ein gewisses Beliebigkeitsmuster
verzerren.1,7 Millionen Mal ist die NRW-Feuerwehr im
vergangenen Jahr ausgerückt (davon waren 37 100 Brandfälle),
und längst nicht immer ging es dabei gleich um Leben und Tod.
Natürlich ist es gut und beruhigend zu wissen,

Westfalenpost: Westfalenpost zu Peer Steinbrücks 100-Tage-Programm

Der Kandidat hat ja recht: Entschieden ist noch
gar nichts. Nur die Wahrscheinlichkeit, dass Peer Steinbrück nach dem
22. September Kanzler wird, erscheint auch politischen Beobachtern,
die keine Umfragen mit Ergebnissen verwechseln, als eher gering.
Deshalb kann aber die SPD den Wahlkampf nicht einstellen. Und deshalb
gibt es auch keinen Grund, sich darüber zu mokieren, dass Steinbrück
gestern seine Pläne für einen nicht erwartbaren Fall vorgestellt hat.
Vielleicht

BERLINER MORGENPOST: Eine klare Stellungnahme – Leitartikel von Christine Richter

Der zähe Streit hat ein gutes Ergebnis gefunden:
Die Berliner SPD und die CDU haben sich auf eine eindeutige Position
zum Volksentscheid über die künftige Energiepolitik verständigt. Sie
fordern die Berliner auf, den Volksentscheid abzulehnen – so
beschloss es das Berliner Abgeordnetenhaus am Donnerstag mehrheitlich
mit den Stimmen von SPD und CDU. Und es ist die richtige
Entscheidung.

Der Volksentscheid ist ein kompliziertes Ding. Die Initiatoren,
der sogenannte En

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Giftgas in Syrien

Kurz nachdem die UN-Inspektoren Syrien morgen
früh verlassen haben, wollen sie ihre Untersuchungsergebnisse
bekanntgeben. Und niemanden wird es überraschen, wenn der Verdacht
eines Giftgaseinsatzes bestätigt wird. Doch was heißt das? Die
Inspektoren hatten den Auftrag, nach Giftgas zu suchen. Es war nicht
ihre Aufgabe, den Verursacher auszumachen. Und der ist weiterhin
nicht bekannt. Wer will denn ausschließen, dass die »rote Linie«, die
US-Präsi