Rheinische Post: Mursi unter Mordanklage = Von Helmut Michelis

Mit der Anklage gegen den gestürzten
Präsidenten Mohammed Mursi und 14 weitere Führer der
Muslimbruderschaft setzt das ägyptische Militär seinen harten Kurs
fort. Es zementiert damit die tiefe Spaltung des Landes. Dennoch ist
Ägypten weit davon entfernt, ein zweites Syrien zu werden. Einen
Bürgerkrieg wird es am Nil trotz aller Anschläge und Krawalle nicht
geben. Das Militär ist stark genug, um für Ruhe und Ordnung zu
sorgen. Syrien ä

Rheinische Post: Vodafones volle Kasse = Von Reinhard Kowalewsky

Ist der Ausstieg von Vodafone aus dem USA-Markt
nun eine gute oder eine schlechte Nachricht für den Konzern und
seinen deutschen Ableger? Erstens muss man Vodafone-Chef Vittorio
Colao für sein Verhandlungsgeschick loben: Knapp 100 Milliarden Euro
für eine Minderheitsbeteiligung zu erhalten, ist ein Meisterstück –
für das gleiche Geld könnte man Daimler und Deutsche Bank zusammen
kaufen. Und Colao ist den Ärger in den USA los – Mehrheitseigentümer
Ver

Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Einheitliche Krankenversicherung Nur ohne Rosinenpickerei PETER STUCKHARD

Es war jüngst Bundesgesundheitsminister Daniel
Bahr selbst, der mit einer, so wörtlich, "Vision" die Diskussion um
die Zukunft unseres Gesundheitssystems bereichert hat. Er will die
private Krankenversicherung für jeden öffnen. Das bedeutet konkret:
Er will die Versicherungspflichtgrenze abschaffen. Für die private
Krankenversicherung (PKV) wäre das ein "Sesam, öffne dich" für einen
neuen, großen und attraktiven Markt: Ihre

Rheinische Post: Steinbrücks Wahlkampf mit Beamtenpensionen = Von Gregor Mayntz

Fast 1,9 Millionen Beamte zählt Deutschland.
Und Peer Steinbrück ist einer von ihnen, wenn auch ein ganz
besonderer. Er brachte es vom Referenten zum Regierungschef, und in
seiner Freistellung vom Staatsdienst sogar zum Millionär. Das ist
grundsätzlich kein Problem. Nur wenn ein Millionär als
Kanzlerkandidat mit dem Thema soziale Gerechtigkeit punkten will,
muss er schon den großen Hammer unter Verleugnung der eigenen
Laufbahn bemühen. Natürlich we

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Wahlkampf

Ein Hoch dem klassischen Duell. Auf eine
handfeste Ehrverletzung folgte im 19. Jahrhundert der Zweikampf mit
gleichen Waffen. Trotz hoher Ungenauigkeit der damaligen Pistolen kam
es meist zu einem eindeutigen, in manchen Fällen zu einem todsicheren
Ergebnis. Duelle der Neuzeit kennen dagegen immer nur Sieger und nie
Verlierer – sofern es nach den Sekundanten geht. Geht es aber nicht:
Allein das Bürgerurteil zählt. Das TV-Duell von Bundeskanzlerin
Angela Merkel und SPD-Kanzler

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Balda

Der Machtkampf bei Balda wird zur
Schlammschlacht. Großaktionär Thomas van Aubel hat den Zeitpunkt
seiner Strafanzeige gegen seinen Widersacher Michael Naschke offenbar
mit Kalkül gewählt. Kurz vor der Aktionärsversammlung will er
Stimmung gegen den amtierenden Aufsichtsratschef machen. Van Aubel
selbst ist gereizt. Er dürfte die Schlappe vom 18. Juli noch nicht
verwunden haben. An jenem Tag wollte er schon einmal die Macht an
sich reißen, scheiterte ab

Westdeutsche Zeitung: Nach dem TV-Duell fühlen sich beide Seiten als Sieger = Von Anja Clemens-Smicek

Am Tag danach machte sich Ernüchterung breit.
Denn das als wahlentscheidend angekündigte TV-Duell hat dem Wähler
keine echte Erleuchtung gebracht. Gut, Kanzlerin Angela Merkel hat
sich erstmals klar gegen eine Pkw-Maut ausgesprochen und damit im
CSU-Land einen Sturm der Entrüstung ausgelöst – der sich aber nach
der Bayern-Wahl gleich wieder legen dürfte. Und Peer Steinbrück? Der
SPD-Herausforderer konzentrierte sich auf soziale Kernkompetenzen und
machte

Mitteldeutsche Zeitung: zu NSU und Bundestag

In der Sache bleiben aber auch nach dieser Debatte
Fragen offen. Dass die Sicherheitsbehörden straffer organisiert
werden müssen und das V-Leute-Unwesen dringend korrigiert gehört, ist
längst Allgemeingut. Nicht alle Beteiligten sind hingegen zu der
Einsicht bereit, dass Migranten in Deutschland eher unter
Kriminalitätsverdacht geraten als Einheimische. Das jedoch lässt sich
im Lichte der Fakten kaum bestreiten. Wäre es anders, hätten die
Sicherheitsb

Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Baden-Württemberg/Landtag/Grüne

Es ist ein populäres Thema, das die Grünen im
Stuttgarter Landtag da aufgegriffen haben, und zugleich ein
unpopuläres. Bei den Bürgern kann die Fraktion fraglos mit Beifall
rechnen, wenn sie mehr Transparenz für das Parlament fordert. Den
Einfluss von Lobbyverbänden, wirtschaftliche Eigeninteressen oder
mandatsbezogene Nebeneinkünfte offenzulegen – solche Vorschläge
dürften im Volk breite Zustimmung finden. Ihre Initiative verdient
es, dass dar

Stuttgarter Zeitung: Aus Mangel an Bewerbern / Leitartikel zu Arbeitsmarkt/Lehrstellen

Anders als noch vor zehn Jahren können die
Betriebe heute in vielen Bereichen nicht mehr in einem Pool von
unzähligen hoch-qualifizierten Schulabgängern fischen. Die Macht
innerhalb des Ausbildungssystems ist auf die Seite der Schulabgänger
gewandert, die sich für eine duale Ausbildung entscheiden. Und die
Unternehmen stemmen sich gegen den Azubi-Mangel, der nun nicht mehr
kleinzureden ist.

Immer häufiger kommt es vor, dass ein Schulabgänger mit guten