Es gehört zu den unvermeidlichen
Nebengeräuschen des Sommertheaters in der Politik, allerlei
Forderungen zu stellen, an deren Durchsetzung ohnehin niemand glaubt.
Es geht allein um die Herrschaft über die Schlagzeilen. So verläuft
auch die Debatte um die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland in vier
Jahren. Natürlich ist es sinnvoll, die Haltung der Russen in
Menschenrechtsfragen ebenso lautstark zu kritisieren wie ihre Rolle
in der Ukraine-Krise. Von allen de
Anderen Menschen bei ihrer Trauer zuzusehen,
hat oft etwas Obszönes. Gestern Nachmittag war das anders: Wir
erlebten den trauernden Staat. Über Stunden zeigte uns n-tv, wie die
Niederlande die Leichen der Passagiere von Flug MH 17 empfingen, den
eine Rakete über der Ukraine abgeschossen hatte. Viele Zuschauer
hielt die fast sakrale Würde des Akts davon ab, durchs Programm zu
zappen. Man sieht ja nicht täglich, wie zahllose schwarze
Leichenwagen ihr Heck öffne
So ärgerlich die gestrichenen Flüge nach Tel
Aviv für die betroffenen Passagiere auch sind, so begrenzt sind ihre
praktischen Auswirkungen. Schneefälle und Vulkanausbrüche hatten
schon größere Auswirkungen. Doch die psychologischen und indirekten
Folgen sind immens. Auf einen Schlag ist Millionen potenziellen
Israel-Touristen und vielen Geschäftsleuten so bewusst geworden wie
nie zuvor, welches persönliche Risiko mit einer Reise in das
faszini
Dieser Satz muss einem solide wirtschaftenden
ostwestfälisch-lippischen Unternehmer in den Ohren klingen: Die
Flughafengesellschaft in Dortmund hat gehandelt, wie auch ein
privates Unternehmen gehandelt hätte, befand die EU-Kommission. Ergo:
Es ist nichts daran auszusetzen, dass hunderttausende Menschen im
Großraum Dortmund das 20-Millionen-Defizit des Airports Dortmund auch
über ihre Gasrechnungen ausgleichen. Über diese Entscheidung der
EU-Wettbewerbshüter k
Alle Hoffnungen, dass der Abschuss einer
Passagiermaschine die pro-russischen Separatisten zu einem Moment der
Besinnung oder der Selbstkritik bewegen könnte, sind wie Luftblasen
zerstoben. Es wird genauso weitergemacht wie vorher. Gestern sind
zwei ukrainische Kampfjets abgeschossen worden. Schon vor zwei Wochen
haben die Separatisten und ihre Gönner in Russland eine einseitig vom
ukrainischen Präsidenten Poroschenko ausgerufene Waffenruhe nur
benutzt, um weiter schweres Krie
Uli Hoeneß ist ein zu dreieinhalb Jahren Haft
verurteilter Straftäter, der eine hohe Summe Steuern hinterzogen hat.
Er müsste in einem Gefängnis sitzen und dort behandelt werden, wie
alle anderen Häftlinge auch. Doch es gibt Indizien, dass dies nicht
geschieht, sondern dass Hoeneß eine für das allgemeine
Rechtsempfinden unerträgliche Vorzugsbehandlung erfährt. Erst gab es
Unklarheiten über den Haftantritt. Jetzt machen Meldungen die Runde,
Unterm Strich ist die Entscheidung weiterzumachen
sowohl für Löw als auch für den Verband alternativlos. Der Trainer
gibt dem DFB eine Philosophie und ein Gesicht. Und der DFB
präsentiert sich strukturell in einer Verfassung, dass dieser
Bundestrainer noch Jahre eine Nationalmannschaft mit riesigem
Potenzial haben wird.
Um fast 34 Prozent legte die Aktie des Sangerhäuser
Fahrradbauers Mifa gestern zu, nachdem die Gläubiger einer Anleihe
über 25 Millionen Euro dem angeschlagenen Unternehmen Entgegenkommen
signalisiert haben. Doch jene 34 Prozent entsprechen gerade einmal 58
Cent je Papier. 2,30 Euro kostet die Mifa-Aktie damit – noch nicht
einmal ein Drittel des Wertes aus guten Tagen. Das allein zeigt, dass
der Weg zur Sanierung noch weit ist, nachdem das Unternehmen zuletzt
gefährlich
Gerne verschleiern wirtschaftsenglische Begriffe den
Weg in böse Sackgassen. Cross Border Leasing war so einer. Deutsche
Kommunen leasten Kanäle und Straßen von amerikanischen
Briefkastenfirmen, bis der US-Gesetzgeber die Steuertricks stoppte.
Da guckten manche Stadträte in tiefe Kassenlöcher. Jetzt also: PPP.
Oder Private Public Partnership. Bei weit mehr als 200 Projekten
dieser Art bundesweit wird es sicher funktionierende Kooperationen
zwischen Staat und Priva
So ein Unsinn: Jetzt wird ernsthaft darüber
diskutiert, dass der Boykott eines noch knapp vier Jahre entfernten
Sportereignisses in der Ukraine-Krise ein sinnvolles
Sanktionsinstrument gegen Russland sein könnte. Solche Überlegungen
belegen nur eines überdeutlich: Nach wie vor gibt es in der Krise
kaum konzertiertes Handeln, sondern lediglich die diffuse Hoffnung,
dass Wladimir Putin sich irgendwann dem Druck von Strafmaßnahmen
beugen möge. Davon ist er aber