Auf den ersten Blick scheint es paradox: In den
USA sinkt die Arbeitslosigkeit, die Wirtschaft wächst in einem Tempo,
das Europa neidisch machen kann – und doch steht die Partei des
Präsidenten bei den Kongresswahlen vor einer empfindlichen
Niederlage. Schuld ist die Enttäuschung der Amerikaner über die
politische Klasse, deren Vertreter – in beiden großen Parteien – sich
stur in ideologischen Gräben verschanzen, statt pragmatisch an
Kompromissen zu feilen. Die
Immer noch fände fast jeder zweite Deutsche das
Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA gut. Das
erstaunt, weil seit Monaten eine überaus emotional geführte Kampagne
gegen TTIP läuft, die sich aus dem Baukasten antiamerikanischer
Vorurteile bedient aber mit dem wahren Stand der Verhandlungen so gut
wie nichts zu tun hat. Nicht-Regierungsorganisationen wie foodwatch
oder Campact haben hunderttausende Protest-Unterschriften gesammelt,
unterstützt wird di
Krisen bergen Chancen, heißt es. Wenn das auf
Institutionen zutrifft, dann im Herbst 2014 auf die Kirchen. Jetzt,
da kirchliche und religiöse Feiertage wie der Reformationstag,
Allerheiligen und Allerseelen, bald aber auch der Ewigkeitssonntag
für mehr Nachdenklichkeit sorgen, scheinen sich die beiden großen
christlichen Kirchen zu bewegen und damit aus ihren Krisen Chancen zu
machen. Die Katholiken hatten jüngst in Rom ihre große
Familiensynode. Und unter
Die Zahl der Selbstanzeigen wegen
Steuerhinterziehung wächst weiter enorm – auch dank
Ex-Bayern-Präsident Ulli Hoeneß. Denn der nun veröffentlichte
Urteilstext zu seiner Verurteilung bestätigt, dass unvollständige,
hektisch zusammengeschusterte Selbstanzeigen eben keinen Wert haben –
einer längeren Haft als 3,5 Jahre ist Hoeneß nur entgangen, weil er
wenigstens in der Gerichtsverhandlung auspackte und Reue zeigte. Also
sind Tausende Steuerbetrü
Transparenz auch in NRW: Erst vor wenigen
Wochen hat der Landtag ein Gesetz verabschiedet, das die Abgeordneten
verpflichtet, ihre Nebeneinkünfte – gestaffelt nach Beträgen –
offenzulegen. Diese Neuerung, die sich an die Regelung im Bundestag
anlehnt, soll mäßigend auf die Politiker wirken, will aber nicht den
"gläsernen Abgeordneten" erzwingen. Die meisten Minister in NRW
einschließlich der Regierungschefin haben eine lange Liste von
"Nebent&
Ist Ungarn doch noch zu retten? Das Zurückrudern des
demokratiefeindlichen Ministerpräsidenten Viktor Orban bei der
geplanten Internetsteuer gibt zumindest Anlass zur Hoffnung. Und man
kann diesen Hoffnungsschimmer gar nicht hoch genug bewerten. Nicht
allein wegen der Internetfreiheit, die für die Offenheit der
europäischen Gesellschaften ebenso konstitutiv geworden ist wie für
deren wirtschaftliche Prosperität. Orban war schließlich auf dem
besten Wege,
Geräuschlos haben sich IG Metall, Betriebsrat und
Thyssen-Krupp Steel auf einen ziemlich einmaligen Tarifvertrag
geeinigt. Die 31-Stunden-Woche soll Arbeitsplatzabbau verhindern und
das Unternehmen gleichzeitig in die Lage versetzen, flexibel auf eine
höhere Stahlnachfrage zu reagieren. Damit unterscheiden sich die
Metaller nicht nur von Verdi, GDL oder Pilotenvereinigung Cockpit,
die den Konflikt suchen. Die Gewerkschaft setzt auch Maßstäbe.
Fördern und fordern – so lautete die Maxime der
Hartz-IV-Gesetze, als der ehemalige Sozialdemokrat Wolfgang Clement
sie vor gut zehn Jahren auf den Weg brachte. Daran hat sich – im
Prinzip – bis heute nichts geändert. Dass es grundsätzlich richtig
ist, von Arbeitslosen Engagement zu verlangen und dies mit der
Androhung von Sanktionen zu untermauern, bestreitet auch heute noch
kein Sozialpolitiker ernsthaft. Doch kein Hartz-Gesetz ohne Webfehler
und Absurditäten in der P
Natürlich ist es kaum zu verstehen, warum
Deutschland und die Europäische Union Hunderte von Handelsverträgen
mit der ganzen Welt geschlossen haben, nur kein Freihandelsabkommen
mit unserem wichtigsten Wirtschafts- und festestem Bündnispartner.
Was spricht also dagegen, nach 20 Jahre währenden Hin- und
Her-Überlegungen Zoll- und Handelsschranken zu den Vereinigten
Staaten von Amerika schnell niederzureißen?
Ist Lehrer ein Frauenberuf? Historisch und
literarisch gesehen kaum. Professor Unrat, Lehrer Lämpel, skurrile
Pädagogen aus der "Feuerzangenbowle" – das von der Fiktion genährte
Lehrerbild ist auffallend männlich. Tatsächlich aber haben immer
weniger junge Männer Spaß an diesem Job. Eines der stärksten
Argumente für das Lehramt – die Sicherheit des Beamten – verliert an
Gewicht, wenn sich Fachkräfte suchende Arbeitgeber die junge