Schwäbische Zeitung: Terror-Rentner in Geldnöten – Leitartikel zu RAF-Terroristen

Hinter der Meldung, dass Terroristen der
dritten RAF-Generation im Verdacht zweier Raubüberfälle stehen,
verbirgt sich eine grandiose Blamage des deutschen
Sicherheitsapparates. Man kann diese Blamage auch als Frage
formulieren: Wie kann es sein, dass Schwerbrecher nach Jahrzehnten
noch nicht gefasst sind?

Wahrscheinlich hat es damit zu tun, dass die Geschichte des
Linksterrorismus in Deutschland in der breiten Öffentlichkeit als
abgeschlossen gilt. Allenfalls die Erinn

Westfalenpost: Nina Grunsky zu Schützen und Finanzämtern

Erst die Schießstandrichtlinie, die den
Schützenvogel zum Spatzen machen sollte. Dann der nächste Schuss vor
den Bug: Weil die Bruderschaften darüber stritten, ob Muslime Könige
werden durften, wollte die Unesco das Schützenwesen zunächst nicht
auf die Liste des immateriellen Weltkulturerbes nehmen. Einen echten
Bock geschossen haben aber nun die Finanzämter: Sie wollen den
Schützen ihre Gemeinnützigkeit aberkennen, wenn diese keine Frauen

Westfalenpost: Joachim Karpa zur RAF

Wie Kai aus der Kiste tauchen die letzten drei
Terroristen der Roten Armee Fraktion (RAF) auf. Wieder als
Verbrecher. Nicht, weil die Drei erneut die Existenz des bürgerlichen
Staates in Frage stellen und ihren diffusen blutigen Kampf gegen die
Funktionsträger des kapitalistischen Systems fortsetzen wollen. Nein.
Die Motivlage ist anders: Dem Trio im revolutionären Ruhestand geht
das Geld aus. Eine geregelte Altersversorgung gibt es nicht. Folglich
greift die Truppe auf das zu

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Brief an Merkel

Briefeschreiben ist bei der CDU in: Die einen
kritisieren darin Merkels Flüchtlingspolitik, die anderen verteidigen
sie. Brief und Gegenbrief: Das ist schon kurios und kein Zeichen für
eine offene Gesprächskultur innerhalb der Union. Offenbar scheint es
nicht möglich zu sein, innerparteiliche Gegensätze ohne
parteitaktische Hintergedanken auszudiskutieren. Wie aus den
Sitzungen der CDU-Führungsgremien am Montag zu hören war, ging es
dort rüde und w

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur EU und Polen

Es ist die Stunde der Bekenntnisse. »Mir liegt
viel daran, dass Sie nach der heutigen Debatte überzeugt sind, dass
Polen zu Europa gehört wie auch die Staaten, die Sie hier vertreten«,
sagte Beata Szydlo im Europäischen Parlament. Die Regierungschefin
eines großen Mitgliedslandes ist gekommen, um sich zu verteidigen,
Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit ihres Landes zu zerstreuen.

Die latente Ungeheuerlichkeit dieser Zeremonie wird wohl nur
demjenigen de

Rheinische Post: Kommentar / Müller muss aufpassen = Von Florian Rinke

Ein missglücktes Interview, stockende
Rückruf-Pläne in den USA und verärgerte Arbeitnehmervertreter, die
öffentlich Personal-Pläne des Vorstands abkanzeln – gutes
Krisenmanagement sieht anders aus. Gestern sorgte VW wieder für
Schlagzeilen: Vertreter der Arbeitnehmerseite fühlten sich offenbar
bei der Entscheidung, einen Ex-FBI-Mann als Berater zu holen,
übergangen. Also lehnte man den Vorschlag kurzerhand öffentlich ab.
Dabei leidet das V

Rheinische Post: Kommentar /Ölprinz Putin = Von Matthias Beermann

Bei seinen Landsleuten zehrt Wladimir Putin bis
heute vom Image des großen Erretters, der Russland nach den
chaotischen Jelzin-Jahren zum Blühen gebracht hat. Für den
derzeitigen ökonomischen Absturz machen viele Russen nicht ihren
Präsidenten, sondern die westlichen Ukraine-Sanktionen oder obskure
internationale Verschwörungen verantwortlich. Dabei trägt in
Wirklichkeit Putin die Hauptverantwortung für das Desaster. Putins
politischer Aufstieg ist

Rheinische Post: Kommentar / Merkel fehlt ein Plan zur Lösung der Krise = Von Martin Kessler

Ja, mach nur einen Plan und sei ein großes
Licht, heißt es in Brechts Ballade von der Unzulänglichkeit
menschlichen Planens. Und mach dann noch –nen zweiten Plan, gehn tun
sie beide nicht. Die frühere DDR-Bürgerin Angela Merkel kennt die
Zeilen gut. Und manches an ihrem Regierungsstil weist darauf hin,
dass sie es auch beherzigt. Die Kanzlerin reagiert lieber, als selbst
die Richtung vorzugeben. Damit war sie zehn Jahre erfolgreich. In der
Flüchtlingsfrage f