Westfalenpost: Blamable Samtpfötigkeit Von Knut Pries

Europa hat es derzeit mit dreierlei Türkei zu tun:
Da ist zum einen die "gelenkte Demokratie" des Staatspräsidenten
Erdogan. Alsdann gibt es den eigenwilligen und nur in Grenzen
berechenbaren Nato-Verbündeten. Und schließlich ist Erdogans Reich
neuerdings Schlüsselpartner bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise.
Es fragt sich, ob diese prekäre Dreifaltigkeit auf einen Nenner geht.
Das nämlich müsste sie, soll aus dem ewigen Kandid

BERLINER MORGENPOST: In den Sand gesetzt / Kommentar von Isabell Jürgens

Die Karriere des Schlossbaumeisters Andreas
Schlüter hatte ein Ende, als sich der von ihm konzipierte Münzturm
bedenklich zur Seite neigte. Obwohl jedem, der in Berlins schwammigem
Untergrund baut, diese Geschichte eine Warnung sein müsste, kommt es
immer wieder zu folgenschweren Fehlplanungen. Doch anders als bei
Schlüter ist davon allzu oft nicht nur das eigene Bauvorhaben
betroffen, sondern auch noch Bauwerke in der Nachbarschaft. Die
Schäden, die die Bauarbeite

Rheinische Post: Kommentar: Das Augenmaß fehlt

Das wohl drängendste Problem, vor dem die
Städte und Gemeinden derzeit stehen, ist die Flüchtlingskrise. In
vielen Fällen sind es gerade die Mitarbeiter des öffentlichen
Dienstes, die sich mit all ihrer Energie um Unterbringung und
Integration der Schutzsuchenden kümmern. Arbeiten am Limit, heißt das
für viele. Natürlich ist es nur richtig, dass die Beschäftigten dafür
auch eine angemessene Kompensation verlangen. Allerdings ist unklar,

Rheinische Post: Kommentar: Grippe-Impfung aus Eigeninteresse

Schulen und Betriebe sind dünn besetzt,
Wartezimmer voll: Mehr Menschen als sonst leiden an der "echten"
Grippe. Warum ist das so? Zum einen ist der Impfstoff, den die
Forscher für diesen Winter entwickelten, ungewöhnlich wirkungslos.
Zum anderen nimmt die Impfbegeisterung der Deutschen ab – auch als
Folge des Informationschaos aus dem Winter 2009, als WHO und Behörden
die Welt mit Schweinegrippen-Panik verrückt machten. Ausgerechnet
Ältere, für

Rheinische Post: Kommentar: Rückschlag für Merkel

Auf der Türkei ruhten bisher alle Hoffnungen
der Bundesregierung, die europäische Flüchtlingskrise und damit die
angespannte Lage im eigenen Land, effektiv abzumildern. Mit dem
Attentat von Ankara hat diese Strategie einen herben Rückschlag
erlitten. Eine geschwächte, mit sich selbst beschäftigte und in den
Kampf gegen die Kurden verstrickte Türkei wird bei der Aufnahme und
Versorgung von Flüchtlingen sowie bei der geplanten
europäisch-tür

Börsen-Zeitung: Sondereffekt Kengeter, Kommentar zur Deutschen Börse von Claus Döring

An großen Zielen fehlt es dem seit Mai an der
Spitze der Deutschen Börse stehenden Carsten Kengeter nicht. Das ließ
er beim Neujahrsempfang des Börsenbetreibers durchblicken, als er
verkündete, die Deutsche Börse wieder an die Weltspitze führen zu
wollen. Das hat er in seiner ersten Jahrespressekonferenz als
Vorstandsvorsitzender bekräftigt: Nummer 1 oder 2 der Welt wolle man
in allen Geschäftsfeldern werden. Das sind insbesondere für die

Weser-Kurier: Kommentar von Joerg Helge Wagnerüber den Fall Walesa

Das neueste "Belastungsmaterial" stammt aus dem
Privatarchiv eines kommunistischen Polizeiministers im Generalsrang –
und ist womöglich so echt wie die Hitler-Tagebücher. Natürlich wissen
wir, dass vermeintliche Oppositionelle in der DDR doch mit der Stasi
kungelten: Wolfgang Schnur und Manfred Stolpe lassen grüßen. Der
erste gilt als politischer "Entdecker" von Angela Merkel, der zweite
brachte es immerhin bis zum Regierungschef von Brandenburg.

Lausitzer Rundschau:Überzogene Erwartungen – Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Geld

Klappern gehört bekanntlich zum Handwerk. In der
Sprache von Tarifkämpfen heißt das: Fordere kräftig, sonst kommt am
Ende kaum was raus. Diese Maxime haben Verdi und der Beamtenbund dbb
zweifellos beherzigt. Sechs Prozent mehr Geld für den öffentlichen
Dienst in Bund und Kommunen. Mit diesem Ziel gehen die
Arbeitnehmervertreter nun in die Verhandlungen. Schon angesichts der
großen Flüchtlingsströme, so ihr Argument, brauchten die Mitarbeiter

Lausitzer Rundschau: Des Teufels Beitrag – Walesa soll für polnischen Geheimdienst gearbeitet haben

Lech Walesa ist ohne Zweifel ein schwieriger
Mensch. Er ist selbstverliebt bis hin zum Größenwahn. Er ist ein
notorischer Rebell, von der Kraft und der Wucht eines Teufels, der im
Zweifel auch mit dem Herrgott persönlich in den Ring steigen würde.
Je größer die Herausforderung ist, desto besser für Walesa, der zu
allem Überfluss ein Spielertyp ist und gern aufs Ganze geht. Genau
einen solchen Menschen brauchte es in den 80er-Jahren, um mit dem
Beis