Der Aufstieg der „neuen Führungskraft“: Pragmatismus und Empathie statt Ehrgeiz

MADRID, 15. Mai 2026 – Die Definition einer effektiven Führungskraft befindet sich in einem grundlegenden Wandel: weg von abstrakten visionären Idealen hin zu einem Modell, das auf Verantwortungsbewusstsein, klarer Kommunikation und individueller Führung basiert. Zu diesem Ergebnis kommt der MARCO Global Consumer Report 2025, für den mehr als 4.500 Verbraucher:innen in sieben Schlüsselmärkten (Brasilien, Frankreich, Deutschland, Italien, Mexiko, Portugal und Spanien) befragt wurden, um die Führungsqualitäten zu identifizieren, die das Jahr 2026 prägen werden.

Die zentralen Säulen: Verantwortung und Handlungsfähigkeit

Die Studie identifiziert klare „nicht verhandelbare“ Anforderungen an moderne Führungskräfte. Im Jahr 2026 wird der Erfolg einer Führungskraft daran gemessen werden, inwieweit sie konkrete Ergebnisse liefert und Verantwortung für ihr Handeln übernimmt. Laut der Studie sind die am meisten geschätzten Führungsqualitäten Verantwortungsbewusstsein (8,5/10), gefolgt von Problemlösungskompetenz (8,3/10) und Kommunikationsfähigkeit (8,3/10).

Im Gegensatz dazu scheinen traditionelle „charismatische“ Eigenschaften an Bedeutung zu verlieren: Ehrgeiz (6,9/10) und visionäres Denken (7,5/10) belegten die letzten Plätze unter den abgefragten Eigenschaften. Dies deutet darauf hin, dass Mitarbeitende der Rhetorik überdrüssig sind und nach praktischer, verlässlicher Orientierung suchen. Menschen bevorzugen Taten statt abstrakter Ideen – weniger Worte, mehr Wirkung.

Emotionale Intelligenz wird hoch geschätzt

Die Daten zeigen, dass Ergebnisse zwar weiterhin essenziell sind, sich jedoch die Art und Weise verändert hat, wie sie erreicht werden. Fachkompetenz (8,0) und Orientierungskompetenz (7,8) sind zweifellos wichtig, doch Pragmatismus allein reicht nicht mehr aus. Emotionale Intelligenz gewinnt zunehmend an Bedeutung und ist inzwischen eine zentrale Voraussetzung: Empathie (8,2) und Transparenz (8,1) erzielen hohe Werte und zeigen, dass Menschen sich Führungskräfte wünschen, die offen und emotional bewusst handeln – und nicht ausschließlich auf Aufgaben fokussiert sind.

Individueller Ansatz in der Teamführung

Überwältigende 90,4 % der Befragten sind der Ansicht, dass Führungskräfte ihren Führungsstil an die individuellen Bedürfnisse der Teammitglieder anpassen sollten. Dies spiegelt eine starke Nachfrage nach empathischer und personalisierter Führung wider – insbesondere in zunehmend vielfältigen und hybriden Arbeitsumgebungen.

Darüber hinaus bewertete mehr als die Hälfte der Befragten Inklusion und Zusammenarbeit als äußerst wichtig (mit Bewertungen von 9 oder 10), wobei 36,5 % die Höchstwertung 10 vergaben. Dies bestätigt, dass die heutige Arbeitswelt von Führungskräften erwartet, aktiv eine unterstützende und teamorientierte Kultur zu fördern – nicht nur als zusätzlichen Mehrwert, sondern als grundlegende Erwartung.

Globale Unterschiede

Der Bericht zeigt zudem faszinierende kulturelle Unterschiede in den Erwartungen an Führungskräfte. Verantwortungsbewusstsein, Problemlösungskompetenz und Kommunikationsfähigkeit bestätigen sich dabei länderübergreifend als die wichtigsten Eigenschaften.

In Brasilien, Mexiko und Portugal zeigen die Befragten insgesamt die höchsten Erwartungen an ihre Führungskräfte und verlangen ein hohes Maß an Engagement und Inspiration.

Südeuropäische Länder (Italien, Spanien und Portugal) bewerten emotionale Intelligenz – etwa Empathie und Kommunikationsfähigkeit – etwas höher als nordeuropäische Länder. Dies deutet auf eine stärker menschenzentrierte Vorstellung von Führung hin.

In Spanien und Deutschland verschiebt sich der Fokus dagegen hin zu einer pragmatischeren, handlungsorientierten Führung, die Effizienz und konkrete Ergebnisse höher bewertet als visionäre Eigenschaften oder Ehrgeiz.

Gleichzeitig legen Frankreich und Deutschland sowohl Wert auf fachliche Kompetenzen wie Know-how und Orientierungskompetenz als auch auf Soft Skills wie Transparenz.

Noelia Cruzad, Co-CEO MARCO kommentierte diese veränderten Erwartungen wie folgt:

„Die Daten sprechen eine klare Sprache: Im Jahr 2026 gibt es keinen Platz mehr für Führungskräfte, die sich hinter ehrgeizigen Schlagworten verstecken, ohne konkrete Wirkung in der realen Welt zu erzielen. Menschen verlangen nach ‚menschlichen‘ Führungspersönlichkeiten – Personen, die Verantwortung übernehmen, transparent handeln und die Komplexität hybrider Arbeitsmodelle mit Empathie meistern können. Die Rolle eines CEOs besteht heute nicht mehr nur darin, zu führen, sondern Menschen zu befähigen, indem ihre individuellen Bedürfnisse anerkannt und eine Kultur radikaler Offenheit gefördert werden.“

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Methodik

Die Umfrage wurde zwischen Mai und Juni 2025 in sieben Ländern durchgeführt. Sie behandelte verschiedene Themenbereiche wie Unternehmenskultur, hybrides Arbeiten, Social-Media-Nutzung, Nachhaltigkeit, Markenbindung und Führungsstile.

Insgesamt nahmen 4.598 Personen aus sieben Ländern an der Studie teil: den wichtigsten europäischen Märkten sowie den beiden größten lateinamerikanischen Märkten – Frankreich, Deutschland, Italien, Portugal, Spanien, Mexiko und Brasilien. Die Stichprobe wurde mittels Zufallsverfahren erhoben, wodurch sichergestellt wurde, dass sie in jedem Land repräsentativ für die allgemeine Bevölkerung ist.

Die Datenerhebung erfolgte über eine Online-Befragung.

Analysiert wurden neue Konsumgewohnheiten sowie aufkommende Bedürfnisse von Kund:innen und Mitarbeitenden. Gleichzeitig identifizierte die Studie Trends im Bereich Markenbindung in unterschiedlichen Märkten. Der Ansatz unterstützt Business-Development- und Thought-Leadership-Initiativen und validiert zugleich die effektivsten Formate für die Kommunikation über soziale Medien, um eine stärkere Verbindung zu den jeweiligen Zielgruppen aufzubauen.