Hauptstadt der Singles: Wohnen in Berlin bleibt bezahlbar – solange man keine Kinder bekommt

Hauptstadt der Singles: Wohnen in Berlin bleibt bezahlbar – solange man keine Kinder bekommt
 

Eine immowelt Analyse zur Warmmiete einer 40-Quadratmeter-Wohnung und dem Medianeinkommen von Singles für 93 ausgewählte Berliner Ortsteile zeigt:

– Einpersonenhaushalte: In allen 93 untersuchten Berliner Ortsteilen bleibt die Warmmiete für Singles bei 40 Quadratmetern unter 30 Prozent des Medianeinkommens
– Jeder 2. Haushalt in Berlin wird nur von einer Person bewohnt
– Hohe Belastung für Familien: Bei einer 90-Quadratmeter-Wohnung wird die 30-Prozent-Grenze für Familien in nahezu allen Ortsteilen überschritten
– Berlin wächst durch internationale Zuzüge, Familien wandern für günstigeren Wohnraum nach Brandenburg ab

Die Mieten in Berlin sind in den vergangenen drei Jahren um fast 12 Prozent gestiegen (https://www.immowelt.de/ueberuns/presse/pressemitteilungenkontakt/immoweltde/2026/mieten-steigen-seit-3-jahren-viermal-so-schnell-wie-realloehne-grossstaedte-werden-immer-unerschwinglicher/). Eine aktuelle Analyse von immowelt zeigt in diesem Kontext ein differenziertes Bild der Bezahlbarkeit: Für Singles ist die Hauptstadt weiterhin leistbar. Die finanzielle Belastungsgrenze wird in der Regel erst überschritten, wenn ein Haushalt mehr Wohnfläche, wie beispielsweise ein Kinderzimmer, benötigt. Obwohl Familien in Summe mehr Einkommen zur Verfügung haben, sind diese eher von den Wohnkosten in Berlin überlastet. Vor dem Hintergrund der anstehenden Wahlen rückt dies die Herausforderungen der Berliner Wohnungspolitik bei der Schaffung von familiengerechtem Wohnraum in den Fokus.

„Unsere Analyse zeigt: Für Singles mit mittlerem Einkommen ist Wohnen in Berlin auch bei einer Neuanmietung grundsätzlich noch bezahlbar“, sagt Theo Mseka, Geschäftsführer von immowelt. „Kritisch wird es, wenn Familien mehr Platz benötigen. Das eigentliche Bezahlbarkeitsproblem des Berliner Mietmarkts ist deshalb vor allem ein Mangel an ausreichend großen Wohnungen zu bezahlbaren Preisen.“

Für Singles leistbar: Selbst teure Lagen bleiben bezahlbar

Berlin ist stark von Einpersonenhaushalten geprägt: Von den 1,97 Millionen Haushalten fallen 977.000 in diese Kategorie, was einem Anteil von 50 Prozent entspricht[1]. Rund 85 Prozent der Haushalte in der Hauptstadt wohnen zur Miete[2]. Wer allein lebt und 40 Quadratmeter bewohnt, kommt auch bei neuen Mietverträgen mit mittlerem Einkommen gut zurecht. Die Daten für 93 Ortsteile belegen: Bei einem Berliner Mediannettoeinkommen von 2.835 Euro pro Monat bleibt die Warmmiete flächendeckend unter der kritischen Wohnkostenquote von 30 Prozent (851 Euro). Selbst in hochpreisigen Lagen bleibt das Wohnen für Singles statistisch im Rahmen: In Wilmersdorf werden für 40 Quadratmeter durchschnittlich 812 Euro warm fällig, in Grunewald und Wilhelmstadt jeweils 796 Euro und in Tiergarten 785 Euro. In günstigeren Ortsteilen wie Spandau (583 Euro) oder dem Märkischen Viertel (531 Euro) liegt die finanzielle Belastung noch deutlich darunter.

Das Mietproblem beginnt mit dem Kinderzimmer

Mit Kindern steigt der Bedarf an Zimmern und Wohnfläche, während das Haushaltseinkommen selten im gleichen Verhältnis wächst. Diese Schere zeigt sich beim Vergleich mit einer 90-Quadratmeter-Wohnung für eine dreiköpfige Familie: In diesem Fall liegt die Wohnkostenquote bei einem Umzug in 89 von 93 Ortsteilen über der 30-Prozent-Grenze. In der Gropiusstadt werden für eine solche Wohnung beispielsweise 44,3 Prozent des mittleren Haushaltseinkommens benötigt. Das sind die Ergebnisse einer weiteren immowelt Analyse (https://www.immowelt.de/ueberuns/presse/pressemitteilungenkontakt/immoweltde/2026/gentrifizierung-erreicht-arbeitersiedlungen-am-berliner-stadtrand-ansaessige-familien-koennen-sich-neumieten-im-eigenen-kiez-nicht-mehr-leisten/).

Damit entsteht ein Verdrängungsdruck, der Haushalte je nach Lebensphase sehr unterschiedlich trifft. Eine kleine Wohnung kann für Singles auch in beliebten innerstädtischen Lagen noch bezahlbar sein. Wer jedoch eine Familie gründet und mehr Platz benötigt, muss einen immer größeren Teil seines Einkommens für das Wohnen aufwenden.

Berlin wächst durch internationalen Zuzug, Familien gehen nach Brandenburg

Die Folge: Viele Familien weichen auf günstigere Wohnlagen am Stadtrand aus oder verlassen Berlin ganz und ziehen ins brandenburgische Umland. Das belegen auch die amtlichen Wanderungsstatistiken für 2024[3]. Im Austausch mit Berlin verzeichnete Brandenburg bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren einen Wanderungsgewinn von 4.393 Personen. Noch deutlicher fällt der Saldo bei den 30- bis unter 45-Jährigen aus, also einer Altersgruppe, in der viele Menschen Familien gründen oder bereits Kinder haben: Hier gewann Brandenburg gegenüber Berlin 6.631 Einwohner hinzu. Ein anderes Bild zeigt sich bei den 18- bis unter 30-Jährigen. In dieser Altersgruppe verlor Brandenburg 612 Personen an die Hauptstadt.

Berlin wächst insgesamt zwar weiterhin, doch dieses Wachstum wird vor allem durch Zuzug aus anderen Regionen und durch internationale Zuwanderung getragen. Bei Familien mit Kindern und Menschen im typischen Familienalter zeigt die Wanderungsbewegung dagegen deutlich in die andere Richtung: Für sie wird das Berliner Umland in Brandenburg zunehmend zur Alternative zur Hauptstadt.

Ausführliche Tabellen zur Mietbelastung in den 93 Berliner Ortsteilen stehen hier zum Download bereit. (https://content.cdn.immowelt.com/iw_group2/import/Redaktion/Pressemitteilungen/2026/2026_08_27_Tabellen_Mieten_Berlin_Singles.pdf)

Druckfähige Fotos von Theo Mseka stehen hier zum Download bereit. (https://www.immowelt.de/ueberuns/presse/bilder-und-logos/)

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Berechnungsgrundlage:

Datenbasis für die Berechnung der Mietpreise waren auf immowelt.de inserierte Angebote. Die mittels hedonischer Verfahren errechneten Werte geben die monatlichen Mieten von Bestandswohnungen (40 Quadratmeter, Baujahr 1990er-Jahre) zum 01.08.2026 wieder. Die Nebenkosten wurden mit 2,67 Euro pro Quadratmeter veranschlagt (Quelle: Deutscher Mieterbund). Das Berliner Medianentgelt stammt von der Bundesagentur für Arbeit. Dieses wurden in ein entsprechendes Nettogehalt eines Vollverdieners (Steuerklasse 1) umgerechnet.

Diese und andere Pressemitteilungen von immowelt.de finden Sie in unserem Pressebereich (https://www.immowelt.de/ueberuns/presse/pressemitteilungenkontakt/).

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[1] Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (https://www.statistik-berlin-brandenburg.de/presse/2026/65-Einpersonenhaushalte-2025)

[2] Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (https://www.statistik-berlin-brandenburg.de/f-i-2-4j)

[3] Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (https://www.statistik-berlin-brandenburg.de/107-2025)

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