Jobglück: Warum Glück im Unternehmen plötzlich zum Wettbewerbsvorteil wird

Jobglück: Warum Glück im Unternehmen plötzlich zum Wettbewerbsvorteil wird
Dr. Achim Pothmann, Unna – Experte für die Zukunft der Unternehmen (© Dr. Achim Pothmann)
 

Jobglück wird noch immer gerne in die Wohlfühlecke gestellt. Ein bisschen Happiness, gute Stimmung und möglichst viel Spaß bei der Arbeit. Doch damit wird seine eigentliche Bedeutung gewaltig unterschätzt.

Jobglück bedeutet vor allem: Menschen machen ihre Arbeit gerne.

Und so stellt sich für Unternehmen die entscheidende Frage: Was bewirkt dieses Gernemachen?

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu sind eindrucksvoll:

Glücklichere Mitarbeitende zeigen ein höheres Maß an Leistungsbereitschaft. Sie arbeiten engagierter und produktiver, verfügen tendenziell über mehr Energie und Eigeninitiative, übernehmen eher Verantwortung und zeigen eine höhere Kooperationsbereitschaft.

Auch für Unternehmen entstehen weitere wichtige Effekte: Zufriedene Mitarbeitende fühlen sich ihrem Unternehmen und ihren Führungskräften stärker verbunden, zeigen mehr Loyalität und präsentieren ihr Unternehmen sowie dessen Produkte und Dienstleistungen überzeugter nach außen.

Eine viel zitierte Metaanalyse von Lyubomirsky, King und Diener untersuchte bereits 2005 insgesamt 225 Studien zum Zusammenhang von Glück und Erfolg.

Die Logik dahinter lässt sich erstaunlich einfach ausdrücken:

Jobglück bedeutet Gernemachen.
Gernemachen führt zu Gutmachen.
Und Gutmachen führt zum Erfolg des Unternehmens.

Damit verändert sich auch die wirtschaftliche Perspektive auf das Thema.

Die zentrale Frage, die sich heutzutage Unternehmen stellen sollten ist:

Welches wirtschaftliche Potenzial verschenken Unternehmen, wenn ihre Mitarbeitenden ihre Arbeit eben nicht gerne machen?

Denn Jobglück wirkt auf zentrale Herausforderungen, mit denen Unternehmen heute kämpfen: Engagement, Produktivität, Mitarbeiterbindung, Krankenstände, Arbeitgeberattraktivität und letztlich wirtschaftlichen Erfolg.

Deshalb sollten Geschäftsführungen Jobglück nicht als nette Zugabe moderner Personalarbeit betrachten, sondern als Teil ihrer Unternehmensstrategie.

Oder auf den Punkt gebracht:

„Jobglück ist kein Wohlfühlprogramm. Es wird in Zukunft zu einem der wichtigsten strategischen Wettbewerbs- und Erfolgsfaktoren für Unternehmen.“ (Dr. Achim Pothmann)

Wer Unternehmen zukunftsfähig entwickeln möchte, sollte deshalb anfangen, Jobglück nicht dem Zufall zu überlassen!

Quelle und weiterführend:

* Pothmann, Achim: „Glückliche Unternehmen. Wie Erfolg selbstverständlich wird“, BoD, Norderstedt 2021, S. 14-15.
* Lyubomirsky, Sonja und King, Laura und Diener, Ed (2005): The benefits of frequent positive affect: does happiness lead to success? Psychological Bulletin, 131 (6), 803-855.