Johannes Ronge: Vor 213 Jahren wurde ein Wegbereiter der Religionsfreiheit geboren

Johannes Ronge: Vor 213 Jahren wurde ein Wegbereiter der Religionsfreiheit geboren
Johannes Ronge: Vor 213 Jahren wurde ein Wegbereiter der Religionsfreiheit geboren (© Angelika Lenz Verlag)
 

Zum Geburtstag des Kirchenreformers am 16. Oktober erinnert der Angelika Lenz Verlag mit zwei Veröffentlichungen an die Anfänge der freireligiösen Bewegung in Deutschland.

Neu-Isenburg, 16. Oktober 2026. Vor 213 Jahren wurde Johannes Ronge in Bischofswalde in Schlesien geboren. Der katholische Priester wurde durch seinen öffentlichen Protest gegen die Ausstellung des sogenannten Heiligen Rocks in Trier im Jahr 1844 bekannt. Sein offenes Sendschreiben an den Trierer Bischof Wilhelm Arnoldi löste eine breite Debatte über kirchliche Autorität, religiöse Bevormundung und Glaubensfreiheit aus.

Ronge kritisierte insbesondere die Verehrung der Reliquie und die finanziellen Belastungen der Pilger. Sein Brief fand große Verbreitung. Noch im selben Jahr wurde Johannes Ronge exkommuniziert.

In den folgenden Jahren engagierte sich Ronge für die Gründung deutschkatholischer Gemeinden und eine von kirchlicher Hierarchie unabhängige religiöse Gemeinschaft. Er setzte sich zugleich für demokratische Rechte und gesellschaftliche Reformen ein. 1848 gehörte er dem Frankfurter Vorparlament an, später musste er aus politischen Gründen ins Exil gehen.

Seine Ideen wirkten in der freireligiösen Bewegung fort und gehören zur Geschichte der Religions- und Weltanschauungsfreiheit in Deutschland.

Zwei Veröffentlichungen über Johannes Ronge

Der Angelika Lenz Verlag hat zwei Bücher im Programm, die sich mit Johannes Ronge und seinem historischen Umfeld befassen.

Der Band „Johannes Ronge und die freireligiöse Bewegung“ von Volker Mueller aus der Historischen Reihe freigeistiger Texte enthält neben einer Einführung zwei wichtige Originalschriften: das „Offene Sendschreiben an den Bischof von Trier“ von 1844 sowie „Das Wesen der freien christlichen Kirche“ von 1847.

Der Sammelband „Es bewegt sich doch? Von der Aufklärung zu Ronge und dann – wie es weiter geht in Religion, Weltanschauung und Gesellschaft„, herausgegeben von Renate Bauer, dokumentiert eine Tagung des Dachverbandes Freier Weltanschauungsgemeinschaften und der Freireligiösen Landesgemeinde Pfalz aus dem Jahr 2013. Die Beiträge untersuchen Ronges Verhältnis zur Aufklärung, sein politisches und religiöses Wirken und die Fortentwicklung freier Weltanschauungen.

Beide Bücher ermöglichen einen Einblick in die Entstehung einer Bewegung, die sich gegen religiösen Zwang wandte und für die Freiheit des Denkens eintrat.

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Angelika Lenz Verlag
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