
Es ist nun nicht nur mehr Japan, welches eine positive Entwicklung der Weltwirtschaft infrage stellt. Drei Themenbereiche stechen hervor:
EINS: Öl: seit Beginn des Iran Krieges ist die Straße von Hormus de facto geschlossen. Das weltweite Angebot an Öl ist um ca. 20% reduziert. Bisher waren die preislichen Auswirkungen der reduzierten Menge noch nicht deutlich spürbar, da Tanker noch bis in den April hinein an ihren Zielhäfen gelöscht werden konnten und die USA ihre strategischen Öl Reserven – in Erwartung eines kurzzeitigen Konfliktes – praktisch auf Null reduziert haben. Nun sind die strategischen Öl Reserven erschöpft und der Krieg dauert weiter an. Der Preis für ein Barrel Öl der Marke Brent liegt aktuell bei 105 USD – ca. 50% höher als Ende 2025.
Zusätzlich steigen die Frachtraten für das bereits verteuerte Erdöl: Zum einen stehen durch die Blockade der Straße von Hormus weniger Schiffe zur Verfügung bzw. einige wurden zerstört und zum anderen steigen die Preise für den Schiffsdiesel deutlich: ca. 50% seit Ende 2025. Die Frachtraten für Erdöl sind von Ende 2025 bis September von ca. 2,5 USD / Bartel auf ca. 11 USD / Barrel gestiegen.
ZWEI: Schulden: die weltweite Verschuldung (Staaten, Firmen, Haushalte) beträgt aktuell ca. 360.000 Milliarden US Dollar und entspricht somit etwa dem Dreifachen des weltweiten Sozialproduktes. Die Länder sind in Summe mit etwa 106.000 Milliarden USD verschuldet, die Verschuldung der Firmen liegt bei ca. 100.000 Milliarden USD und die der Haushalte bei ca. 60.000 Milliarden USD.
Als absoluter Spitzenreiter bei den Staatsschulden mit mehr als 40.000 Milliarden USD besitzen die USA einen Anteil von fast 40% aller Staatsschulden. Während die Staatsschuldenquote (das Verhältnis von Staatsschulden zu BIP) 1980 noch bei ca. 34% lag, ist es nun auf mehr als 125% gestiegen. Viele Ökonomen betrachten Staatsverschuldungsquote von mehr als 90% bereits als den Einstieg in eine Schuldenfalle.
DREI: Zinsen: Für vom Schuldner aufgenommene Schulden müssen Zinszahlungen geleistet werden. Diese sind c.p. umso höher, je höher der Zinssatz ist. Als weltweiter Referenzpreis für Zinsen wird oft der Zinssatz für amerikanische Staatspapiere herangezogen, weil die USA den weltweiten Finanzmarkt durch ihren hohen Anteil daran stark beeinflussen.
Bei seinem historischen Tiefpunkt im Juli 2020 lag der Zinssatz der amerikanischen 10-Jahres Staatspapiere bei ca. 0,5%. Erst langsam, aber seit den letzten Wochen wieder schneller, ist dieser Zinssatz auf 4,97% gestiegen. Eine Verzehnfachung des Zinssatzes innerhalb von 6 Jahren.
„Seit der Abkoppelung des USD vom Gold im Jahr 1971 wirtschaften wir mit einem ungedeckten FIAT-Geld-System. Systemimmanent ist dabei die kontinuierliche Zunahme der Verschuldung bis zu dem Punkt, bei welchem die Marktteilnehmer das Vertrauen in die Währung verlieren und diese so schnell wie möglich abstoßen wollen und durch Gold und Silber ersetzen wollen.“ – kommentiert Thorsten Schuppenhauer, Geschäftsführer der k3 mapa GmbH. Und er fährt fort: „die daraus resultierende Schwemme an ungedecktem Geld treibt seinen Preis massiv in den Keller und heizt die Preise für Güter massiv an. Geld wird dann wertlos. Ein Szenario, wie es Deutschland zu Beginn der Weimarer Republik erlebt hat. Wir raten unseren Kunden dringend, sich mit diesem Szenario proaktiv auseinanderzusetzen.“