Westdeutsche Zeitung: Schavans Glaubwürdigkeit ist dahin = Von Olaf Steinacker

Angriff ist die beste Verteidigung, heißt es
landläufig. Dass dies nicht immer so ist, zeigt der Fall um
Bildungsministerin Annette Schavan, deren Doktorarbeit massiv in der
Kritik steht. Auf Angriff setzen alle beteiligten Parteien – an der
Zahl sind es drei – und alle liegen mit dieser Strategie daneben.

Allen voran die Ministerin, deren Ansehen allein durch den Vorwurf
der Täuschung so schwer und nachhaltig beschädigt ist, dass eine
Zukunft im Kabinett undenkbar

WAZ: Ein Zinsdeckel ist unverzichtbar. Kommentar von Wolfgang Mulke

Freiwillige Selbstverpflichtungen der Wirtschaft
haben schon häufig nicht funktioniert. Daher muss der Gesetzgeber
Unternehmen ein Stoppschild vor die Nase halten, wenn sie sich
partout nicht anständig verhalten wollen. Das gilt auch für die
teilweise unbotmäßig hohen Dispozinsen, die Bankkunden abgeknöpft
werden. Auf den Zinssatz gehört ein Deckel, der sich an den
Leitzinsen des Marktes orientieren muss. Ein Zinsdeckel ist als
Ergänzung zu sch&aum

WAZ: Die neue Freiheit der Kubaner. Kommentar von Klaus Ehringfeld

Kubanische Touristen in Miami, Mexiko oder München?
Bis jetzt war das undenkbar, denn Urlaubsreisen für die Bevölkerung
außerhalb der kommunistischen Karibikinsel sind im Modell Kuba nicht
vorgesehen. Seit aber 2008 mit Raúl Castro der jüngere der beiden
Brüder Präsident ist, ist Bewegung in das System Kuba gekommen. Erst
waren es Handy-Besitz, Hotelbesuche, Auto- und Hauskauf oder die
Erlaubnis, kleine Ich-AGs zu betreiben. Jetzt hat die
Castro-

Frankfurter Rundschau: Zum Semesterbeginn an deutschen Hochschulen:

Statt sich zu freuen, betrachten Hochschulen und
die finanzierenden Bundesländer den Ansturm der klugen Köpfe jedoch
mit gemischten Gefühlen. Durch die verkürzte Gymnasialzeit (G8) und
das Aussetzen der Wehrpflicht strömen nicht nur mehr, sondern auch
deutlich jüngere Erstsemester an die Universitäten und
Fachhochschulen. Ihnen deshalb Unreife zu attestieren, ist jedoch
aus zwei Gründen infam. Erstens waren es die Bundesländer selbst, die
mit

Berliner Zeitung: Zum Haager Jugoslawien-Tribunal:

So sehr der letztlich erfolgreiche Weg des Haager
Tribunals zu würdigen ist, für die Länder des Balkans eröffnete
dieses Verfahren doch einen unverdient bequemen Weg. Sie konnten die
übelsten Figuren an eine ferne Instanz abschieben und sich selbst
entlastet fühlen. In allen Staaten, die aus Jugoslawien hervorgingen,
ist eine tiefe, ehrliche Auseinandersetzung mit diesem Kapitel noch
immer die Ausnahme. Überall liegt Geschichtsmüll herum, mit dem sic