Börsen-Zeitung: Dreistes Spiel, Kommentar zu den Vorstellungen Griechenlands über einen Aufschub des Sparprogramms, von Claus Döring.

Aus griechischer Sicht ist es eine glänzende
Idee, das mit der Troika aus Internationalem Währungsfonds (IWF),
EU-Kommission und Europäischer Zentralbank (EZB) vereinbarte
Sparprogramm statt bis zum Jahr 2014 erst bis 2016 umsetzen zu
müssen. Denn erstens kann Griechenlands Ministerpräsident Antonis
Samaras darauf hoffen, dass bis dahin die einzige Regierung
Eurolands, die gegenwärtig auf strikter Einhaltung der Vereinbarungen
besteht, nämlich die deutsch

Mitteldeutsche Zeitung: zu Schlarmann-Kritik an Kanzlerin

Ganz unverdient hat Angela Merkel diesen Clown mit
der Pappnase des Kritikers allerdings nicht bekommen. Ernsthaft
fördert die Kanzlerin eine kritische Debatte in ihrer Partei nicht.
Aber wo liegt der Unterschied zu ihren Vorgängern? Von Konrad
Adenauer bis Helmut Kohl haben erfolgreiche Kanzler ihre CDU als
autoritär auf ihre Person ausgerichteten Wahlverein geführt. Merkel
steht also in einer guten schlechten Tradition. Auch sie wird
irgendwann zu spüren beko

Mitteldeutsche Zeitung: zu australischem Urteil gegen Tabakindustrie

Damit hat die Tabakindustrie eine für sie
verheerende Niederlage erlitten. Denn die Unternehmen leben nicht
etwa in erster Linie davon, dass sich ihre Produkte durch fein
abgestimmten Mischungen und spezielle Qualitätsmerkmale gegenüber
anderen Produkten hervorheben. Sie leben in erster Linie von ihren
Marken, die sie mit viel Geld und aufwändigen Kampagnen emotional
aufgeladen haben. Man denke nur an den berühmten Marlboro-Man. Diese
Marketingmaßnahmen wer

Mitteldeutsche Zeitung: zur Flucht eines Schwerkriminellen

Auch Schwerkriminelle müssen die Chance zur Umkehr
haben. Therapeuten, Wachpersonal und Anstaltsleitung tragen
dabei eine hohe Verantwortung. Sie müssen zwischen den Rechten eines
Häftlings und dem Recht der Gesellschaft, vor gefährlichen Tätern
geschützt zu werden, richtig abwägen. Im Fall Silvio Titsch war die
Abwägung falsch – sonst wäre er nicht geflohen. Wie sie zustande
kam, ob Gutgläubigkeit oder Fahrlässigkeit ei

Rheinische Post: Kommentar zum Bildungsmonitor: Schildkröte Bildung

Bildung ist eines der drei Schlagworte neben
Wachstum und Zusammenhalt, das sich die schwarz-gelbe Regierung als
Wegweiser auf ihren Koalitionsvertrag geschrieben hat. Die Kanzlerin
hat sogar die Bildungsrepublik ausgerufen. Angesichts dieses
Überschwangs ist es erstaunlich, dass die Bildungsreform im
Schildkröten-Tempo läuft. Immer noch diskutieren Bund und Länder
darüber, ob sie das verrückte Verbot einer Zusammenarbeit von Bund
und Ländern in Bildungs

Rheinische Post: Kommentar zum Umgang mit dem Islam: Deutschland und seine Muslime

Die Vereinbarungen der Stadt Hamburg mit
muslimischen Verbänden öffnen ein neues Kapitel in der deutschen
Grundsatzdiskussion über die Rolle des Islam. Was in Hamburg nach
immerhin fünfjährigen Verhandlungen herauskam, macht Mut: Im Sinne
eines aufgeklärten politischen Rationalismus, der sich seiner
religiösen Wurzeln bewusst ist, deklinieren die Verträge das Motto
"Gleiche Rechte, gleiche Pflichten" anhand des bürgerschaftlichen
Allt

Allg. Zeitung Mainz: Alternativlos / Kommentar zu Merkel

Politik funktioniert nach Regeln, die furchtbar
einfach sind, in des Wortes wahrster Bedeutung. Wer gewinnt, hat
Recht. Das ist die eine, die machtstrategische Seite, nicht
unwichtig, denn nur wer Macht hat, kann Dinge bewegen. Die andere,
inhaltliche Seite: Politik muss Probleme lösen. Dabei gibt es weder
Weiße Ritter, noch gute Feen, nur selten ein märchenhaftes Happyend.
Weit zahlreicher sind mühsame Kompromisse, manchmal müssen schmutzige
kleine Tricks herhalt

Allg. Zeitung Mainz: Ungutes Gefühl / Kommentar zum Bildungsmonitor

Die Forderung nach einem schnelleren Ausbau der
Kinderbetreuungsplätze und nach mehr Förderung von Schülern aus
bildungsfernen Haushalten oder Migrantenfamilien sind die Kernpunkte
des Bildungsmonitors, den die Initiative Soziale Marktwirtschaft
(INSM) erstellt hat. Man muss festhalten, dass es laut Studie auf
nahezu allen Bildungsgebieten in den vergangenen zehn Jahren zum Teil
erhebliche Fortschritte gegeben hat – allerdings zu wenig. Und ganz
nebenbei ist der Monitor eine

WAZ: Das falsche Signal an Griechenland – Kommentar von Gerd Heidecke

Längst wird die Schlacht um die Zukunft des Euro
nicht mehr in Griechenland geschlagen, sondern in Spanien, Frankreich
und Italien. Und die nur mühsam zustande gekommene Regierung in Athen
kämpft mit der Sisyphos-Aufgabe, die immensen Sparvorgaben zu
erfüllen, ohne dass das Land daran zerbricht. Sind dies Gründe genug,
die harten Auflagen wenigstens etwas abzumildern, um die politische
Stabilität in dem historischen Kernland Europas zu sichern? Die harte
Antwort

WAZ: Wer nicht lernt, hat keine Chance – Kommentar von Gregor Boldt

Erst mal zur Uni. Für viele Schüler ist ein Studium
die logische Konsequenz aus der Paukerei für ihr Abitur. Insbesondere
an Gymnasien werden die Jugendlichen auf eine spätere akademische
Ausbildung hin unterrichtet. Und das soll sich für die künftigen
Hochschulabsolventen nicht lohnen? Natürlich gibt es Beispiele dafür,
dass man auch ohne eine langjährige Ausbildung eine schöne Stange
Geld verdienen kann. So mancher Kraftfahrer oder Bauarbei