KfW-ifo-Mittelstandsbarometer: Geschäftslage schwächer, Ausblick etwas weniger pessimistisch

– Mittelständisches Geschäftsklima bewegt sich knapp seitwärts
– Lagebeurteilung sinkt, Geschäftserwartungen hellen etwas auf
– Stimmungsabsturz der Großunternehmen dank besserer Erwartungen
unterbrochen
– Beschäftigungserwartungen insgesamt stabil

Das Geschäftsklima im deutschen Mittelstand hat im Oktober leicht um 0,2 Zähler
nachgegeben, bleibt damit jedoch auf einem Niveau nahe der Nulllinie, die eine
durchschnittliche Konjunkturlage anzeigt (-0,3 Saldenpunkte). Stabilisiert wird
das Klima zu Beginn des Herbstquartals von weniger pessimistischen
Zukunftserwartungen.

Die Beurteilung der Geschäftslage verschlechtert sich um 2,4 Zähler, ist aber
mit einem Niveau von 9,8 Saldenpunkten weiterhin überdurchschnittlich gut. Die
zuletzt sehr pessimistischen Geschäftserwartungen verbessern sich mit einem Plus
von 1,7 Zählern zum zweiten Mal in Folge und liegen nun bei -9,7 Saldenpunkten.

Positive Signale gibt es im Oktober vor allem von den Großunternehmen, deren
Geschäftsklima um 1,8 Zähler ansteigt, mit -12,1 Saldenpunkten aber immer noch
deutlich schlechter ist als im Mittelstand. Der Anstieg nährt jedoch die
Hoffnung, dass der seit Ende 2018 scheinbar bodenlose Absturz des
Geschäftsklimas ein Ende nehmen könnte. Verbessert hat sich im Berichtsmonat
insbesondere das Klima der bis dato außerordentlich pessimistischen
Großindustrie, nämlich um 3,4 Zähler auf -18,5 Saldenpunkte.

Wiederholte Nachrichten über Stellenabbaupläne in großen Industrieunternehmen
haben Befürchtungen ausgelöst, dass die Industrierezession auch auf andere
Wirtschaftsbereiche übergreifen könnte. In der Tat sind im Verarbeitenden
Gewerbe die Beschäftigungserwartungen sowohl bei den Großunternehmen als auch
bei den Mittelständlern weiter gesunken und per Saldo deutlich negativ. In
anderen Wirtschaftsbereichen planen aber noch überdurchschnittlich viele
Unternehmen einen weiteren Personalaufbau. Das gilt insbesondere für den
Mittelstand, dessen Beschäftigungserwartungen sich daher insgesamt auf einem
durchschnittlichen Niveau befinden. Daran ändert auch ein minimaler Rückgang im
Oktober nichts (-0,2 Zähler auf 0,7 Saldenpunkte). Die Beschäftigungserwartungen
der Großunternehmen steigen gleichzeitig geringfügig an (+0,3 Zähler auf -2,8
Saldenpunkte) und nähern sich damit von unten der Nulllinie.

KfW-Ökonom Philipp Scheuermeyer sagt: “Das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt
einen schwachen Start der mittelständischen Wirtschaft in das Herbstquartal an.
In den kommenden Monaten gibt es jedoch Potential für eine Stimmungsaufhellung.
Ein chaotischer Brexit ohne Austrittsabkommen ist deutlich unwahrscheinlicher
geworden. Ferner steht die Unterzeichnung eines ersten Teilabkommens im
Handelsstreit zwischen den USA und China in Aussicht. Andererseits besteht die
Gefahr, dass die US-Regierung der EU weiterhin mit der Anhebung der Autozölle
droht. Die deutsche Konjunkturdynamik dürfte zumindest im Herbstquartal nochmals
klar unterdurchschnittlich ausfallen. Sofern neue US-Autozölle verhindert werden
und sich der Handelskonflikt zwischen den USA und China weiter entspannt,
rechnen wir jedoch für 2020 mit wieder steigenden Quartalswachstumsraten im
Jahresverlauf.”

Pressekontakt:
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Kommunikation (KOM), Wolfram Schweickhardt
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