
Sie geben nicht auf, und sie werden es wahrscheinlich wieder versuchen: die Mitglieder der Sumud-Flotte mit ihrer Mission, humanitäre Hilfsgüter nach Gaza zu bringen. Mehr als 20 Schiffe wurden in den frühen Morgenstunden vom israelischen Militär aufgebracht, weil die wahrscheinlich illegale Seeblockade Gazas aufrechterhalten werden soll. 175 Aktivist*innen seien bisher festgesetzt worden.
Die israelische Marine tut, was sie immer getan hat, wenn jemand versuchte, den Menschen in Gaza – dessen Importe durch Israel (und auch durch Ägyptens Südgrenze) kontrolliert und gestoppt werden – über dem Seeweg zu helfen: in internationalen Gewässern gewaltsam zivile Schiffe und deren Crews aufzuhalten und danach meist nach Israel zu entführen. Staatliche Piraterie direkt vor europäischen Küsten: Die Marine stoppte die Schiffe in der Nähe griechischer Hoheitsgewässer.
Wie zuletzt im Oktober 2025 wurden auch diesmal die Sumud-Schiffe und -Boote unter Waffengewalt abgefangen und die Crewmitglieder gefangen genommen, wie Bord-Videoaufnahmen zeigen. Zum Glück auch wie damals ohne Getötete, die jedoch spätestens seit „Mavi Marmara“ bei jedem neuen Versuch zu erwarten sind: 2010 wurden neun Crewmitglieder des Schiffes, das ebenfalls humanitäre Güter nach Gaza bringen wollte, von israelischen Soldaten beim Erstürmen aus kurzer Distanz erschossen, wie UN-Berichte und forensische Analysen später zeigten.
Ein weiteres Mal sahen die europäischen Staaten, unter deren Flaggen die Schiffe der Sumud fahren, also dem Gewaltakt einer ausländischen Macht zu. Ein weiteres Mal wurde die Seeblockade Gazas nicht durchbrochen. Und trotzdem dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis sich eine neue Flotte formieren und lossegeln wird. Immer wieder. Solidarität kennt keine Gewässergrenzen.
Pressekontakt:
nd.DerTag / nd.DieWoche
Redaktion
Telefon: 030/2978-1722
Original-Content von: nd.DerTag / nd.DieWoche, übermittelt durch news aktuell