Marketing für-n Arsch? Was true fruits über echte Love Brands verrät

Marketing für-n Arsch? Was true fruits über echte Love Brands verrät
true fruits‘ Jubiläumsbuch „Marketing für’n Arsch“ im Handelsregal (© true fruits)
 

Wer zum 20. Geburtstag ein Buch herausbringt, feiert normalerweise sich selbst. true fruits feiert das Gegenteil: Mit „Marketing für n Arsch“ veröffentlicht die Smoothie-Marke keine Erfolgsgeschichte, sondern ein Geständnis – Kampagnen, die floppten, Ideen, die Shitstorms auslösten, Fehler, die andere Marken lieber verschweigen würden. Genau darin liegt die eigentliche Pointe: Wer zwanzig Jahre lang ohne großes Budget eine Marke aufbaut, hat am Ende nur eines zu verkaufen – die eigene Haltung.

Was für true fruits die offen erzählte Fehlerkultur ist, ist für Marketing Experte und Keynote Speaker Thomas Daamen, der in seinem Vortrag über Markenführung und Markenstrategie von Love Brands „Gemeinsam – von Null auf Love Brand“ genau hier ansetzt, die eigene Erfahrung: Eine Love Brand entsteht nicht am Reißbrett einer Strategieabteilung, sondern in dem Moment, in dem eine Organisation ihre Haltung tatsächlich lebt, statt sie nur zu behaupten, so Daamen. Als Aperol 2007 noch ein nahezu unbekanntes Produkt ohne Budget für große Kampagnen war, entschied nicht die Lautstärke der Werbung über den späteren Erfolg, sondern die Konsequenz, mit der die Organisation ihre Position durchhielt.

Wie belastbar dieser Zusammenhang ist, zeigt eine aktuelle Analyse von Deloitte: Markenauthentizität macht danach 92 Prozent des gesamten Markenvertrauens aus – mehr als jedes Kampagnenbudget. Rule Breaking, wie es true fruits seit zwanzig Jahren betreibt, ist demnach kein Selbstzweck, sondern die konsequenteste Form von Ehrlichkeit gegenüber der eigenen Zielgruppe. Genau diese Konsequenz war auch bei Aperol der Unterschied zwischen einer weiteren Spirituose im Regal und einer der erfolgreichsten Marken des Landes.

„Eine Marke, die ihre eigenen Fehler erzählt, verkauft kein Produkt – sie verkauft Vertrauen“, bringt Daamen es auf den Punkt.