
Meoton-Auswertung: Keine flächendeckenden Preissenkungen, aber vorerst auch kein weiterer Preisanstieg Berlin, 3. Februar 2026
Zum 1. Januar 2026 wurde die Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie von 19 % auf 7 % gesenkt (Getränke weiterhin 19 %). Eine aktuelle Auswertung von Meoton zeigt: In den ersten Wochen nach der Umstellung bleiben die Preise für Speisen weitgehend unverändert. Weder sind systematische Preissenkungen erkennbar, noch wurden die Preise im betrachteten Zeitraum flächendeckend weiter erhöht.
Meoton hat dafür über 200.000 Preise von mehr als 30.000 Gastronomiebetrieben ausgewertet. Verglichen wurden online veröffentlichte Speise- und Getränkekarten von Mitte Dezember 2025 mit Erhebungen ab dem 15. Januar 2026. Einzelne Betriebe passen zwar Preise an, diese Änderungen umfassen jedoch sowohl Preissenkungen als auch Preissteigerungen. Die Preise für Speisen haben sich gegenüber Dezember durchschnittlich leicht um 0,1 % verteuert, für Getränke um 0,2 %.
Für viele Betriebe wirkt die Steuersenkung damit kurzfristig nicht als Preissenkungshebel, sondern als finanzielle Entlastung in einem sehr angespannten Kostenumfeld. Steigende Löhne, so zum Beispiel die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro, höhere Wareneinsatzkosten, Energiepreise und Mieten schränken den Spielraum für Preissenkungen ein.
Christian Haese, Mitgründer von Meoton:
„Unsere Daten zeigen: Die Mehrwertsteuersenkung stabilisiert die Preise, statt eine Senkung zu bewirken. Viele Gastronomen nutzen die Entlastung offenbar, um gestiegene Kosten aufzufangen und um kurzfristig weitere Preiserhöhungen zu vermeiden.“
Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht die Dimension: Kostet ein Gericht 20 Euro brutto, verbleiben dem Betrieb bei 19 % Mehrwertsteuer rund 16,81 Euro netto, bei 7 % Mehrwertsteuer rund 18,69 Euro netto. Ohne Preisanpassung steigt der Nettoerlös damit um rund 1,88 Euro bzw. 11%. Eine vollständige Weitergabe der Mehrwertsteuersenkung an die Gäste entspräche rechnerisch einer Endpreisreduktion von fast 10 %, ein Effekt, der sich nicht in den Preisen widerspiegelt.
Demgegenüber hatte Meoton Anfang 2024 nach dem Wegfall des ermäßigten Steuersatzes bei den Betrieben, die ihre Preise angepasst hatten, deutliche Preisanhebungen gemessen.
Methodologie
Meoton hat für seine Analyse weit mehr als 200.000 Preise von über 30.000 Gastronomieobjekten in Deutschland ausgewertet. Die Preise für Januar 2026 wurden ab Mitte Januar erhoben. Grundlage sind online veröffentlichte Speise- und Getränkekarten.