Wenn in Deutschland über Unternehmensnachfolge gesprochen wird, geht es fast immer um denselben Fall: den etablierten Mittelständler, der keinen Nachfolger in der Familie findet. Die Verkaufsanfragen, die beim Düsseldorfer Unternehmen Nachfolgehaus eingehen, zeichnen ein anderes Bild.
Die deutliche Mehrheit der Anfragen betrifft Gesellschaften, die von ihren Inhabern schlicht nicht mehr benötigt werden: abgeschlossene Projekte, aufgegebene Geschäftsmodelle, Strukturen aus einer früheren Unternehmensphase. Etwa ein Fünftel entfällt auf Familienunternehmen ohne Nachfolger — jenen Fall, der die öffentliche Debatte prägt. Ein kleinerer Teil betrifft GmbHs mit Verbindlichkeiten, bei denen ein Verkauf gegenüber der Liquidation die wirtschaftlich bessere Lösung darstellt.
Es handelt sich dabei ausdrücklich um Beobachtungen aus der eigenen Praxis und nicht um eine repräsentative Markterhebung. Das Muster ist jedoch deutlich genug, um eine Lücke sichtbar zu machen, die in der Beratungslandschaft bislang wenig Beachtung findet.
Eine Lücke im Beratungsangebot
Der Grund dafür liegt in der Kostenstruktur des Marktes. Klassische M&A-Beratung arbeitet üblicherweise mit einem Erfolgshonorar im niedrigen einstelligen Prozentbereich des Transaktionswerts, häufig ergänzt um ein Mindesthonorar oder eine laufende Vergütung während des Mandats. Daraus ergibt sich eine faktische Mindestgröße für Mandate. Gesellschaften unterhalb dieser Schwelle — ruhende GmbHs, Gesellschaften mit geringem Umsatz, aber werthaltiger Historie, oder Fälle mit Verbindlichkeiten — finden auf diesem Weg häufig keinen Ansprechpartner.
Für die betroffenen Gesellschafter bleibt dann oft nur die Liquidation. Diese verursacht jedoch Kosten, bindet über das Sperrjahr hinweg Zeit und vernichtet Werte, die in der Gesellschaft stecken: eine mehrjährige Registerhistorie, ein aufgebauter Bonitätsindex, bestehende Genehmigungen oder Registrierungen. Für Käufer, die eine Gesellschaft mit Historie suchen — etwa für Ausschreibungen, Leasingverträge oder Bankbeziehungen — sind genau diese Eigenschaften werthaltig.
Direktankauf als Alternative
Nachfolgehaus setzt an dieser Stelle an und tritt selbst als Käufer auf, statt zu vermitteln. Gesellschafter erhalten nach Prüfung der Eckdaten ein verbindliches Kaufangebot; eine Maklerprovision fällt nicht an. Notar-, Handelsregister- und Übertragungskosten trägt das Unternehmen. Alternativ vermittelt Nachfolgehaus Gesellschaften über ein geprüftes Investorennetzwerk, wenn ein strukturierter Verkaufsprozess den besseren Erlös erwarten lässt.
„Uns rufen regelmäßig Gesellschafter an, die von mehreren Beratern eine Absage bekommen haben, weil ihre GmbH zu klein für ein Mandat war“, sagt Adrien Lucas Besson, Geschäftsführer von Nachfolgehaus. „Das heißt nicht, dass diese Gesellschaften wertlos sind. Es heißt nur, dass für sie ein anderer Weg nötig ist als der klassische Verkaufsprozess.“