„nd.DerTag“: Nicht löschbar – Kommentar zum Umgang mit Landschaftsbränden

„nd.DerTag“: Nicht löschbar – Kommentar zum Umgang mit Landschaftsbränden
 

Die verheerenden Folgen des Klimawandels in diesem Jahr bringen einen schmerzhaften Lernvorgang mit sich, auch in Deutschland. Dazu gehört die Erkenntnis, dass zwar viel von Waldbränden die Rede ist, es in Wirklichkeit aber um Vegetationsbrände geht, die in Quantität und Qualität weit darüber hinausgehen.

So ist es in Frankreich und Spanien in diesem Sommer zu bestaunen sowie jetzt gerade auch im Hohen Venn an der Grenze von Belgien und Deutschland. In solchen entwässerten Mooren fressen sich Brände in den Boden, brennen kaum sichtbar über große Flächen vor sich hin und sind von Einsatzkräften praktisch nicht zu löschen, wenn sie kurzzeitig an einer Stelle aufflammen. Welches Ausmaß solche Torfbrände annehmen können, zeigte sich 2019 in Indonesien, als über Monate hinweg Millionen Hektar abbrannten, Milliardenschäden anrichteten und Hunderttausende Menschen gefährlichem Smog aussetzen.

Hierzulande wird nun endlich über die richtige Prävention von Waldbränden gesprochen, wobei die Experten dabei in vielen Fragen durchaus uneins sind. Das ist reichlich spät, aber zu Bränden in entwässerten Moorlandschaften steht die Debatte noch nicht einmal am Anfang. Klar ist nur, dass sich das Brandrisiko erheblich reduzieren ließe, wenn Moore in ihren natürlichen Zustand durch Wiedervernässung zurückgebracht werden könnten. Als Wasserspeicher würden sie auch gegen Dürre und Niedrigwasser helfen.

Wie so häufig stehen dem wirtschaftliche Interessen im Weg, etwa der Torfabbau oder die Nutzung als Weiden. Dabei ist die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur fast auf den Tag genau seit zwei Jahren in Kraft. Hierzulande hat sich politisch aber praktisch nichts bewegt, die Umsetzung lässt auf sich warten.

Und auch bei den jetzigen Bränden beschränkt sich die Debatte auf die Frage von besserer Technik und infrastruktureller Anpassung. Beides mag für den Notfall wichtig sein – doch am effektivsten wäre es, das Risiko zu senken, dass der Notfall überhaupt eintritt. Diesen Lernvorgang haben die verheerenden Folgen des Klimawandels in diesem Jahr bisher nicht mit sich gebracht.

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