
– ver.di verweigert plötzlich Unterschrift unter bereits endverhandelten Manteltarifvertrag
– Verhandlungsführer des AGV Martin BUCH: „Nachverhandlungen nach bereits erfolgter Einigung sind inakzeptabel“
– Arbeitgeberverband erleichtert, dass Gehaltstarifvertrag nach langer Wartezeit von ver.di unterzeichnet wurde
Der bereits final ausgehandelte Manteltarifvertrag zwischen dem Arbeitgeberverband der Sparda-Banken und ver.di ist gescheitert. Grund hierfür ist der überraschende Rückzug des ver.di-Bundesvorstandes aus der gemeinsamen Einigung sowie das Stellen zusätzlicher Forderungen im Nachgang zum Abschlussprotokoll. Nach mehreren erfolglosen Gesprächen sieht der Arbeitgeberverband keine vertrauensvolle Basis mehr für weitere Gespräche den Manteltarifvertrag betreffend. Auch eine letzte Frist vom heutigen Tage zur Unterzeichnung der gemäß dem gemeinsamen Abschlussprotokoll übersandten Tarifverträge ließ ver.di bezüglich des Manteltarifvertrags verstreichen. Zumindest konnte nach mehreren Wochen erreicht werden, dass ver.di die zugesagte Unterschrift bezüglich des Gehaltstarifvertrags geleistet hat. Damit werde aus Sicht des Arbeitgeberverbandes wenigstens hinsichtlich der Gehaltssteigerungen Rechtssicherheit für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschaffen.
Zum Hintergrund: Beide Tarifparteien hatten sich am 30. Juni final auf die Inhalte des neuen Gehaltstarifvertrags sowie des Manteltarifvertrages verständigt, ein Abschlussprotoll gemeinsam unterschrieben und das Ergebnis öffentlich bekannt gegeben. In der Folge unterschrieb der Arbeitgeberverband beide endverhandelten Dokumente und übersandte diese an ver.di. Eine Unterzeichnung durch ver.di blieb in der Folge und über mehrere Wochen hinweg jedoch aus. Stattdessen teilte ver.di dem Arbeitgeberverband mit, dass der zuständige ver.di-Bundesvorstand den ausgehandelten Manteltarifvertrag in der vorliegenden Form nicht mittrage und eine Unterzeichnung durch den ver.di-Vorstand daher nicht erfolgen könne. Grund sei die vereinbarte Regelung zur Samstagsarbeit in Kundendialogcentern. Nach mehreren Klärungsversuchen stellte ver.di in dieser Woche plötzlich einen zusätzlichen Forderungskatalog zum Manteltarifvertrag für Neuverhandlungen auf. Dies ist für den Arbeitgeberverband gleichermaßen unverständlich, wie irritierend – insbesondere deshalb, weil die betreffende Regelung zur Samstagsarbeit von ver.di selbst vorgeschlagen und daraufhin in den Manteltarifvertrag übernommen wurde.
„Dass der zuständige ver.di-Bundesvorstand die Regelung blockiert, die sein Verhandlungsführer selbst am Verhandlungstisch durchgesetzt hat und nun zusätzliche Forderungen für Nachverhandlungen aufstellt, ist für uns schlicht nicht nachvollziehbar“, erklärt Martin BUCH, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes der Sparda-Banken. „Ein solches Verhalten ist bisher noch nie dagewesen und schadet dem Vertrauen für die künftige Zusammenarbeit immens.“ Der neue Manteltarifvertrag sei damit durch den Rückzug von ver.di gescheitert.
BUCH weiter: „Wir sind froh, dass ver.di nunmehr nach mehreren Wochen und bedauerlicherweise erst auf Fristsetzung hin zumindest die Zusage erfüllt hat, den Gehaltstarifvertrag zu unterzeichnen. Obwohl die beiden Verträge ursprünglich als Paket verhandelt wurden, war es uns arbeitgeberseitig äußerst wichtig, den positiven Abschluss endlich rechtssicher für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umsetzen zu können.“
Weitere Hintergrundinformationen
Der Arbeitgeberverband der Sparda-Banken und die Gewerkschaft ver.di hatten sich am 30.Juni 2026 auf einen neuen Vergütungstarifvertrag mit einer Laufzeit von 24 Monaten vom 1. April 2026 bis zum 31. März 2028 sowie eine Modernisierung des Manteltarifvertrages verständigt. Der Abschluss soll spürbare Einkommenssteigerungen mit einer Stärkung der Arbeitgeberattraktivität und zugleich Planungssicherheit für Beschäftigte und Institute schaffen. Weitere Informationen zum Tarifabschluss finden Sie in der gemeinsamen Presseerklärung vom 01.Juli 2026 unter Arbeitgeberverband der Sparda-Banken und ver.di erzielen Tarifabschluss | Presseportal (https://www.presseportal.de/pm/76672/6306042)
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Bereichsleiter Vorstand & Öffentlichkeitsarbeit
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