
seonicals®-Geschäftsführer Florian Stein bei ThEx Wirtschaft 4.0 über internationale Online-Shops, Google Shopping und KI-gestützte Kundenberatung
_Erfurt, 16. September 2026. _Der Online-Handel endet längst nicht mehr an der Landesgrenze. Nach Zahlen von Destatis verkaufen 46 Prozent der deutschen Unternehmen mit Website- oder App-Verkäufen auch in andere EU-Staaten und erzielen dort 17 Prozent ihres Online-Umsatzes. Wie regionale Händler diesen Schritt planbar angehen, zeigte Florian Stein, Geschäftsführer der Erfurter Online-Marketing-Agentur seonicals®, am 15. September 2026 in einem Webinar von ThEx Wirtschaft 4.0, dem Digitalisierungsangebot des Thüringer Zentrums für Existenzgründungen und Unternehmertum.
Der Anlass ist aktuell: Rund die Hälfte der deutschen Einzelhändler betreibt nach Angaben von ibi research und DIHK bereits beide Kanäle, stationär und online. Für regionale Händler stellt sich damit weniger die Frage, ob sie online verkaufen, als vielmehr, wie weit ihr Shop reichen soll. Unter dem Titel „Vom lokalen Händler zum internationalen Online-Shop“ führte Stein Gründer und Unternehmer durch den Weg in europäische Nachbarmärkte.
Das Webinar ist Teil einer Vortragsreihe, mit der die Agentur in diesem Jahr Fachwissen in die Digitalisierungsformate von ThEx Wirtschaft 4.0, IHK und weiteren Partnern für Thüringer Unternehmen aus Handel, Tourismus und Mittelstand einbringt.
Skalieren beginnt im eigenen Shop
Am Anfang steht nach Steins Darstellung der Shop selbst, die Übersetzung folgt erst später. Ein skalierbares Shop-System, eine suchmaschinenkonforme Seitenstruktur, Schnittstellen zu Warenwirtschaft und Versand sowie ein belastbares Tracking der Umsätze bildeten die Basis, auf der sich internationale Expansion überhaupt lohne. Anhand von Suchvolumen-Daten aus mehreren Ländern machte Stein deutlich, wie unterschiedlich Kunden in Deutschland, Polen, Frankreich oder Italien nach denselben Produkten suchen. Eine Keyword-Recherche in der jeweiligen Landessprache sei deshalb Pflicht, bevor Inhalte übertragen werden.
Lokal wirken, europaweit verkaufen
Bei Produktsuchen dominierten Shopping- und Suchanzeigen die Google-Ergebnisseite, so Stein. Ein je Zielland sauber gepflegtes Merchant Center sei deshalb die Voraussetzung für Reichweite im Ausland. Ebenso wichtig seien die rechtlichen Rahmenbedingungen: Stein erläuterte das One-Stop-Shop-Verfahren für die Umsatzsteuer bei EU-Verkäufen sowie die Verpackungs- und EPR-Pflichten, die je Land separat zu prüfen sind. Sein Fazit für den Auftritt im Ausland: Ein Länder-Shop müsse für Kunden vor Ort wie ein lokaler Anbieter wirken, mit eigener Domain, landestypischen Zahlarten wie EPS in Österreich oder iDEAL in den Niederlanden, lokaler Telefonnummer und klaren Angaben zu Versand und Retouren.
KI senkt die Sprachbarriere im Verkauf
Den Weg in mehrere Sprachen erleichterten KI-gestützte Übersetzungen, die auch große Sortimente wirtschaftlich mehrsprachig machen, sagte Stein. Die Qualitätskontrolle bleibe dabei Aufgabe des Händlers, insbesondere bei Fachbegriffen, Produktdaten und rechtlich relevanten Inhalten. Als letzten Baustein stellte er KI-Assistenten vor, die Kunden per Chat oder Telefon in ihrer Sprache zu Produkten, Verfügbarkeiten und Bestellungen beraten und so den Kundenservice im Ausland entlasten. Beispiele aus laufenden Kundenprojekten zeigten, dass diese Beratung von Kunden angenommen wird.
„_Die Werkzeuge sind da. Was fehlt, ist meist die Reihenfolge_“, sagt Florian Stein. „_Wer zuerst übersetzt und dann merkt, dass die Shop-Struktur, das Tracking oder die Schnittstellen nicht tragen, baut alles doppelt. Das Fundament im Heimatmarkt entscheidet, ob der Schritt ins Ausland ein Erfolg oder eine Dauerbaustelle wird._“
Die Agentur begleitet seit 2008 Unternehmen bei SEO, SEA und dem Aufbau von Online-Shops und hat mehrere Kunden von einem deutschen Shop aus in weitere Länder geführt. Dass sich das Vorgehen Schritt für Schritt auf mehrere europäische Länder übertragen lässt, zeigte Stein anhand eines dieser Kundenprojekte aus dem Fachhandel.
„_Der Schritt ins Ausland ist kein Thema nur für große Händler_“, so Stein. „_Gerade kleine und mittlere Unternehmen mit einem klaren Sortiment haben gute Voraussetzungen, weil sie ihre Produkte und ihre Kunden genau kennen. Ein Händler aus Erfurt kann heute Kunden in Wien oder Rotterdam bedienen, wenn er die Grundlagen in der richtigen Reihenfolge angeht._“
Diese Haltung zieht sich durch die gesamte Vortragsreihe, mit der seonicals® in diesem Jahr Thüringer Unternehmen an digitale Kanäle heranführt: Im Mai ging es um die digitale Vermarktung von Unterkünften im Tourismus, im Juni beim Forum Handel 4.0 in Erfurt um Social Media im stationären Handel, jetzt um den Verkauf über die Landesgrenze. Die Präsentation aus dem aktuellen Vortrag stellt seonicals® auf Anfrage zur Verfügung. Händler, die Fragen zum Aufbau oder zur Internationalisierung ihres Online-Shops haben, erreichen das Team unter info@seonicals.de oder über www.seonicals.de.