Studie: Der Website-Traffic bleibt – aber er löst sich von Google. KI-Tools füllen die Lücke nicht

Studie: Der Website-Traffic bleibt – aber er löst sich von Google. KI-Tools füllen die Lücke nicht
 

Seokratie-Drei-Jahres-Studie zur Verschiebung von Website-Traffic: Gesamttraffic stabil, Google-Anteil fast halbiert. Der Traffic aus KI-Tools hat sich seit 2024 etwa verdreißigfacht, bleibt aber zu klein, um die Lücke zu füllen.

Die Münchner Online-Marketing-Agentur Seokratie hat ihre erstmals im Oktober 2025 veröffentlichte Untersuchung zum Website-Traffic aus großen Sprachmodellen (LLMs) aktualisiert und um eine Drei-Jahres-Zeitreihe erweitert. Ausgewertet wurden die Google-Analytics-4-Daten von 69 deutschsprachigen Websites aus Handel, Industrie und Dienstleistung, jeweils für den Monat April der Jahre 2024, 2025 und 2026. Das Ergebnis ist differenzierter als der verbreitete Hype um „KI-Traffic“ vermuten lässt: Die Menschen kommen weiterhin auf die Websites, aber sie kommen auf anderen Wegen.

Die zentralen Ergebnisse:

Der Gesamttraffic bleibt stabil. Über alle 69 untersuchten Websites blieb der Gesamttraffic über drei Jahre nahezu konstant (April 2024 zu April 2025: +1,3 Prozent; April 2025 zu April 2026: +0,7 Prozent). Die Nachfrage verschwindet also nicht.

Der Google-Traffic bricht kontinuierlich ein. Während der Gesamttraffic stabil bleibt, verlieren die Websites Jahr für Jahr Google-Traffic: -28,4 Prozent von 2024 auf 2025, -23,3 Prozent von 2025 auf 2026. Bei 54 der 69 Websites war der Google-Traffic zuletzt rückläufig. Der Anteil von Google am Gesamttraffic ist im Studienzeitraum von 41 auf 22 Prozent gesunken – fast eine Halbierung in nur zwei Jahren.

KI-Traffic verdreißigfacht sich – füllt die Lücke aber bei Weitem nicht. Der Traffic aus LLMs hat sich von April 2024 bis April 2026 etwa verdreißigfacht (von 858 auf 26.169 Sitzungen über alle Websites). Doch dem Google-Verlust von rund 432.000 Sitzungen allein von 2025 auf 2026 steht ein KI-Zuwachs von lediglich rund 10.600 Sitzungen gegenüber – KI ersetzt damit etwa 2,5 Prozent des verlorenen Google-Traffics. Auf jede zusätzliche Sitzung aus einem Sprachmodell kommen rund 41 verlorene Google-Sitzungen.

KI-Traffic ist breit angekommen, aber dünn. 67 der 69 Websites verzeichneten 2026 messbaren Traffic aus KI-Tools – 2024 waren es erst 33. Über die Ein-Prozent-Marke beim Traffic-Anteil kamen jedoch nur 17 Websites. Insgesamt macht KI-Traffic 2026 erst 0,4 Prozent des gesamten Website-Traffics aus.

Was das für Unternehmen bedeutet

Der eigentliche Befund der Studie ist nicht der Rückgang von Traffic, sondern seine Verschiebung. Der Gesamttraffic bleibt stabil – die Menschen suchen, vergleichen und kaufen weiterhin. Was sich ändert, ist der Weg dorthin: weg von der klassischen Google-Suche, hin zu einem Mix aus Suche und KI-gestützter Recherche. Wer den sinkenden Google-Traffic isoliert betrachtet, zieht daraus leicht den falschen Schluss.

Für die Praxis bedeutet das eine Aufgabenverdopplung statt einer Aufgabenverschiebung. Die strategische Recherche der Nutzerinnen und Nutzer findet immer häufiger in KI-Tools wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity statt; die konkrete Anbieter- und Produktsuche dagegen weiterhin überwiegend bei Google. Unternehmen müssen künftig in beiden Welten sichtbar sein. Generative Engine Optimization (GEO) – die gezielte Optimierung von Inhalten dafür, in den Antworten von KI-Systemen vorzukommen, zitiert und empfohlen zu werden – ist daher kein Ersatz für klassische Suchmaschinenoptimierung, sondern ihre logische Ergänzung.

Julian Dziki, Geschäftsführer und Gründer der Seokratie GmbH, ordnet die Befunde so ein: „Die Zahlen zeigen sehr klar, dass die Gleichung KI-Traffic ersetzt Google-Traffic nicht aufgeht. Der Google-Traffic wird weniger – aber die Nachfrage nicht. Die Menschen kommen weiterhin auf die Websites, sie nehmen nur andere Wege dorthin. Wer im verbliebenen, härter umkämpften Google-Traffic seine Sichtbarkeit verliert, verliert mehr als je zuvor – und gleichzeitig genügt klassisches SEO allein nicht mehr, um in den KI-Antworten vorzukommen. Beide Disziplinen sind heute gleichermaßen wichtig.“

Zur Methodik

Ausgewertet wurden die Google-Analytics-4-Daten von 69 deutschsprachigen Websites aus Handel, Industrie und Dienstleistung, deren GA4-Daten Seokratie für die Analyse zur Verfügung standen – jeweils für den Monat April der Jahre 2024, 2025 und 2026. Die Auswertung erhebt keinen Anspruch auf statistische Repräsentativität für den Gesamtmarkt, bildet aber ein branchenübergreifendes Praxisbild deutschsprachiger Unternehmens-Websites ab.

Pressekontakt:

Julian Dziki
kontakt@seokratie.de
089-588083111

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