
_Paderborn, August 2026_ – Digitale Produktauswahl gehört an vielen Verkaufsstandorten längst zum Alltag. Doch nicht jeder digitale Bestellprozess ist auch ein durchgängiger Self-Service-Prozess. Muss ein Kunde nach der Auswahl mit einem Bon zur Kasse gehen, bleiben Bezahlung und Ausgabe weiterhin Teil des klassischen, bedienten Verkaufs.
Genau diese Schnittstelle wird insbesondere dort relevant, wo Betreiber digitale Zusatzsortimente unabhängig von einer besetzten Kasse anbieten möchten. Denn erst wenn Auswahl, gegebenenfalls erforderliche Prüfung, Bezahlung und Ausgabe miteinander verbunden sind, kann die gesamte Transaktion automatisiert erfolgen.
_“Ein Touchscreen allein macht noch keinen digitalen Verkaufsprozess“, sagt Alexander Burghardt, Geschäftsführer der twenty4U GmbH. „Entscheidend ist, was nach der Auswahl passiert. Muss der Kunde anschließend wieder zur Kasse, wurde ein Teil des Prozesses digitalisiert – aber eben nicht der Verkauf selbst.“_
Digitale Produkte sind längst kein Kleinbetragsgeschäft
Wie ein solcher Prozess aussehen kann, zeigt twenty4U mit dem 2026 eingeführten beyond pass. Über das Stand-alone-System können derzeit 98 digitale Artikel aus den Bereichen Prepaid, Gaming und Gutscheine verkauft werden. Dazu gehören Angebote bekannter Marken wie Amazon, Nintendo, Sony, Telekom, Vodafone, Paysafecard, Zalando und Wolt.
Der Kunde wählt den gewünschten Artikel am Touchdisplay aus, bezahlt bargeldlos und erhält anschließend den entsprechenden Beleg beziehungsweise QR- oder EAN-Code. Die Transaktion wird damit vollständig am System abgeschlossen.
Für Betreiber verändert das auch die Logik des Sortiments. Digitale Gutscheine und Guthaben müssen weder im Regal bevorratet noch als physische Kartenbestände am Point of Sale vorgehalten werden. Gleichzeitig können unterschiedliche Gutschein- und Guthabenwerte angeboten werden.
Dass es dabei nicht ausschließlich um Kleinbeträge geht, zeigen Transaktionen aus bereits bestehenden twenty4U-Systemen: Einzelne Bestellungen mit mehreren Gutscheinen oder Guthabenprodukten erreichen Warenkorbwerte von mehreren hundert Euro.
Die eigentliche Herausforderung beginnt bei prüfpflichtigen Produkten
Technisch anspruchsvoller wird automatisierter Verkauf, sobald für ein Produkt vor der Ausgabe eine Prüfung erforderlich ist. Je nach Produkt können beispielsweise Alters-, Identitäts- oder Transaktionsprüfungen relevant werden.
Soll der Verkauf trotzdem vollständig im Self-Service stattfinden, müssen solche Prüfungen Teil desselben Prozesses sein. Bei beyond pass ist dafür eine Alters- und Identitätsprüfung mit Dokumenten-Echtheitskontrolle integriert. Erforderliche Prüfungen können so vor Abschluss der Transaktion direkt am System erfolgen.
Damit zeigt sich eine grundsätzliche Herausforderung automatisierter Verkaufskonzepte: Die Qualität eines Self-Service-Prozesses entscheidet sich nicht an der digitalen Produktauswahl, sondern an den Stellen, an denen bislang ein manueller Eingriff notwendig war.
Vom digitalen Katalog zum eigenständigen Verkaufspunkt
Für Betreiber stellt sich deshalb weniger die Frage, ob Produkte digital dargestellt werden können. Entscheidend ist, welche Teile der Customer Journey tatsächlich ohne zusätzliche Kassentransaktion funktionieren.
beyond pass lässt sich sowohl als eigenständiger Verkaufspunkt im Innenbereich betreiben als auch in bestehende twenty4U-Systemlösungen integrieren. Einsatzmöglichkeiten ergeben sich beispielsweise in Tankstellenshops, Convenience Stores und Kiosken.
_“Interessant wird Digitalisierung für Betreiber dort, wo sie Prozesse tatsächlich verändert“, sagt Burghardt. „Wenn Auswahl, Prüfung, Bezahlung und Ausgabe zusammenspielen, entsteht aus einem digitalen Produktkatalog ein eigenständiger Verkaufskanal.“_