Zahl des Monats Februar 2020: 46 Cent

Mehr Produktion von Wirkstoffen in Europa – das Thema wird
derzeit vor dem Hintergrund von Arzneimittellieferengpässen diskutiert. Was aber
kostet mehr “Made in Europa”? Das hat die Unternehmensberatung Roland Berger im
Auftrag von Pro Generika für die sogenannten Cephalosporine ausgerechnet: Der
Preis für die Tagesdosis dieses wichtigen Antibiotikums betrüge – so es in
Europa produziert würde – 46 Cent. Zum Vergleich: Derzeit erstatten die Kassen
für ein durchschnittliches Generikum (nach Abzug aller Rabatte) gerademal 6
Cent.

Unsere Zahl des Monats Februar lautet deshalb: 46 Cent.

– Schätzungen zufolge kommen 80 Prozent der Antibiotika-Wirkstoffe
aus China. Jetzt geht in Europa die Sorge um, dass ein
Produktionsstopp aufgrund von Covid-19 zu Engpässen in Europa
führen könnte.

– Auch in diesem Zusammenhang wird über eine Rückholung bzw.
Stärkung der hiesigen Produktion diskutiert.

– Für den Preis aber, der z.B. in Deutschland für Arzneimittel
bezahlt wird, ist eine lokale Produktion unmöglich. Bei einer
kostendeckenden Produktion wäre er beinahe achtmal so hoch.

Zwar gibt es derzeit keine Anzeichen dafür, dass es kurzfristig aufgrund von
Covid-19 zu Arzneimittelengpässen in Europa kommt. Schließlich verfügen
Generika-Hersteller über ausreichende Lagerkapazitäten bei Wirkstoffen, um
zeitlich befristete Lieferunterbrechungen auffangen zu können. Dennoch ist die
Abhängigkeit von Ländern wie China oder Indien derart hoch, dass die europäische
Versorgungssicherheit durch politische, wirtschaftliche oder medizinische
Zwischenfälle gefährdet werden kann.

Die Politik hat das erkannt und 2019 mit dem SPC-Manufacturing Weaver – er
erlaubt Generikaherstellern schon vor Ablauf des Patentschutzes in Europa für
den europäischen Markt zu produzieren – einen ersten Schritt zur Stärkung des
europäischen Produktionsstandortes gemacht. Jetzt ist das Thema auf die Agenda
der deutschen EU-Ratspräsidentschaft gerutscht. Allen Beteiligten ist klar: Es
sind weitere Maßnahmen nötig. Die Rechnung aber, dass die kostendeckende
Produktion eines Cephalosporin-Antibiotikums 46 Cent pro Tagesdosis kosten würde
(wovon heute nur sechs Cent erstattet werden), macht deutlich: Es darf der
Gesundheitspolitik nicht nur um Kostensenkung gehen – das neue Paradigma muss
nunmehr Versorgungssicherheit heißen.

Das oben zitierte Gutachten, das die Unternehmensberatung Roland Berger 2018 im
Auftrag von Pro Generika erstellt hat, finden Sie hier: https://www.progenerika.
de/publikationen/roland-berger-studie-antibiotikaproduktion/

Pressekontakt:

Pro Generika e.V.
Anna Steinbach, Leiterin Kommunikation
Tel. 030/81616090
E-Mail: presse@progenerika.de
www.progenerika.de
http://twitter.com/progenerika

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/54604/4532485
OTS: Pro Generika e.V.

Original-Content von: Pro Generika e.V., übermittelt durch news aktuell

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