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Zum Weltozeantag am 8.Juni 2015 / Plastikmüll im Meer

Am Montag, 8. Juni, ist Internationaler Welttag
der Meere; die UN legt in diesem Jahr den Schwerpunkt auf die
Meeresverschmutzung durch Plastik. Und auch zum kommenden G7-Gipfel
hat die Bundesregierung das Thema auf die Agenda gesetzt.

EINE KURZANALYSE VON DR.SANDRA SCHOETTNER,
GREENPEACE-MEERESEXPERTIN:

„Ob als unsichtbares Mikroplastik oder riesige Geisternetze –
Plastikmüll im Meer ist ein globales Umweltproblem. Allein von Land
aus gelangen jährlich bis zu 13 Millionen Tonnen Plastikabfälle in
die Ozeane. Unsere Meere verkommen zum Plastikendlager. Nicht nur für
zahlreiche Meerestiere birgt das Gefahren. Spätestens über die
Nahrungskette landen Kunststoffpartikel samt Giftfracht wieder beim
Verursacher.

PLASTIKTÜTEN sind das klassische Symbol für die Vermüllung der
Meere. Und doch bleibt der schnelle Griff zur Einwegtüte für viele
noch immer normal – an der Kasse und besonders am Obst- und
Gemüseregal. Die Politik hat das Problem erkannt, doch bei der
konsequenten gesetzlichen Lösung hapert es. Die EU verlangt, den
Jahresverbrauch bis 2025 auf unter 40 Tüten pro Kopf zu reduzieren.
Ambitioniert ist das nicht. Und die Bundesregierung? Setzt blauäugig
auf eine freiwillige Verpflichtung von Handel und Verbraucher. Dabei
macht Irland vor, wie es geht: Dort hat man binnen weniger Monate den
Jahresverbrauch pro Kopf um 95 Prozent von 328 auf 18 Plastiktüten
gesenkt. Ganz einfach: mit 44 Cent Abgabegebühr.

MIKROPLASTIK verschmutzt als unsichtbare Gefahr unsere Flüsse,
Seen und Ozeane. Schuld sind vor allem Gegenstände des Alltags:
Kosmetika, Reinigungsmittel, Kunstfasertextilien, Autoreifen,
Flaschen, Verpackungen und Tüten. Oft gelangen die winzigen Teilchen
über unsere Haushaltsabwässer in die Umwelt. So werden zum Beispiel
aus einem einzigen Fleece-Pullover pro Waschgang über 1.900 Fasern
herausgeschwemmt. Das Problem: Mikroplastik ist nicht nur ein
Fremdkörper mit giftigen Zusatzstoffen. An den Partikeln sammeln sich
zudem Umweltschadstoffe, teils in sehr hoher Konzentration. In
Plankton, Muscheln, Garnelen und Fischen wurde Mikroplastik bereits
nachgewiesen. So landen die künstlichen Teilchen samt giftiger Fracht
unter Umständen wieder auf unserem Teller. Mit Lösungen können bisher
weder Politik, Wirtschaft noch Forschung aufwarten.

GEISTERNETZE und andere Fischereirückstände machen circa zehn
Prozent des Plastikmülls im Meer aus. Die treibenden Netze werden zu
tödlichen Fallen für die Meeresbewohner – darunter Fische,
Schildkröten und Wale. Hauptverursacher ist die Fischerei.
Kunststoff-Stellnetze zum Beispiel, die in über 1.000 Meter Tiefe
ausgebracht werden, gehen leicht verloren. Und die Entsorgung von
ausgedientem Fanggerät an Land kostet. Kein Wunder also, dass das
eine oder andere Netz klammheimlich unter Wasser entsorgt wird. Hier
fehlt es klar an einer gesetzlichen Regelung. Werden die Netze zum
Beispiel verbindlich mit Ortungssendern versehen, können sie auch
später gefunden und geborgen werden.“

KONTAKT: Für Rückfragen steht Sandra Schöttner gerne zur
Verfügung: Tel. +49 151 5690 4445 und
sandra.schoettner@greenpeace.de. Fotomaterial (http://gpurl.de/Pghgm)
erhältlich unter +49 40 30618-376. UN-Webseite:
www.un.org/en/events/oceansday

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