Chef allein im Büro – wie Sie dennoch überzeugend führen können

Gähnende Leere in den meisten Büros – das Home-Office erlebt gerade seine Blütezeit. Und stellt viele Menschen vor besondere Herausforderungen: Kinder selbst betreuen, gleichzeitig zuhause arbeiten, und das von einer Sekunde auf die andere. Einnahmequellen versiegen. Sie als Chef fragen sich: “Wie kann ich in dieser Situation meine Rolle als Führungskraft ausfüllen?” Denn deren Aufgabe ist es jetzt, die drei wichtigsten Grundbedürfnisse ihrer Mitarbeiter zu erfüllen: nach Sicherheit, Orientierung und Bindung sprich das Gefühl, gebraucht zu werden.

Corona stellt Unternehmer vor Herausforderungen, die sie selbst kaum steuern können. Offizielle Regelungen bestimmen den Takt des Business. Für viele bedeutet das ernsthafte Krisen, die ihre Existenz bedrohen können. “Auch wenn es schwerfällt – bleiben Sie proaktiv, übernehmen Sie bestmöglich das Steuer. Und binden Sie Ihre Mitarbeiter mit ein”, empfiehlt Jana Brettner, Kundenbetreuerin und Führungskräfte-Trainerin beim Team Dr. Rosenkranz. Sie hat für Unternehmer zehn Tipps, wie sie die Schockstarre lösen, den Durchblick behalten und Ruhe bewahren können:

In zehn Schritten aus der Krise

1. Gewinnen Sie Klarheit über die aktuelle Situation Ihres Unternehmens. Nur dann können Sie auf die Grundbedürfnisse Ihrer Mitarbeiter eingehen. Vernetzen Sie sich bestmöglich, um konsistent zu agieren. Holen Sie sich Unterstützung bei Fragen, auf die Sie noch keine Antworten haben. Teamfähigkeit ist gefragt.

2. Geben Sie den Mitarbeitern Zeit, sich in die neue Situation einzufinden und zu organisieren. Seien Sie ansprechbar. Hören Sie zu, welche Fragen und Ideen die Mitarbeiter jetzt gerade beschäftigen. Wir empfehlen die Methode des Aktiven Zuhörens: das Gesagte mit eigenen Worten zusammenfassen, auf Zwischentöne achten, die Emotionen des Gesprächspartners spiegeln.

3. Setzen Sie Prioritäten. Machen Sie klar, worauf es jetzt besonders ankommt. Was ist der erste Schritt? Was ist Ihre minimale Anforderung zu Beginn?

4. Rechnen Sie mit Einschränkungen. Ihre Mitarbeiter müssen sich eventuell noch um ihre Kinder kümmern. Zeigen Sie Verständnis, wechseln Sie die Perspektive – hier ist Empathie und Verständnis gefragt.

5. Sie oder Ihr Team stehen vor Fragestellungen, die Sie derzeit nicht lösen können? Lassen Sie sich persönlich oder im Team coachen. Viele Themen lassen sich schon in 60 bis 90 Minuten per Telefon oder virtuellem Coaching lösen.

6. Geben Sie allen Mitarbeitern größtmögliche Orientierung durch aktuelle, zeitnahe und transparente Kommunikation. Kommunizieren Sie jedoch nur das Nötigste, um einer Informationsflut vorzubeugen. Seien Sie für Rückfragen ansprechbar.

7. Seien Sie ehrlich und klar. Wenn Sie z.B. Kurzarbeit anmelden müssen, sagen Sie es Ihren Mitarbeitern zeitnah, direkt und ungeschönt.

8. Bieten Sie auch Ihren Kunden Orientierung und Sicherheit, soweit möglich. Gehen Sie auf deren Bedürfnisse ein, indem Sie den Kontakt halten und flexible Lösungen bieten. Das können zusätzliche Kommunikationskanäle ebenso sein wie virtuelle Coachings, wo es sinnvoll und machbar ist. Mit Verständnis, Empathie und konstruktiven Lösungen binden Sie Ihre Kunden.

9. Suchen Sie aktiv die Chancen, die die aktuelle Situation für Sie bietet. Wie können Sie diese für die Zukunft nutzbar machen? Beispielsweise die Digitalisierung von Prozessen, Innovationen, neue Arbeitszeitmodelle, Vernetzungsmöglichkeiten.

10. Beteiligen Sie Ihre Mitarbeiter an dieser Chancensuche, wenn sie im Home-Office nicht ausgelastet sind. Bekanntermaßen ist Langeweile der beste Kreativitätsbooster. Was kann jetzt gemacht werden, wofür sonst keine Zeit ist?

“Diese Krise bedeutet Einschnitte. Gleichzeitig ist sie auch eine Chance zur Veränderung, Innovation oder gar zum Neustart, die wir sonst vielleicht nicht genutzt hätten”, ist sich Jana Brettner sicher.

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