CSD 2019: Ein Regenbogen macht ein Unternehmen noch nicht lesben- und schwulenfreundlich


 

Berlin – Im Juni und Juli finden in über 70 deutschen Städten die jährlichen CSDs (Christopher Street Days) statt. An diesen Tagen wird für die Rechte für LGBT+ Menschen sowie gegen Diskriminierung und Ausgrenzung demonstriert. Immer mehr Unternehmen nehmen an diesen Paraden mit Laufgruppen oder auch großen Trucks teil. Außerdem nehmen viele Unternehmen die beiden Monate zum Anlass, um für Produkte mit dem Regenbogen zu werben – von Einkaufstaschen, Turnschuhen, Flüge, Kreditkarten bis hin zu Marmeladen. Mit einem progressiven und LGBT+ wertschätzenden Image können Unternehmen viel Geld verdienen. Allein in Deutschland liegt die Kaufkraft von LGBT+ nach Schätzungen zwischen 50 und 100 Milliarden Euro jährlich. Für Verbraucher_innen und Arbeitnehmer_innen ist es allerdings schwierig herauszufinden, inwiefern Unternehmen wirklich LGBT+ freundlich sind oder reines Pinkwashing betreiben, um sie als Kunden zu gewinnen. Zudem garantiert die Teilnahme eines Unternehmens an einem CSD noch nicht, dass dieses sich auch für ihre LGBT+ Mitarbeitenden einsetzt oder dass es zumindest einen Teil der “Regenbogen-Gewinne” an Projekte der LGBT+ Community spendet.

Farbe zeigen.

Seit 2016 zeichnet die UHLALA Group mit dem Arbeitgebersiegel PRIDE 500 Unternehmen und Organisationen für ihr LGBT+ Diversity Management aus. Arbeitgeber können mit der Teilnahme an einem Audit zeigen, wie inklusiv ihr Unternehmen wirklich ist. Sie durchlaufen einen Auditprozess, bei dem sie Fragen zu den Themenbereichen Unternehmensstruktur, Mitarbeitende und Personal, Kommunikation und Sichtbarkeit sowie rechtlicher Rahmen und Regelungen beantworten müssen, z. B. ob das Unternehmen eine Ansprechperson für die Belange von LGBT+ hat oder ob es Trainings für Führungskräfte gibt, an Schulungen zu LGBT+ Themen teilzunehmen. Erreichen die Unternehmen mindestens 50 % der Punkte, erhalten sie das Arbeitgebersiegel in Bronze, Silber oder Gold – abhängig davon wie hoch ihre Punktezahl ausfallen. Siegelträger sind bereits u. a. Bayer, Coca-Cola, Enterprise, IBM, Johnson & Johnson, Pfizer, SAP, Siemens, Simmons & Simmons, Vodafone und White & Case.

“Wir wollen mit dem Arbeitgebersiegel und dem damit verbundem Audit die Unternehmen & Organisationen unterstützen, die sich bereits mit verschiedenen Maßnahmen für ihre LGBT+ Mitarbeitenden einsetzen.” erläutert Stuart Cameron, Gründer von PRIDE 500. “Darüber hinaus erhalten die am Audit teilnehmenden Arbeitgeber eine detaillierte Auswertung, die zeigt in welchen Bereichen noch Handlungsbedarf besteht. So wollen wir einen Anstoß dazu geben Strukturen unternehmensintern zu verändern, um so die Arbeitssituation von LGBT+ weiter zu verbessern. Durch die Zertifizierung können Unternehmen belegen, dass ihr LGBT+ Engagement ehrlich und authentisch ist.”

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