Weser-Kurier: Kommentar zum angekündigten Prozess gegen Wulff

Selbstverständlich will jemand mit Wulffs jüngster
Vergangenheit hoch erhobenen Hauptes den Gerichtssaal verlassen
können. Doch da können seine Anwälte noch so zuversichtlich sein:
Gerichtsverfahren folgen keinem Algorithmus, der Ermessensspielraum
ist erfahrungsgemäß groß, und die Staatsanwaltschaft hat auch
handfeste Interessen – bei einem solchen Prozess, der von
Medienrummel sondergleichen begleitet wird, will sie zum Schluss
nicht doof da ste

Schwäbische Zeitung: Gute Gründe gegen Krieg – Leitartikel

Es gibt viel mehr Gründe gegen einen Angriff
auf Syrien als solche dafür. Aber man muss sie erklären, den
Verbündeten und der Welt klarmachen, warum Deutschland nicht dabei
sein will. Stattdessen bestätigt die Bundesregierung gerade mal
wieder das in der Nato verbreitete Bild, die Deutschen wollten zwar
gerne Geschäfte machen und könnten in der Not auch Geld verteilen,
wollten aber sonst in nichts hineingezogen werden, das unappetitlich
werden könnt

Schwäbische Zeitung: Verpasste Chance – Kommentar

Die Mehrheit der Frauen ist der Ansicht, dass
sie sich wieder besser organisieren müssten, um ihre Interessen
durchzusetzen. Dieses Ergebnis der Allensbach-Studie ist nicht
überraschend. Denn nach wie vor sind sogenannte Frauenberufe, wie
etwa in der Pflege, deutlich schlechter bezahlt als Berufe in den
klassischen Männerdomänen. Nach wie vor besetzen mehr Männer
Führungspositionen und Frauen arbeiten überwiegend in Teilzeit und
Minijobs. Und ein Verdien

Schwäbische Zeitung: Ankläger unter Druck – Kommentar

Der Volksmund weiß es: Die Kleinen hängt man,
die Großen lässt man laufen. Bei Christian Wulff ist der Eindruck ein
anderer. Der frühere Bundespräsident ist angeklagt der
Vorteilsannahme im Gegenwert von 719,40 Euro. Die Anklageschrift
umfasst 79 Seiten, geladen sind 25 Zeugen – ein sehr beachtlicher
Aufwand.

Die These sei gewagt: Würde sich dieser Verdacht gegen einen
08/15-Beamten richten, das Verfahren wäre längst eingestellt. Man
kann

Schwäbische Zeitung: Für manche unbezahlbar – Kommentar

Mehr Wettbewerb, mehr Wahlfreiheit gleich
bessere Leistungen. Das ist das schöne Bild, das die private
Versicherungswirtschaft malt. Die logische Folge wäre die Öffnung der
Privatversicherung für alle, wie Daniel Bahr es vorschlägt. Doch die
Lehre der letzten Jahre sieht anders aus. Angesichts der Alterung der
Gesellschaft und des Fortschritts in der Medizin stoßen gesetzliche
wie private Krankenversicherungen an ihre Grenzen. Die Folge: Weniger
Leistungen, Bei

Schwäbische Zeitung: Eingeknickt – Kommentar

Es hat schon Seltenheitswert, wenn Claus
Schmiedel, Vorsitzender und Wadenbeißer der SPD-Landtagsfraktion,
klein beigibt. Mit Verweis auf die Grünen hat er nun im Streit um
weitere G9-Gymnasien eingelenkt. Doch nicht der Koalitionspartner ist
sein Problem, sondern Kultusminister Andreas Stoch, mit dem er bis
Jahresanfang noch in der Fraktion Seit– an Seit– gegen Grüne,
Schwarze und Liberale gefochten hat.

Als Minister aber muss Stoch auf die Linie der Grünen und d

Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTAR Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie Unhaltbare Zustände FLORIAN PFITZNER, DÜSSELDORF

Tricksen, tarnen, täuschen – in der bereits seit
Jahren in Verruf stehenden Fleischindustrie werden auch weiterhin
grundlegende Arbeitsschutzregeln missachtet. Vor allem Osteuropäer
leiden unter den krassen Defiziten. Dabei werden die Arbeiter nicht
von Schlacht- oder Verarbeitungsfabrikanten angestellt, sondern
häufig über zweifelhafte Werkverträge von Subunternehmern. Bekannt
ist das seit langer Zeit, doch weder Gewerkschaften noch politische
Akteure haben es bis

Weser-Kurier: Kommentar zur Privatversicherung für alle

Bahrs "Langfristperspektive" wird auch eine solche
bleiben, denn um überhaupt die freie Kassenwahl und einen fairen
Wettbewerb zwischen Gesetzlichen und Privaten möglich zu machen,
müssten Letztere eben nicht nur Versicherte aufnehmen, die weniger
zahlungskräftig als ihre bisherige Klientel sind, sie müssten dies
auch unabhängig vom Alter und von Vorerkrankungen tun. Kein Wunder,
dass sich die Begeisterung der kleinen, aber feinen Branche in
Grenzen

Börsen-Zeitung: Ein Gang höher, Kommentar zum Ifo-Geschäftsklima von Reinhard Kuls

Die deutsche Wirtschaft hat nach dem Dämpfer
Ende 2012 und dem sehr harten Winter wieder Tritt gefasst. Und sie
schaltet nun einen Gang höher. So sieht das Ifo-Institut die
Ergebnisse seiner August-Umfrage in Industrie, Bau, Groß- und
Einzelhandel und so sehen die Münchener Konjunkturforscher das wohl
auch zu Recht.

Die Aussichten für einen anhaltenden, soliden Aufschwung in der
größten Volkswirtschaft der Eurozone sind gut, denn er verfügt
in