Rheinische Post: Kommentar / Rückschlag für Athen = Von Martin Kessler

Ein Land, das fast das Doppelte seiner
Wirtschaftsleistung als Schulden mit sich herumträgt, leistet sich
den Luxus von fünf Wahlen in fünf Jahren. Fast jede bedeutete auch
eine Verzögerung des Reformprogramms. So kann Griechenland im
Gegensatz zu Ländern wie Irland, Portugal oder Spanien die Sanierung
einfach nicht schaffen.

Zu allem Überfluss zeichnen sich noch nicht einmal eindeutige
Mehrheiten ab. Es ist gut möglich, dass der charismatische
Links

Rheinische Post: Kommentar / Der neue deutsche Patriotismus = Von Michael Bröcker

Wenn es mal so etwas wie einen hässlichen
Deutschen gab, dann zeigen sich in diesen Tagen die Deutschen von
ihrer schönsten Seite. Ob in Dortmund, Düsseldorf oder München. Die
Willkommenskultur, von der Politiker in ihren Sonntagsreden sprechen,
wird längst gelebt. Hunderttausende begrüßen die Fremden, schenken
Kleidung, Spielzeug, Lebensmittel und räumen das Gästezimmer frei.
Die Solidarität ist beeindruckend und wird international
wahrge

Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Piëch verhindert Winterkorn als Chefkontrolleur Kuhhandel Andrea Frühauf

Dass der VW-Patriarch Ferdinand Piëch nach
seinem verlorenen Machtkampf gegen VW-Vorstandschef Martin Winterkorn
als Strippenzieher abtreten würde, konnte sich damals eigentlich
niemand vorstellen. Weil der knorrige 78-jährige Enkel von Ferdinand
Porsche immer neue Attacken zur Entmachtung des VW-Topmanagers
eingefädelt hatte, hatte das Präsidium des Aufsichtsrats damals
ausgerechnet Piëch das Vertrauen entzogen. Doch nun stellt sich
heraus, dass Piëch si

Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Wirtschaftsforum analysiert Deutschland Nachholbedarf Wolfgang Mulke

Mitunter ist es schwer zu sagen, ob das Glas nun
halb voll oder halb leer ist. So verwirrt auch das Ergebnis eines
internationalen Vergleichs zur sozialen Ungleichheit. Einerseits
attestieren die Forscher Deutschland einen erheblichen Nachholbedarf
beim Ausgleich sozialer Unterschiede. Andererseits ist das
Wohlstandsgefälle hierzulande noch vergleichsweise gering. In den
meisten anderen Ländern geht es viel ungerechter zu. Zur
Selbstgefälligkeit gibt es keinen Grund. Denn di

Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Die FDP kämpft um ihr Überleben Nagelprobe NRW Jörg Rinne

Erst in die Länderparlamente – und dann wieder
in den Bundestag. Die Parole, die FDP-Lautsprecher Wolfgang Kubicki
ausgibt, lässt den Rückschluss zu, dass die Liberalen in ihre
entscheidende politische Schlacht ziehen. Denn hinter dem so
offensichtlich zur Schau getragenen Selbstbewusstsein verbirgt sich
auch die Erkenntnis, dass am Ende auch der Sturz in die
Bedeutungslosigkeit möglich ist. Acht Landtagswahlen wird es bis zum
bundesweiten Urnengang im Herbst 2017 noch

Südwest Presse: KOMMENTAR · CSU

Kein Kniefall vor Angstmachern

Da irrt Horst Seehofer: Eine neue Rechte verhindert man nicht, in
dem man deren Stimmungsmache bedient – und wie der CSU-General von
"neuzeitlicher Völkerwanderung" tönt. Mit solchen Zuspitzungen ebnet
man ihr erst den Weg. Wo man das augenfällig beobachten kann? In
Ungarn. Seit Jahren schafft dort Ministerpräsident Orban höchstselbst
mit Übertreibungen (Ausmaß der Zuwanderung), Unterstellungen
(gesundheitliche

Schwäbische Zeitung: Kommentar zur Lage der Flüchtlinge: „Debatte versachlichen“

Wie schwierig Entscheidungen in der
Flüchtlingskrise sind, zeigt die jüngste Aufnahme der Migranten aus
Ungarn. Natürlich ist es aus humanitärer Sicht richtig, diesen
Menschen Zuflucht zu gewähren. Doch stellt sich schon die Frage, ob
sich so nicht ein Automatismus einschleicht, der da heißt: Wenn die
Osteuropäer keine Flüchtlinge aufnehmen mögen, springt schon jemand
anderes in die Bresche. Emotionen bestimmen derzeit die Debatte, wo
sie doch

Westdeutsche Zeitung: Merkels Entscheidung – ein Gebot der Menschlichkeit

Der Anblick der Züge mit Tausenden
Asylbewerbern weckt tiefe emotionale Erinnerungen. Im Juli 1989 kamen
viele DDR-Bürger aus Prag per Bahn im Westen an. Kurz darauf richtete
Bayern ein Notaufnahmelager für DDR-Flüchtlinge ein. Fast auf den Tag
genau vor 26 Jahren gewährte Ungarn den dort ausharrenden
Ostdeutschen die Ausreise über Österreich in die Bundesrepublik. Es
war ein zutiefst humanitärer Akt, ohne den die Lage vermutlich außer
Kontrolle

neues deutschland: Zur einmaligen deutschen „Willkommenskultur“ bei der Aufnahme von Flüchtlingen

Jubel, Essen, Getränke und Spielzeug für die
Flüchtlinge – an den deutschen Bahnhöfen zeigt sich Deutschland von
seiner besten Seite. Kaum ein Politiker versäumt es, in Anbetracht
der großen Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung die gute, ja in
Europa einmalige »Willkommenskultur« in den höchsten Tönen zu loben.
Sicherlich sind die Regierenden froh, dass die freundlichen Helfer
die Tristesse von Erstaufnahmeeinrichtungen und Flü

Mitteldeutsche Zeitung: zur Produktkennzeichnung

Mit einem gigantischen Lobby-Aufwand gelingt es der
Lebensmittelindustrie bislang, die Vorschriften zur
Produktkennzeichnung in ihrem Sinne zu beeinflussen. Dabei sollte der
mündige Verbraucher nicht nur genau wissen, wie sich die angebotenen
Nahrungsmittel zusammensetzen. Sondern auch, woher die einzelnen
Zutaten kommen. Wenn ein Konsument weiß, dass in einzelnen Ländern
Rohstoffe unter fragwürdigen ökologischen oder sozialen Bedingungen
produziert werden, liegt