Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Unfallflucht Probelauf für den Ernstfall Christine Panhorst

Einmal unachtsam zurückgesetzt, schon ist es
passiert. Wer regelmäßig Auto fährt, der wird irgendwann einmal
anecken – an der Mauer des Nachbarn, beim Einparken am Hintermann,
bei Glatteis an der Leitplanke. Das ist nicht schlimm. Schlimm ist
es, wenn sich unter Autofahrern eine Kultur des Sichwegschleichens
entwickelt und der Fluchtreflex, das Retten der eigenen Haut,
wichtiger wird als die Notwendigkeit, sich um einen Verletzten zu
kümmern. Ein Kratzer ist kein

Lausitzer Rundschau: Reformen einmal anders – Zur Grundsatz-Einigung im griechischen Schuldenstreit

Der große Knall ist wieder einmal verhindert
worden. Gelöst ist mit der Einigung vom Freitagabend aber nichts.
Griechenland ist überschuldet und reformbedürftig wie eh und je.
Zumindest gibt es nun eine Gesprächsbasis für die nächsten Monate
voller neuer Fristen. Diese Woche geht es los: Athens Regierung muss
mit einer Liste von Reformen die Partner überzeugen, dass sie es
ernst meint mit der Erneuerung des Landes – nur dann kann auch der
Bundestag

Lausitzer Rundschau: Kein guter Weg – Die Debatte um den Impfzwang

Wenn Eltern überlegen, ob sie ihre Kinder
tatsächlich impfen lassen sollen, dann liegt das auch daran, dass die
meisten Krankheiten, gegen die es einen Schutz gibt, ihren großen
Schrecken verloren haben. Nur ist die Realität eben eine andere, wie
die aktuelle Masern-Welle zeigt. Vermeintlich harmlose Krankheiten
können immer noch schlimme Folgen haben. Das war früher so, das ist
heute so. Zum Glück ticken die meisten Eltern vernünftig. Sie wissen,
wi

Stuttgarter Nachrichten: Kommentar zu Kosovo-Rückkehrern:

Die Überlegungen, die Starthilfe für
Kosovo-Rückkehrer zu kürzen, sind richtig. Das humanitäre
Hilfsprogramm ist dafür gedacht, Migranten die Wiedereingliederung
in ihrem Heimatland zu erleichtern, wenn schon der Traum in ihrem
Zielland geplatzt ist. Langfristig hilft den Kosovaren aber nur
eines: Arbeitsplätze. Und da ist die heimische Regierung gefragt.
Jobs von ausländischen Investoren kommen nur, wenn das Land
endlich seine Korruptions- und

Allg. Zeitung Mainz: Bittere Bilanz / Kommentar zur Ukraine

Zwei Ereignisse bestimmten an diesem Wochenende die
Nachrichten aus der Ukraine: erstens die Gedenkfeier anlässlich der
Proteste auf dem Maidan vor einem Jahr, zweitens die Anzeichen einer
leichten Entspannung in der Ostukraine. Die Bilanz ein Jahr nach den
prowestlichen Protesten in Kiew mit rund 100 Toten ist bitter. Das
Land zwischen Polen und Russland ist instabiler denn je,
wirtschaftlich ruiniert, politisch gespalten. Die Krim gilt als
verloren, und im Osten wüten die Sepa

Allg. Zeitung Mainz: Gegen die Wand / Kommentar zu Griechenland

"Leider sind wir bankrott." Ausgesprochen hat diesen
Satz der griechische Premierminister. Er hieß Trikoupis, und man
schrieb den 10. Dezember 1893. Damals hatte es 14 Jahre gedauert, bis
Gläubiger und Schuldner feststellten, es gehe nicht mehr so weiter.
Zu einem Ende kam die Misere nicht, denn vier Jahre später fehlte
wieder Geld. Eine internationale Finanzkommission erhielt Zugriff auf
Staatseinnahmen wie Zölle und Steuern. Die scheinbar schnelle Lösung

RNZ: Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg) zu Ceta/TTIP

Die Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg)
kommentiert die Ceta- und TTIP-Verhandlungen: "In kaum einem Land
wird das geplante Freihandelsabkommen mit den USA so kritisch gesehen
wie in Deutschland. "Reich und hysterisch" hatte Wirtschaftsminister
Sigmar Gabriel das herablassend kommentiert. Doch während in einigen
Punkten die Kritik tatsächlich sehr emotional ansetzt – Stichwort:
"Chlorhühnchen" oder regionale Spezialitäten -, sieht das bei den
gepl

WAZ: Ein Anfang ist gemacht – Kommentar von Ulf Meinke zu Karstadt

Lange Zeit sah es so aus, als hätten sich
Karstadt-Geschäftsführung und Arbeitnehmervertreter nicht mehr viel
zu sagen. Man redete vor allem übereinander, aber nicht konstruktiv
miteinander. Von einem hemmungslosen Sparkurs auf Kosten von Kunden
und Mitarbeitern war auf Seiten der Betriebsräte die Rede. Über
fehlenden Sinn für den Ernst der Lage und mangelnde Beweglichkeit
wurde auf der Chefetage geklagt. Eine Annäherung erschien fast
unmöglich